14. September 2020 / 08:25 Uhr

Rassismus-Vorwurf nach Rot für PSG-Star Neymar und Co: "Deshalb habe ich ihn geschlagen"

Rassismus-Vorwurf nach Rot für PSG-Star Neymar und Co: "Deshalb habe ich ihn geschlagen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neymar reagierte via Twitter deutlich auf die Rote Karte:  Meine Aggressionen vom Video-Schiedsrichter einzufangen, ist einfach. Jetzt möchte ich das Bild des Rassisten sehen, der mit Affen-Mutter** nennt.
Neymar reagierte via Twitter deutlich auf die Rote Karte:  "Meine Aggressionen vom Video-Schiedsrichter einzufangen, ist einfach. Jetzt möchte ich das Bild des Rassisten sehen, der mit Affen-Mutter** nennt." © imago images/PanoramiC/neymarjr/Montage
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Dieses Spiel geht in die Geschichte der Ligue 1 ein. Beim Kracher zwischen Paris Saint-Germain und Olympique Marseille fliegen fünf Spieler vom Platz. PSG-Star Neymar verteidigt seine Rote Karte und sorgt mit einem Rassismus-Vorwurf via Twitter für Aufsehen.

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Turbulente Rückkehr von Neymar ins Team von Champions-League-Finalist Paris Saint-Germain: Der brasilianische Superstar flog nach seiner Pause wegen einer Corona-Infektion nicht nur mit einer Roten Karte vom Platz, sondern sorgte am Sonntagabend auch mit einem Rassismus-Vorwurf für Aufsehen. Schon während des Spiels der Elf von Trainer Thomas Tuchel gegen Olympique Marseille beklagte er sich laut Nachrichtenagentur AFP beim Schiedsrichter über den "Rassismus" seines Gegenspielers Alvaro Gonzalez. Mehrfach habe er "Rassismus, nein" gesagt und auf den Spanier gezeigt.

Am Ende der Partie zählte Neymar insgesamt fünf Spielern, die das Feld wegen einer handfesten Auseinandersetzung vorzeitig verlassen mussten. Der 28-jährige Offensivstar schlug dem Spanier auf den Hinterkopf. Als er das Spielfeld verließ, sagte er: "Sehen Sie sich den Rassismus an. Deshalb habe ich ihn geschlagen." Nach dem Spiel twitterte er dann, er bedauere, dass er dem "Arschloch" nicht ins Gesicht geschlagen habe. "Meine Aggressionen vom Video-Schiedsrichter einzufangen, ist einfach. Jetzt möchte ich das Bild des Rassisten sehen, der mich Affen-Mutterfi**** nennt", schrieb der Brasilianer in einem zweiten Post.

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Der beschuldigte Gonzalez reagierte via Twitter nach dem Spiel mit einem Bild, auf dem er mit seinen dunkelhäutigen Teamkollegen zu sehen ist. Dazu schreibt der Spanier: "Es gibt keinen Platz für Rassismus. Manchmal muss man lernen zu verlieren." Und Neymars Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "Sie sind kein Mann, der Ihren Fehler annimmt. Verlieren ist Teil des Sports. Jetzt beleidigen und Rassismus in unser Leben bringen, nein, ich stimme nicht zu. Ich respektiere dich nicht! Sie haben keinen Charakter."

Paris verlor auch das zweite Spiel der französischen Meisterschaft - mit 0:1. Neymar (28) war erst am Freitag ins Training von PSG zurückgekehrt. Er hatte sich wie andere Mannschaftskollegen mit dem Coronavirus infiziert. In der teils hitzigen Partie flogen in der Nachspielzeit neben Neymar auch Layvin Kurzawa und Leandro Paredes (alle Paris) sowie Dario Benedetto und Jordan Amavi (beide Marseille) mit Rot bzw. Gelb-Rot vom Platz.

"Die letzten drei Minuten waren zu viel. Unsere Reaktionen waren übertrieben. Diejenigen, die im Stadion waren, wissen, dass diese hitze Stimmung von Anfang an begann und sich verschlimmerte, aber das ist auch unsere Schuld. Wir sind diejenigen, die jetzt unter diesen drei Roten Karten leiden müssen - es war zu viel. Ich mag das nicht und hasse die Folgen", sagte PSG-Coach Tuchel nach der Partie.