27. April 2020 / 18:32 Uhr

Pampows Torjäger Fabio Dias: „Man muss den Ehrgeiz haben, sich höher beweisen zu wollen"

Pampows Torjäger Fabio Dias: „Man muss den Ehrgeiz haben, sich höher beweisen zu wollen"

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Fabio Manuel Dias spielte im Nachwuchs für Borussia Mönchengladbach sowie Viktoria Köln.
Fabio Manuel Dias spielte im Nachwuchs für Borussia Mönchengladbach sowie Viktoria Köln. © Danilo Thienelt
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Mit 15 Saisontoren ist der 27-Jährige der beste Torschütze von Oberliga-Aufsteiger MSV Pampow. Durch seine Treffsicherheit scheint Fabio Dias allerdings auch die Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt zu haben.

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Sein Transfer im vergangenen Sommer stellte sich als Volltreffer für den MSV Pampow heraus. Kurz vor Schließung des Transferfensters Ende August 2019 verpflichtete der Fußball-Oberligist Fabio Manuel Dias vom West-Regionalligisten VfB Homberg. Der Stürmer brauchte bei seinem neuen Verein keine große Anlaufzeit und lieferte Tore. Mit 15 Treffern in 15 Spielen hat der Deutsch-Angolaner einen großen Anteil daran, dass der MSV bis zur Corona-Zwangspause mit Tabellenrang sechs eine beachtliche Rolle als Aufsteiger gespielt hat. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht Dias darüber, welche sportlichen Ziele er noch hat und ob er sich einen Verbleib in Pampow über die laufende Saison vorstellen kann.

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Herr Dias, mit 15 Treffern sind sie zusammen mit Peterson Appiah (Greifswalder FC) zweitbester Torschütze der NOFV-Oberliga Nord. Der Wechsel nach Pampow scheint sich für sie ausgezahlt zu haben oder?
Fabio Manuel Dias: Absolut! Sportlich ist es auf jeden Fall so gelaufen, wie man sich das vorgestellt hat. Die Mannschaft hat mich von Beginn an super aufgenommen. Ich bin froh, dass ich das Vertrauen mit Toren zurückzahlen konnte.

Sie kamen aus der Regionalliga: War der Transfer zum MSV ein Rückschritt für sie?
Der Wechsel nach Pampow war zunächst nicht geplant. Im ersten Halbjahr von 2019 war ich gesperrt. Dann wechselte ich im vergangenen Sommer zum VfB Homberg. Dort hat man mir allerdings keine faire Chance gegeben, ich konnte nicht mal ein Meisterschaftsspiel machen. Ende August ergab sich die Möglichkeit, nach Pampow zu gehen. Ich habe das eher als Chance gesehen, mit einer Jetzt-erst-Recht-Mentalität die Station beim MSV anzugehen.

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Wie ärgerlich ist es für sie, dass aufgrund der Coronakrise der Spielbetrieb unterbrochen werden musste?
Das ist natürlich keine schöne Situation für alle. Ich persönlich habe mich nach der Winterpause gut gefühlt. Mit 15 Toren habe ich eine Quote, die ordentlich aber weiter ausbaufähig ist. Mein Ziel war es schon, in dieser Saison die Torjägerkanone zu holen. Ob das jetzt noch möglich ist, wird zeigen, wie die laufende Spielzeit beendet wird.

Wie halten Sie sich in der derzeitigen Phase fit?
Anfangs habe ich meine Familie in Bonn besucht. Mittlerweile bin wieder hier und gehe regelmäßig laufen. Zudem versuche mit einem Mitspieler, wenn möglich, auf den Platz zu gehen. Klar ist es nicht das Gleiche, als wenn du im Kollektiv trainierst. Dennoch muss man das Beste draus machen.

Sie haben in ihrer bisherigen Laufbahn ausschließlich für Vereine in Nordrhein-Westfalen gespielt. Inwiefern war der Wechsel ins beschauliche Mecklenburg-Vorpommern eine große Umstellung für sie?
Ich wusste zwar, was auf mich zukommen könnte, aber es war zu Beginn definitiv ein Kulturschock für mich. In Nordrhein-Westfalen sind die größeren Städte nicht so weit voneinander entfernt. Mit der Zeit habe ich mich aber immer besser eingelebt. Wohnen tue ich in Schwerin.

In der Saison 2016/17 waren sie bei der SG Wattenscheid Sturmkollege von Daniel Keita-Ruel, der mittlerweile seit 2018 für Zweitligist Greuther Fürth aufläuft. Haben sie noch Kontakt mit ihm?
Zu Beginn der Spielzeit habe ich noch regelmäßig mit ihm gespielt. Danach fiel ich aufgrund einer Verletzung länger aus und habe erst zum Ende der Saison 2016/17 mein Comeback gegeben. Daniel ist dann in die 3. Liga zu Fortuna Köln und ein Jahr später nach Fürth. Über die sozialen Medien schreiben wir uns noch regelmäßig. Ansonsten verfolge ich seinen Weg in der 2. Bundesliga natürlich.

Sie werden in diesem Jahr noch 28 Jahre alt. Welche sportlichen Ziele haben sie noch?
Ich bin selbstbewusst genug zu sagen, dass mein Potenzial für mehr als die Oberliga ausreicht. Für Viktoria Köln und Wattenscheid 09 habe ich schon in der Regionalliga gespielt und dahin will ich zurück. Man muss den Ehrgeiz haben, sich höher beweisen zu wollen, genau das ist mein Anspruch.

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Klingt nicht so, dass sich der MSV Pampow große Hoffnungen machen kann, sie über die laufende Saison zu halten.
Es haben Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen stattgefunden, eine finale Entscheidung habe ich aber noch nicht getroffen. Ich will mit dem MSV die Saison vernünftig zu Ende bringen. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Ich möchte mich gerne sportlich weiterentwickeln.

Gibt es Anfragen anderer Klubs?
Ich bin mit meinem Berater ständig im Austausch. Er hatte mir vom Interesse einiger Regionalligisten berichtet. Genaueres möchte ich dazu erst mal nicht sagen.