20. Juni 2021 / 14:22 Uhr

Outfit für Olympia: Warum sich Judo-Ass Scoccimarro wie Batman fühlte

Outfit für Olympia: Warum sich Judo-Ass Scoccimarro wie Batman fühlte

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Einkleiden für Tokio: Judo-Ass Giovanna Scoccimarro war mit dem Hannoveraner Igor Wandtke zur Anprobe des Olympia-Outfits in Hamburg.
Einkleiden für Tokio: Judo-Ass Giovanna Scoccimarro war mit dem Hannoveraner Igor Wandtke zur Anprobe des Olympia-Outfits in Hamburg. © Privat
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Sie hat sich ihren Olympia-Traum erfüllt. Judo-Ass Giovanna Scoccimarro fährt zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Was sie zum Anziehen mit auf die Reise nehmen muss, darüber muss sich die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde kämpft, keine Gedanken machen. Die 23-Jährige war jetzt zur Anprobe des Olympia-Outfits in Hamburg - und fühlte sich dabei sogar einmal wie Batman.

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Auf der Matte ist die Kleiderordnung klar. Hier gibt's einen weißen und einen blauen Judo-Anzug. Etwas größer wird das Reisegepäck, wenn man es bis zu den Olympischen Spielen schafft. Und Giovanna Scoccimarro hat ihr Tokio-Ticket gelöst. Die Lessienerin war nun am Samstag zur offiziellen Einkleidung in Hamburg. Da wurde das Sport-Ass, das für den MTV Vorsfelde startet, quasi zur Shopping-Queen - und einmal fühlte sie sich sogar wie Batman.

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Wobei, ums Aussuchen ging es nicht, sondern ums Anprobieren. Welches Shirt passt, welche Badelatschen drücken nicht? Für die Zeit in Japan werden die deutschen Olympia-Starter komplett eingekleidet. "Es gibt wohl über 130 Teile", sagt Scoccimarro. Flipflops, Jogginghosen, Sport-BH, Trainingsleggins. Es ist an alles gedacht. Auch für die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie gibt es Outfits. Und trifft es ihren Geschmack? "Es gibt natürlich ein, zwei Sachen, wo man sagt: 'Okay, das sieht jetzt erst einmal ein bisschen komisch aus.' Aber letztendlich fand ich die meisten Sachen doch sehr schön."

Mehr über Giovanna Scoccimarro

Am Samstag war nur Anprobe, nach gut einer Stunde war alles erledigt. Mitgenommen wurde aber nichts. Jetzt freut sie sich darauf, wenn die Post das Olympia-Paket anliefert. Inklusive Regenmantel. Der sorgte bei Scoccimarro, die mit ihrem Judo-Kollegen Igor Wandtke vom Stützpunkt Hannover bei der Ankleidung war, für den größten Spaß. "Das ist eher ein Poncho, das Ding hatte keine Ärmel. Du hast es einfach nur über den Kopf gezogen. Man konnte es so tragen oder mit Knöpfen an den Handgelenken befestigen. Das hatte was von Batman und sah schon witzig aus."

Endlich wieder befreit lachen können, endlich wieder gelöst sein. Scoccimarro ist erst 23 Jahre jung - und hat durch die auf 2021 verschobenen Spiele doch schon einen jahrelangen Qualifikationskampf hinter sich. Der Druck, ein ständiger Wegbegleiter. "Du musst immer Leistung bringen, hast dabei immer jemanden im Nacken, der das gleiche Ziel hat - und du willst nicht, dass man dir deinen Traum kurz vorm Ziel wegnimmt. Nach der WM hatte ich das Gefühl kurzzeitig", so die Lessienerin ehrlich.

Da hatte ihre nationale Konkurrentin Miriam Butkereit bei der WM besser abgeschnitten als sie. "Ich dachte, es kann nicht sein, dass genau das passiert." Um abzuschalten, ging's für ein paar Tage nach Kopenhagen. Runterfahren, an nichts denken. Bis der Anruf des Bundestrainers Claudiu Pusa kam. "Ich dachte einfach nur: 'Endlich.'" Endlich am Ziel.

Ihr nächstes Ziel nach der Einkleidung in Hamburg war Papendal. In den Niederlanden steht ab heute ein einwöchiges internationales Trainingslager an. Am 4. Juli geht es dann noch einmal für eine Woche nach Kienbaum, ehe Scoccimarro am 19. Juli in den Flieger Richtung Tokio steigt - mit dem kompletten Olympia-Outfit.