02. September 2021 / 11:06 Uhr

"Gut, aber nicht gut genug": Medaillentraum des United-Trios geplatzt

"Gut, aber nicht gut genug": Medaillentraum des United-Trios geplatzt

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jan Sadler  und seine Mitstreiter kehren ohne die erhoffte Medaille im Gepäck von den Paralympics heim.
Jan Sadler und seine Mitstreiter kehren ohne die erhoffte Medaille im Gepäck von den Paralympics heim. © IMAGO/Beautiful Sports
Anzeige

Im Viertelfinale haben sich die deutschen Rollstuhlbasketballer Spanien mit 68:71 geschlagen geben müssen, der Traum von einer Medaille bei den Paralympics ist geplatzt. "Wir waren gut, aber leider nicht gut genug", sagte Jan Haller von Hannover United, der zusammen mit Jan Sadler und Tobias Hell in Tokio im Einsatz war.

Ein letzter Dreierwurf, an den Ring und raus. Aus! Der Medaillentraum bei den Paralympics der deutschen Rollstuhlbasketballer ist geplatzt. Gegen Spanien verlor das Team um das United-Trio Jan Haller, Jan Sadler und Tobias Hell im Viertelfinale mit 68:71. Nationalmannschaftskapitän Haller trug es mit Fassung. Er baute seine Mitspieler auf, die ihre Hände vor das Gesicht hielten und den Tränen nahe waren.

Anzeige

Es war einfach nicht mehr drin gegen die Spanier, gegen die das deutsche Team in der Vorbereitung auf die Spiele in Tokio noch zweimal gewonnen hatte. Haller: „Wir waren gut, aber leider nicht gut genug. Wir haben zu viele Fehler gemacht, die dazu geführt haben, dass unsere Trefferquote nicht gut genug war.“

Mehr Berichte aus der Region

Zu Beginn der Partie waren es allerdings die Deutschen, die dominierten. Keine zwei Minuten waren gespielt, da stand es bereits 7:0 für Haller und seine Kollegen. Die Spanier nahmen eine frühe Auszeit – wenig später hatten sie die Partie gedreht. Nach 20 Minuten lagen die Iberer mit 40:34 vorn – hatten mit Jordi Ruis Jordan den besten Mann auf dem Parkett. Schon zur Hälfte des Spiels hatte er 18 Punkte geworfen.

Nach einem ausgeglichenen dritten Viertel kam die deutsche Mannschaft im letzten Viertel sogar noch einmal heran, vergab dann aber gute Chancen. „Wir waren dran, hätten das Spiel in die Overtime bringen können“, meint Haller, der dennoch betont: „Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht gekämpft hätte. Wir haben bis zum Ende alles gegeben.“

Coach Zeltinger ist "ein bisschen sprachlos"

Und so war Spanien schließlich auch ein verdienter Sieger für Haller. Das sah sein Trainer Nicolai Zeltinger etwas anders, er ärgerte sich über die mangelnde Chancenverwertung: „Ich bin ein bisschen sprachlos. Wir hatten Chancen, um das Spiel zu entscheiden. Dementsprechend heftig ist der Moment.“ Andre Bienek vergab acht Sekunden vor Schluss die letzte Chance auf drei Punkte.

Für die deutsche Mannschaft bleibt nun nur noch das Spiel um Platz sieben. Am Freitagmorgen (5.30 Uhr) geht es gegen Kanada. Obwohl der Medaillentraum bereits geplatzt ist, will das Team noch mal alles geben. „Ich denke, wir haben ein sehr gutes Turnier gespielt“, sagt Kapitän Haller. „Wenn wir jetzt gegen Kanada gewinnen, haben wir vier Siege und drei Niederlagen. Das wäre wirklich ein versöhnliches Ende für uns.“