01. Juni 2021 / 21:48 Uhr

Otavio und seine Top-Saison in Wolfsburg: Mama ist wieder stolz!

Otavio und seine Top-Saison in Wolfsburg: Mama ist wieder stolz!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Böse Grätsche, aber eine tolle Saison: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio blickt auf das beste Jahr seiner Karriere zurück.
Böse Grätsche, aber eine tolle Saison: VfL-Linksverteidiger Paulo Otavio blickt auf das beste Jahr seiner Karriere zurück. © imago images/Jan Huebner
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Vom Herausforder zum Gejagten - Paul Otavio hat beim VfL Wolfsburg eine tolle Saison gespielt und sich hinten links während der Spielzeit vor seinen Konkurrenten Jerome Roussillon geschoben.

Mit seiner Frau Rafaela und dem gemeinsamen Sohn Paulo Sergio lässt Paulo Otavio im Urlaub in seiner Heimat Brasilien gerade die Seele baumeln. Abschalten und Sonne tanken. Und das nach einer Top-Saison, in der er mit dem VfL Wolfsburg die Champions League erreicht hat, sich aber auch selbst in den Blickpunkt spielen konnte. „Es war mein bestes Jahr“, sagt der Linksverteidiger gar. Otavio war als Herausforderer von Jerome Roussillon in die Saison gegangen, aber ab dem Stuttgart-Spiel kurz vor Weihnachten veränderten sich die Rollen. Otavio war plötzlich gesetzt, Roussillon hinten dran.

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Der Franzose, der unter Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner nie so konstant gut gespielt hatte wie unter Glasner-Vorgänger Bruno Labbadia, hatte sich mit Corona infiziert. Otavio, zuvor schon nah dran an der Startelf, nutzte fortan seine Chance, präsentierte sich verbessert in der Defensive und mit viel Tempo auf der Außenbahn. Er trieb immer wieder mit an, aber der stets so fröhlich daherkommende Brasi glaubt, es hätte noch besser laufen können für ihn. „Ich hätte mir noch etwas mehr Glück gewünscht. Ich denke, ich habe einige gute Chancen kreiert, aber am Ende landete der Ball leider nicht so oft im Tor“, so Wolfsburgs Nummer 6, die in 30 Pflichtspieleinsätzen „nur“ auf drei Torvorlagen gekommen ist.

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Dass Otavio so gut in Form war, liege auch an Roussillon, sagt der Ex-Ingolstädter. „Er treibt mich zu Höchstleistungen. Wir respektieren uns gegenseitig, reden viel miteinander. Wenn er seine Top-Leistung abliefert, weiß ich, ich muss auch top sein“, erzählt Otavio, der Anfang März bundesweit wegen seiner heftigen Grätsche von hinten im Duell mit Hoffenheim und anschließender Vier-Spiele-Sperre für Schlagzeilen gesorgt hatte. „Diese vier, fünf Wochen waren lang für mich - und schwer“, sagt er rückblickend. „Ich hatte damals in dem Moment der Mannschaft helfen wollen. Ich habe in der Situation eine Entscheidung getroffen. Wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich alles, damit wir kein Tor bekommen.“

Die Zeit damals sei hart gewesen, der in den sozialen Netzwerken umtriebige VfLer habe einerseits viele positive und aufbauende Posts bekommen, aber auch negative. Aber die schwerste Zeit in seiner Karriere sei das nicht gewesen. Otavio: "Die schwersten Zeiten sind immer die, wenn du verletzt bist." Nach dem heftigen Einsteigen ihres Sohnes war Otavios Mama geschockt gewesen, aber auch dieser Ärger ist verflogen. „Es ist längst wieder alles okay. Wir haben viel gesprochen, sie ist sehr zufrieden und stolz auf das, was ich erreicht habe“, so Otavio.

Nun genießen beide die Zeit zusammen in Brasilien, in der natürlich auch über die Champions League gesprochen wird. „Einige aus unserer Mannschaft haben schon Champions League gespielt und davon erzählt, wie der Wettbewerb ist. Es ist das erste Mal in meiner Karriere, ich freue mich auf diese besondere Stimmung“, sagt Otavio. Er freue sich auf die ganz Großen des europäischen Fußballs. „Da gibt es schon ein paar“, sagt Otavio schmunzelnd und zählt dann auf: „Real, Barcelona und Manchester United mit einem Old Trafford voller Fans. Ich denke, alle Stadien in England oder Spanien sind top, um Fußball zu spielen.“ Bleibt noch die Frage: Mit welchem Ziel geht er in die neue Saison? „Ich möchte einfach so weitermachen“, sagt Otavio und korrigiert sich dann schnell selbst: „Nein, ich möchte noch besser werden!“