13. Januar 2022 / 12:19 Uhr

Owusu-Transfer und Dynamo-Knall: Erzgebirge Aue will auf St. Pauli überraschen

Owusu-Transfer und Dynamo-Knall: Erzgebirge Aue will auf St. Pauli überraschen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit Neuverpflichtung Prince Owusu (r) möchte Teamchef Hensel auf St. Pauli entschlossen auftreten.
Mit Neuverpflichtung Prince Owusu (r) möchte Teamchef Hensel auf St. Pauli entschlossen auftreten. © Getty Images/Picture Point
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Vom Papier her ist Erzgebirge Aue am Samstag auf St. Pauli chancenlos. Schließlich ist der Spitzenreiter noch ohne Punktverlust im eigenen Stadion. Beim FCE setzt man darauf, dass jede Serie einmal zu Ende geht. Zudem gaben die Veilchen den Transfer von Prince Owusu bekannt. 

Aue. Das kleine gallische Dorf der 2. Fußball-Bundesliga steckt mal wieder mächtig in der Klemme. Vor dem Start der restlichen Rückrunde sieht beim FC Erzgebirge Aue vieles nach Abstieg aus: vorletzter Platz, sechs Punkte Rückstand auf den ersten Rettungsplatz, eine herbe 0:5-Klatsche in der Generalprobe gegen Dynamo Dresden. Das musste auch Teamchef Marc Hensel erst einmal verdauen und die Sinne für den Kampf um den Klassenerhalt schärfen.

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"Die Woche hat mit einem Knall begonnen, das konnten wir so nicht stehen lassen", berichtete Hensel von der Aussprache mit der Mannschaft. "Jedem muss klar sein, dass es nicht reicht, wenn man auch nur ein Prozent weniger gibt." Die herbe Pleite gegen Dresden bezeichnete er als "Rückfall in die Steinzeit", so ein Auseinanderfallen kenne er nur "aus den ersten Spielen der Saison". Zuletzt sei man bis auf das Spiel in Bremen immer auf Augenhöhe gewesen.

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Auf diese am Samstag (13.30 Uhr/Sky) beim FC St. Pauli zu kommen, wird eine enorme Herausforderung. Der Tabellenführer hat alle bisherigen acht Heimspiele gewonnen und dabei ein Torverhältnis von 24:5 erreicht. "Irgendwann reißt jede Serie. Wir wollen die Überraschung schaffen und brauchen die Punkte", sagte Hensel. Von der Spielweise der Hamburger ist er beeindruckt. "Sie sind eingespielt und dominant. Die Art und Weise, wie sie in jeder Phase des Spiels sprinten, ist sehr beachtlich. Und Guido Burgstaller kann aus jeder Situation ein Tor machen."


Brenzlige Lage

Bei den Toren setzte der FCE an, schließlich stehen nach 18 Spielen nur 15 eigene Treffer in der Statistik. Am Donnerstag verpflichtete der Club in Prince Owusu vom SC Paderborn den ersehnten kantigen Mittelstürmer. Der 25-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich bei Klassenerhalt bis Juni 2023 verlängert. "Prince ist ein Spieler, der genau das verkörpert, was wir gesucht haben. Robustheit, Geschwindigkeit, gutes Anlaufen. Wir hoffen, dass er sich schnell integrieren kann", sagte Hensel. Ob Owusu schon auf St. Pauli spielt ist offen. Zuvor hatte Aue bereits Flügelspieler Jann George von Jahn Regensburg verpflichtet.

Zudem steht der Club kurz vor einem Transfer von Innenverteidiger Jannis Lang vom VfL Wolfsburg. "Wir sind in sehr guten Gesprächen und sehr interessiert. Er passt mit seiner Spielweise ins Erzgebirge", sagte Hensel. Präsident Helge Leonhardt hatte zuletzt wiederholt betont, dass es bei den Transfers im Januar "ausschließlich um Qualität nicht Quantität" geht.

Dass Aue im Abstiegskampf steckt, ist nicht neu. So brenzlig war die Lage allerdings schon lange nicht mehr. Beim Gang in die 3. Liga würde es zu einem enormen Umbruch kommen. Nur neun Spieler wären dann noch an die Veilchen gebunden. Dazu würden die TV-Gelder um fast acht Millionen Euro einbrechen. Ein Szenario, dem man sich in Aue zwar bewusst ist, das aber momentan keine Rolle spielt. Zu groß ist der Glaube an den Klassenerhalt, allen voran von Teamchef Hensel.