11. September 2020 / 17:17 Uhr

Pajor fällt noch länger aus! Wolfsburgs Frauen auf schwieriger Stürmerinnen-Suche

Pajor fällt noch länger aus! Wolfsburgs Frauen auf schwieriger Stürmerinnen-Suche

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ralf Kellermann ist auf Stürmerinnen-Suche, Ewa Pajor wird dem VfL lange fehlen
Ralf Kellermann ist auf Stürmerinnen-Suche, Ewa Pajor wird dem VfL lange fehlen
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Bis zum 5. Oktober können die Teams der Frauenfußball-Bundesliga noch Spielerinnen verpflichten. Der VfL Wolfsburg sucht Offensivverstärkung - auch weil Ewa Pajor länger ausfällt als erhofft.

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Der deutsche Frauenfußball-Meister VfL Wolfsburg muss sehr lange auf Ewa Pajor verzichten. Die am Donnerstag am Knie operierte Stürmerin fällt mindestens bis Jahresende, womöglich sogar noch länger aus. Klarheit über die tatsächliche Ausfallzeit, das teilte der Verein am Freitag mit, wird erst eine Nachuntersuchung in einigen Wochen bringen. Pajors bislang letztes Spiel war das Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon, in dem sie in der 61. Minute ausgewechselt wurde. Wegen des Pajor-Ausfalls intensiviert der VfL nun die Suche nach Sturmverstärkungen.

Pernille Harder ist nicht mehr da, mit Pajor ist für eine ganze Weile nicht mehr zu rechnen - dem VfL fehlen damit die beiden torgefährlichsten Spielerinnen der Vorsaison. "Ich habe volles Vertrauen, dass unser Kader weiter genug Offensivqualität besitzt", sagt Ralf Kellermann. Dennoch, so der Sportliche Leiter der VfL-Frauen, "müssen wir jetzt noch was machen, damit der Kader auch in Zukunft breit genug ist." Heißt: Bis zum Transferschluss am 5. Oktober soll auf jeden Fall noch eine Angriffsverstärkung kommen.

In Bildern: Die Transfers der Frauen-Bundesliga 2020/2.

Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. Zur Galerie
Auch in der Corona-Krise treiben die Vereine der Frauenfußball-Bundesliga ihre Personalplanungen für die neue Saison voran. Der SPORTBUZZER fasst die wichtigsten Transfers zusammen. ©

Aber woher? Die Bundesliga-Saison hat bereits begonnen, kein Klub ist bereit, jetzt noch eine Top-Spielerin abzugeben. Nicole Billa beispielsweise, Torjägerin beim kommenden Gegner 1899 Hoffenheim, wird darum höchstens im Sommer 2021 ein Thema. Also geht der Blick ins Ausland. "Wir schauen überall", sagt Kellermann, "und ich bin sehr optimistisch, dass wir noch fündig werden".

Leicht allerdings wird's nicht - weil gerade der internationale Markt immer schwieriger wird. Kellermann: "Die Spielerinnen schauen mittlerweile auch darauf, wie gut die Ligen vermarktet werden." Und da eilt vor allem England der Bundesliga mit Riesenschritten davon - unter anderem im Bereich der Live-Übertragungen. Auf DAZN waren beispielsweise am vergangenen Wochenende zwei Partien der FAWSL live auch in Deutschland zu sehen (unter anderem Harders Chelsea-Debüt beim 1:1 bei Manchester United), das montägliche BBC-Magazin zum Frauenfußball hatte in England eine Rekordeinschaltquote mit über zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern. "Bei uns", so Kellermann, "fragen mich die Spielerinnen schon mal, warum unsere Spiele in ihrem Heimatland gar nicht zu empfangen sind..."

Immerhin: Ein klein wenig tut sich auch auf dem deutschen TV-Markt. Die ARD will in ihrer Sonntag-Sportschau regelmäßig über die Frauen-Bundesliga berichten, an diesem Wochenende ist eine Zusammenfassung des VfL-Spiels bei 1899 Hoffenheim geplant. In der vergangenen Spielzeit wurden noch regelmäßig Partien auf den Samstag verlegt, um in der abendlichen Sportschau vor der Männer-Bundesliga berichten zu können. "Für uns", so Kellermann, "sind Spiele am Sonntag um 14 Uhr besser als am Samstag um 13 Uhr - weil wir dann unter normalen Bedingungen mit mehr Zuschauern rechnen können." Generell würde er sich über eine größere TV-Abdeckung - beispielsweise ein wöchentliches Magazin nach englischem Vorbild oder die Möglichkeit, die Bundesliga auch im Ausland zu sehen - freuen: "Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung."