09. Juli 2021 / 20:13 Uhr

Beckham, Neymar, Ramos & Co.: Die zehn spektakulärsten Transfers von Paris Saint-Germain

Beckham, Neymar, Ramos & Co.: Die zehn spektakulärsten Transfers von Paris Saint-Germain

Jens Strube
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
David Beckham, Neymar und Sergio Ramos wechselten alle zu PSG.
David Beckham, Neymar und Sergio Ramos wechselten alle zu PSG. © Getty Images/IMAGO/Shutterstock/PanoramiC (Montage)
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Lange Zeit spielte Paris Saint-Germain auf der internationalen Bühne keine große Rolle. Seit 2011 tritt der Klub zumindest auf dem Transfermarkt groß in Erscheinung. Mit der Neymar-Verpflichtung 2017 hat PSG neue Maßstäbe gesetzt, mit Sergio Ramos in diesem Sommer ein weiteres Ausrufezeichen. Der SPORTBUZZER blickt auf die zehn spektakulärsten PSG-Transfers der vergangenen Jahre.

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Und der Nächste, bitte. Während der Großteil der europäischen Top-Klubs wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Sommer kleine Brötchen backen will, holt Paris Saint-Germain ein Baguette nach dem nächsten aus dem Ofen. Mit dem Transfer der spanischen Abwehrlegende Sergio Ramos (35) hat der französische Hauptstadtverein nun einen der besten Verteidiger der Welt in sein Team geholt. Zwar wechselte Ramos genauso wie der langjährige Liverpool-Star Georginio Wijnaldum (30) ablösefrei, dafür dürfte Paris bei den Gehältern ordentlich Butter in den Teig gegeben haben.

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Inwieweit sich das mit dem Financial-Fairplay-Regularien vereinbaren lässt, wird sich zeigen. Denn verkauft hat PSG in diesem Transferfenster noch keinen Spieler. Dagegen sicherte sich der Klub noch die Dienste des portugiesischen Mittelfeldabräumers Danilo Pereira (29, kam für 16 Millionen aus Porto) und nicht zuletzt von Ex-BVB-Star Achraf Hakimi (22). Stolze 60 Millionen Euro hat der Klub für den torgefährlichen Rechtsverteidiger an Inter Mailand überwiesen. Mit Italiens Nationalkeeper Gianluigi Donnarumma (22), einem der talentiertesten Torhüter der Welt, backt Paris bereits an der nächsten ablösefreien Kaderverstärkung. Und dann sind da noch die nicht verstummenden Gerüchte um Lionel Messi.

Größenverhältnisse, die vor der Übernahme durch die katarische Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI) im Mai 2011 bei PSG nicht vorstellbar gewesen wären. Während seither knapp 450 Millionen Euro durch Spielerverkäufe eingenommen wurden, hat der Klub in diesem Zeitraum etwa 1,4 Milliarden Euro allein in Ablösesummen investiert. Auch wenn die Aufwendungen bislang noch nicht in den Gewinn der Champions League mündeten, kann PSG immerhin auf viele Weltstars verweisen. Der SPORTBUZZER zeigt, welche Topstars der Verein in den vergangenen zehn Jahren bereits an die Seine gelockt hat.

Javier Pastore (Saison 2011/12) – Ablöse: 42 Millionen Euro

Unmittelbar in der ersten Saison unter der Regie der neuen Eigentümers aus Katar setzte PSG ein Ausrufezeichen. Für 42 Millionen Euro kaufte der Klub das argentinische Toptalent Javier Pastore von US Palermo. Damit wurde der damals 22-jährige Pastore nicht nur zum teuersten Neueinkauf der Vereinsgeschichte, sondern avancierte gleich zum bis dato teuersten Transfer der Ligue 1. Sieben Jahre lief er für Paris auf, ehe er 2018 zurück nach Italien zur AS Rom wechselte. Dabei bestritt er 269 Spiele, erzielte dabei 45 Treffer und legte 61 weiter auf.

David Beckham (Saison 2012/13) – ablösefrei

Ob dieser Transfer wirklich sportliche Gründe hatte, bleibt zu bezweifeln. Die mediale Aufmerksamkeit war Paris mit der Verpflichtung von David Beckham auf alle Fälle sicher. Der über alle Ländergrenzen bekannte Mittelfeld-Star schloss sich im Spätherbst seiner Karriere in seinem letzten sportlichen Abenteuer dem französischen Hauptstadtklub an. Mit 36 Jahren im Winter 2013 ablösefrei von LA Galaxy gekommen, lief der mit Titeln hochdekorierte Engländer immerhin noch 14-mal für PSG auf, ehe er im Sommer seine Schuhe an den Nagel hing. Ein Tor gelang ihm in dieser Zeit nicht mehr, immerhin aber zwei Assists. Dennoch verlieh er dem Klub jenen Glanz des internationalen Erfolgs, auf den die Fans und vor allem die Investoren bis heute warten.

Zlatan Ibrahimovic (Saison 2012/13) – 21 Millionen Euro

Trotz seiner damals 30 Jahre hatte sich der Transfer von Schweden-Star Zlatan Ibrahimovic für PSG vollends ausgezahlt. Von der AC Mailand für 21 Millionen Euro geholt, bewies "Ibrakadabra" in seinen vier Jahren in Paris konstant seine große Klasse. Nach seinen Stationen bei Ajax Amsterdam, Inter Mailand, FC Barcelona und AC Mailand absolvierte der exzentrische Stürmer 180 Spiele für Paris. Bis heute stand er für keinen Klub häufiger auf dem Feld. Seine unglaubliche PSG-Quote in Zahlen: 156 Tore und 60 Vorlagen. Entsprechend verabschiedete er sich im gewohnt selbstbewussten Ibra-Style: "Ich kam als König und ging als Legende."

Thiago Silva (Saison 2012/13) – 42 Millionen Euro

Ibrahimovic war in jener Saison nicht der einzige Paris-Neuzugang aus Mailand. Quasi im Doppelpack wechselte auch der brasilianische Topverteidiger Thiago Silva, damals 27 Jahre alt, von der klammen AC zum wohlhabenden PSG – allerdings für die doppelte Ablöse des Schwedenstürmers. Aus der anfänglichen Zweckbeziehung entwickelte sich eine innige Verbundenheit, in der Silva zum Abwehrchef und Kapitän reifte. Am Ende blieb er acht Jahre in Paris, verließ den Klub im Sommer 2020 nur in Richtung Chelsea, weil sein Vertrag nicht verlängert wurde. Doch es hatte auch etwas Gutes: Unter Thomas Tuchel (unter dem er bereits lange bei PSG spielte) sicherte er sich mit den Blues den Titel in der Champions League. Jenen Titel, auf den PSG noch so sehnsüchtig wartet.

Edinson Cavani (Saison 2013/14) – 64,5 Millionen Euro

Mit der Empfehlung von 104 Toren aus 138 Spielen im Dress der SSC Neapel schnappte Paris Saint-Germain im Sommer 2013 bei Edinson Cavani zu. Der Uruguayer, damals 26 Jahre alt, kam als Torschützenkönig der Serie A (28 Tore) für 64,5 Millionen Euro an die Seine. Auch sein Vertrag lief am Ende der Corona-Saison 2019/20 aus und wurde nicht verlängert. In 300 Spielen für den französischen Hauptstadtklub traf Cavani 200-mal und legte 43 weitere Treffer auf. Inzwischen geht er für Manchester United auf Torejagd.

Marquinhos (Saison 2013/14) – 31,4 Millionen Euro

Weiterer Toptransfer von PSG im Sommer 2013 war der Einkauf von Marquinhos. Brasilianer, Innenverteidiger, jung und entwicklungsfähig. Von der AS Rom für 31,4 Millionen Euro gekommen, knickte der damals 19-Jährige nicht ein, sondern bestand die Reifeprüfung und reifte zu einem der Gesichter der heutigen Mannschaft. Seit der vergangenen Saison trägt er die Kapitänsbinde. Mehr noch gehört Marquinhos inzwischen zu den besten gleichwohl auch zu den torgefährlichsten Verteidigern der Welt. In 323 Spielen für Paris netzte der inzwischen 27-Jährige schon 31-mal ein.

David Liuz (Saison 2014/15) – 49,5 Millionen Euro

Brasilianische Verteidiger scheinen im Beuteschema des langjährigen PSG-Sportdirektors Leonardo (selbst Brasilianer) zu liegen. Folglich schnappte Paris erneut im Sommer 2014 zu und lotste den auch für seinen Wuschelkopf bekannten Nationalspieler David Luiz aus London in die französische Hauptstadt. Der damals 27-jährige Innenverteidiger vom FC Chelsea galt in dieser Zeit als einer der besten und begehrtesten Spieler auf seiner Position. Die überwiesenen 49,5 Millionen Euro standen zu diesem Zeitpunkt für die höchste Ablöse, die jemals für einen Abwehrspieler ausgegeben wurden. Nach drei Jahren kehrte Luiz für 35 Millionen Euro zum FC Chelsea zurück und spielt mittlerweile beim London-Rivalen Arsenal.

Angel Di Maria (2015/16) – 63 Millionen Euro

Bei Real Madrid zum Star gereift, überzeugte der argentinische Nationalspieler Angel Di Maria bei Manchester United nicht. 2014 für 75 Millionen Euro in die englische Arbeiterstadt gewechselt, folgte nur eine Saison später der nächste Tapetenwechsel. Das Ziel: Paris. Die Ablöse: 63 Millionen Euro. Im Gegensatz zu seinem unbefriedigenden England-Intermezzo funktionierte der Außenspieler bei PSG auf Anhieb und ist bis heute ein Pfeiler der Mannschaft. Wenn sein Vertrag nach der kommenden Saison endet, ist der Argentinier 34 Jahre alt. Ob ihm ein ähnliches Schicksal wie Thiago Silva oder Edinson Cavani droht und er aussortiert wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: 88 Tore und 110 Vorlagen in 264 Einsätzen sprechen eine deutliche Sprache über seine Qualitäten und vor allem Verdienste.

Neymar (2017/18) – 222 Millionen Euro

So viel steht fest: In der Saison 2017/18 setzte PSG neue Maßstäbe, erreichte mit dem Kauf von Barcelona-Superstar Neymar eine neue Ablöse-Dimension. Für unglaubliche 222 Millionen Euro wechselte der damals 25-jährige Brasilianer von der Mittelmeermetropole an die Seine. Bis heute der teuerste Spieler aller Zeiten. Der Transfer war ein Statement, das die Erfolgsambitionen der Investoren mehr als deutlich untermauerte. Das "Juwel" Neymar, das den anfänglichen Rummel um seine Person zu genießen schien, wirkte anschließend nicht immer glücklich in Paris. Immer wieder liebäugelte er mit einer Rückkehr nach Barcelona. Verletzungen warfen den Star zusätzlich immer wieder zurück, weshalb er in noch keiner Ligue-1-Saison mehr als 20 Spiele absolvierte. Seine Ausbeute ist dennoch herausragend: In wettbewerbsübergreifend 116 Spielen steuerte Neymar 87 Tore und 52 Vorlagen bei.

Kylian Mbappe (2018/19) – 145 Millionen Euro

Nur eine Saison nach der Neymar-Verpflichtung setzte Paris das nächste Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt. 145 Millionen Euro ließ sich der Scheich-Klub die Dienste des französischen Megatalents Kylian Mbappe kosten, der von Ligakonkurrent AS Monaco kam. Der Stürmer spielte bereits die Saison zuvor für PSG auf Leihbasis, lieferte dort mit 21 Toren und 15 Vorlagen in 44 Spielen ausreichend Argumente für einen Kauf. Mit vier Toren verhalf er im Sommer 2018 Frankreich zudem zum Weltmeistertitel. Bis heute kam der inzwischen 22-jährige Wunderstürmer auf 171 Einsätze bei PSG. Die Ausbeute: 132 Tore und 61 Assists. In den vergangenen drei Liga-Saisons wurde er zudem immer Torschützenkönig.