19. Oktober 2018 / 17:01 Uhr

Parkplatz-Frust bei der BG Göttingen

Parkplatz-Frust bei der BG Göttingen

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Wie schon in den vergangenen Jahren wird der Schützenplatz Göttingen für mehrere Wochen gesperrt. Grund ist der Aufbau eines großen weißes Zelt für die „Profi Service Tage 2018“.
Wie schon in den vergangenen Jahren wird der Schützenplatz Göttingen für mehrere Wochen gesperrt. Grund ist der Aufbau eines großen weißes Zelt für die „Profi Service Tage 2018“. © Meder
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Der Göttinger Schützenplatz wird vom 26. Oktober bis 27. November gesperrt. Das hat auch Auswirkungen für die BG Göttingen. Immerhin sind in diesem Zeitraum drei Heimspiele angesetzt. Der Schützenplatz aber kann dann nicht als Parkplatz für die Besucher genutzt werden.

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Der Göttinger Schützenplatz wird vom 26. Oktober bis 27. November gesperrt. Das hat negative Auswirkungen für die BG Göttingen, wie deren Geschäftsführer Frank Meinertshagen sagt. Denn der Schützenplatz kann dann nicht als Parkplatz für die Besucher genutzt werden. In dem Zeitraum sind allerdings gleich drei Heimspiele des Basketball-Bundesligisten angesetzt.

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„Das ist äußerst ärgerlich“, sagt Meinertshagen. Bereits beim jüngsten Heimspiel gegen Würzburg sei der Schützenplatz durch das Streetfood-Festival belegt gewesen. „Das ist für unsere Besucher schon beschwerlich, weil viele von außerhalb kommen.“ Der Schützenplatz fungiere in erster Linie nicht als Parkplatz für die Sparkassen-Arena, räumt der BG-Geschäftsführer ein. Das sei der benachbarte Park & Ride-Parkplatz. Der sei aber „häufig auch schon voll“, zumindest aber „immer mindestens zur Hälfte belegt“. Meinertshagen: „Da parken ja nicht nur unsere Zuschauer.“ Dieser werde auch von Gästen der Veranstaltungen auf dem Schützenplatz, des Maschparks und der Göttinger Innenstadt genutzt.

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Die BG Göttingen gewinnt ein dramatisches Spiel gegen Würzburg. ©

Natürlich sei der Schützenplatz ein Ort für Veranstaltungen aller Art, sagt Meinertshagen. So wie er eben jetzt wieder wie schon seit einigen Jahren vier Wochen lang ein großes weißes Zelt für die „Profi Service Tage 2018“ in der Lokhalle Göttingen beherberge. „Aber echt nervig daran ist, dass es im Vorfeld überhaupt keine Abstimmung seitens der Stadt gibt. Wir werden meist gar nicht informiert“, so der BG-Geschäftsführer. „Das kann nicht sein. Wir haben eine Veranstaltung mit 3000 Leuten und wissen nicht, ob der Schützenplatz als Parkplatz zur Verfügung steht.“ Dabei sei es doch ein Leichtes für die Stadtverwaltung, sich mit Verantwortlichen der BG vor jeder Saison mal an einen Tisch zu setzen und zu schauen: „Wann spielt die BG, und was hat die Stadt vor? Was kann man an der Situation verbessern?“



Denn es sei schon vorgekommen, dass der Schützenplatz gesperrt gewesen, dort aber gar nichts passiert sei, erzählt der BG-Geschäftsführer. „Da wird dann vorsorglich alles dicht gemacht.“ Oder es stünden nur ein paar Lkw herum, der Rest des Platzes sei aber frei und könne eigentlich noch als Parkplatz genutzt werden. „Das muss man einfach besser koordinieren.“ Die BG könne das zwar anhand der Ticketverkäufe und der Auslastung der S-Arena nicht in Zusammenhang stellen. Aber, sagt Meinertshagen: „So werden unsere Zuschauer abgeschreckt.“ Das sei unnötig. Solche Probleme kenne er aus keiner anderen Stadt, in der ein Basketball-Bundesligist spiele, erklärt der BG-Geschäftsführer.

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Maike Josuks vom Fanclub Veilchen-Power sieht das ähnlich. Sie wohnt in Klein Lengden und ist auf einen Parkplatz angewiesen ist, wenn sie ein BG-Spiel besuchen möchte. So wie viele andere Fans aus dem Umland auch. „Es gibt große Fangruppen in Northeim oder in Duderstadt. Da brauchst du ein Auto. Der öffentliche Nahverkehr ist da keine Alternative“, sagt Josuks. Und der Park & Ride-Parkplatz reiche eben nicht aus. Zuletzt habe sie das wieder beim Spiel gegen Würzburg gemerkt, als der Schützenplatz gesperrt war. „Das ist für Zuschauer, die keine Hardcore-Fans sind, abschreckend“, glaubt auch sie.

„Klar würden wir uns alle freuen, wenn der Schützenplatz immer während der Basketballspiele zur Verfügung stehen würden“, sagt Alexander Frey, Geschäftsführer der Göttinger Sport & Freizeit GmbH (GöSF). Es habe sich aber in der Vergangenheit gezeigt, dass die Göttinger Fans einen Weg finden würden, wie sie dennoch ein Basketballspiel besuchen können, und dafür zum Beispiel aufs Fahrrad umsteigen. Für Fans von außerhalb seien Parkplätze aber natürlich besonders wichtig, betont Frey. Dafür gebe es den Park & Ride-Parkplatz, „der einiges aufnehmen kann“. Dort gibt es etwa 500 Parkplätze. Frey schätzt, dass der Schützenplatz auch noch mal gut 500 Stellflächen bietet. Zur Einordnung: Die BG hat 1600 Dauerkarten verkauft, zusätzlich werden pro Spieltag in etwa noch einmal genauso viele normale Tickets abgesetzt.

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BG Göttingen - MHP RIESEN Ludwigsburg (BBL Pokal) © Pförtner

Frey gibt außerdem zu bedenken, dass die Fans früher, als die BG-Spiele noch in der Lokhalle ausgetragen wurden, unter anderem ein kostenpflichtiges Parkhaus nutzen mussten. Aber, so Frey, er könne Meinertshagens Kritik an der Informationspolitik ein stückweit nachvollziehen. Es sei bislang zwischen Stadtverwaltung und GöSF nicht genau geregelt, wer wen über die Belegung des Schützenplatzes informiert. „Da sind wird im Austausch“, betont Frey. „Wir arbeiten daran, die Kommunikationswege zu verbessern.“

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