13. November 2020 / 18:56 Uhr

Paris ist das Ziel: Kapitän Marcel Wittek läuft mit seiner FSV bis ins Disneyland

Paris ist das Ziel: Kapitän Marcel Wittek läuft mit seiner FSV bis ins Disneyland

Julian Voges
RedaktionsNetzwerk Deutschland
750 Kilometer bis ins Ziel: Kapitän Marcel Wittek will mit der FSV-Reserve (kl. Bild, l.) die Distanz bis zum Disneyland Paris zurücklegen.
750 Kilometer bis ins Ziel: Kapitän Marcel Wittek will mit der FSV-Reserve (kl. Bild, l.) die Distanz bis zum Disneyland Paris zurücklegen. © Preuß/Franke (Archiv)/Bunzel (pixabay)
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der SPORTBUZZER fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

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Aus zwei mach eins. Eigentlich hätte Marcel Wittek als Kapitän schon genug zu tun. Die FSV Adenbüttel/Rethen hatte vor der Saison aus der Zweit- und Drittvertretung ein Team geformt und als Unterbau für die Bezirksliga-Erstvertretung gemeldet. Der Re-Start nach dem ersten Corona-Lockdown war also auch der Neustart der Reserve. Wittek, zuvor schon Kapitän der Dritten, geht nun in gleicher Rolle bei der FSV II in seine zweite Saison als Spielführer. „Ich denke, ich wurde gewählt, da ich Ansprechpartner in allen Bereichen, aber auch Vorbild durch Disziplin und Motivation bin“, sagt der 25-Jährige stolz.

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In der 3. Kreisklasse Gifhorn 2 ist das Team beheimatet, feierte im letzten Spiel vor der neuerlich Corona-bedingten Pause im fünften Spiel seinen ersten Sieg. Ein sattes 8:0 beim SV Westerbeck II. Da wussten Wittek und die FSV noch nicht, dass kurz darauf der Fußball wieder ruht. Jetzt ist Pause, das nächste Punktspiel steht am 18. April an – in rund fünf Monaten! Hallenfußball wird es vorerst auch nicht geben.

Dabei wollte der neu zusammengestellte Kader von Adenbüttel/Rethen II doch zusammenwachsen. Aber die Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Ein gemeinsames Training mit der Mannschaft ist genauso unmöglich wie das Treffen mit dem Team.

FSV-Wappen als Tattoo

Wittek, der seit sieben Jahren für die FSV die Schuhe schnürt, nimmt sich der Sache an. „Mein Co-Kapitän Hans Daume und ich sind in ständigem Kontakt mit unserem Team.“ Vor allem in Verbindung mit dem Mannschaftsrat „nutzen wir diese Zeit, um neue Sponsoren und auch neue Utensilien für das Training oder auch neue Klamotten für die Mannschaft zu besorgen. Auch wenn das in Corona-Zeiten und angesichts finanzieller Einbußen vieler Unternehmen nicht immer die leichteste Aufgabe ist“, gibt der Kapitän zu bedenken. Trotz allem Engagements für den Verein, kommt aber seine Beziehung nicht zu kurz. Freundin Rieke packt im Verein mit an, ist über ihn Betreuerin geworden.

Damit das Team fit bleibt, sind kreative Ideen gefragt. Aktuell trägt seine Mannschaft eine Challenge mit dem Frauenteam aus. „Welches Team läuft zuerst bis nach Paris in das Disneyland?“, berichtet Hobby-Darter Wittek. Natürlich sind die Kickerinnen und Kicker nicht wirklich auf den Weg Richtung Frankreich. Es geht darum, wer zuerst die 750-Kilometer-Distanz (die Entfernung von Adenbüttel und Rethen nach Paris) knackt. „Jede Mannschaft addiert die Läufe, wer zuerst das Ziel erreicht, bekommt eine Kiste Bier“, schmunzelt Wittek. „Es wird alles sauber festgehalten und dokumentiert.“ Da spricht wohl auch der gelernte Vermessungstechniker aus ihm.

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Wittek, zudem Mitglied der Ortsfeuerwehr, ist ein eingefleischter Rethener – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Logo der FSV trägt er als Tattoo auf dem Fuß. Aber nicht nur er: „Das Wappen haben sich acht Leute letztes Jahr auf der Mannschaftsfahrt in Berlin stechen lassen“, verrät der Kapitän. Das war vor Corona, dient aber auch jetzt bei den Trägern als Zeichen des Zusammenhalts.

Die etwas anderen Kapitäns-Tipps in der Corona-Krise

Serien-Tipp: „Aktuell gucke ich 'The Blacklist'. Ich habe ein paar Folgen von der Serie geschaut, und die hat mich so gepackt, dass ich sie nun jeden Tag gucke.“

Videospiel-Tipp: „Wenn es die Zeit erlaubt, spiele ich FIFA 21. Ist für mich das beste Spiel auf der Konsole.“