20. Januar 2019 / 19:21 Uhr

Partner Pferd: Ahlmann gewinnt Großen Preis von Leipzig

Partner Pferd: Ahlmann gewinnt Großen Preis von Leipzig

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Christian Ahlmann gewann auf Caribis den Große Preis von Leipzig. 
Christian Ahlmann gewann auf Caribis den Große Preis von Leipzig.  © Christian Modla
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Im Stechen setzten sich der 44-jährige Ahlmann deutlich vor dem Belgier Francois Mathy und dem Italiener Lorenzo de Luca durch. 

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Leipzig. Die Partner Pferd wird immer größer, immer besser, immer beliebter. Doch eine Konstante gibt es: Christian Ahlmann siegt. Der 44 Jahre alte Superstar – zuvor in Leipzig bereits sechs Mal Triumphator in Weltcup-Springen – gewinnt auch im Jahr eins nach dem emotionalen Abschied seines Traumpferdes Taloubet das wichtigste und mit 100 000 Euro höchstdotierte Springen. Am Sonntag siegte er im Stechen mit dem 12 Jahre alten Schimmel Caribis - und das nicht weniger rührend als beim tränenreichen Triumph 2018. 40 000 Euro Siegprämie und eine sündhaft teure Longines-Uhr sind die materielle Ausbeute.

Das Drehbuch des Highlights der PP Nummer 22 wäre einer romantischen Kino-Schnulze würdig. Der Held im Jahr eins nach dem Abgang seines Wunderpferdes muss es für die Gastgeber mit neuem „Material“ wieder richten, weil die (deutschen) Mitstreiter patzen.

Altmeister Ludger Beerbaum scheitert früh

Die ersten scheitern mit Abwürfen im Umlauf, Altmeister Ludger Beerbaum etwa. Der Rest patzt nach zu viel Risiko im Stechen: Erst Tobias Meyer, dann Daniel Deusser und schließlich Marcus Ehning, auf dem famosen Hengst Comme il faut ein hoch gewetteter Sieg-Kandidat. Doch schon an Hindernis zwei der Abwurf – aus der Traum. „Vielleicht bin ich zu eng angeritten. Das Pferd ist absolut super gesprungen“, hadert Ehning und nennt sein Turnier-Fazit „bescheiden“.

Vor Ahlmanns Ritt im Stechen liegt Belgiens Francois Mathy mit Uno de la Roque vor dem Italiener Lorenzo di Luca auf Armitages Boy vorn. Doch die 8000 Besucher auf den rappelvollen Tribünen warten, hoffen und setzen auf ihren Liebling Christian Ahlmann. Er ist der letzte Reiter im Stechen – das kennt er, das liebt er, das kann er. Und wie: Die beiden machen keine Fehler, der 12-jährige Hengst Caribis ist am schnellsten unterwegs: Null Fehler, Bestzeit. Die Halle tobt. Ahlmann reckt in seinem „Wohlfühl-Wohnzimmer“ (O-Ton) einige Male die Faust in die Höhe, zieht die Kappe vor dem Publikum. Das kennen alle aus dem letzten Jahr. The same procedere as every year, möchte man meinen. Nicht nur Volker Wulff findet den neuerlichen Triumph „Wahnsinn.“ Der Turnier-Chef erzählt: „Ich habe ihn vorher gefragt, welches Pferd er reitet. Aber eigentlich ist es ja egal.“

Weltmeister Boyd Exell siegt bei den Vierspännern

Bei der anschließenden Pressekonferenz wird’s lustig. Francois Mathy lobt nach seinem ersten Besuch in Leipzig „das schöne Event“ und sagt: „Wir kennen Christian. Zweiter zu werden ist alles, was wir hier tun konnten.“ Wulff tröstet den Belgier mit dem Satz: „Francois kann sich auch als Gewinner fühlen.“

Partner Pferd: Boyd Exell und sein Gespann beim Weltcup der Vierspänner

Sonst noch passiert: Wieder sorgen die Fahrer für Riesenstimmung. Weltmeister Boyd Exell lässt sich im Gegensatz zum Vorjahr nicht vom Schweizer Jerome Voutaz (Dritter) abkochen und gewinnt standesgemäß. Und Sohn Bram Chardon (Zweiter) besiegt seinen legendären Vater Ijsbrand (erstmals schwerer Fahrfehler). Dass bei den Voltigierern nur ein Paar im Pas de deux am Start war, kam nicht gut an.

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FEI-Springdirektor John Roche gibt der Partner Pferd das Prädikat „wundervolles Event“. Messe-Chef Martin Buhl-Wagner präsentiert stolz Zahlen:„74 700 Besucher an den vier Tagen sind Rekord, 2018 waren es 72 900. Es freut mich besonders, dass unser erweitertes Hallenkonzept funktioniert hat.“

Ob es Grenzen des Wachstums gibt, vermag niemand zu sagen. Volker Wulff peilt mutig 100 000 an. „Dafür brauchen wir aber wieder ein Weltcup-Finale“. Letzter Stand dazu: Zusagen für Unterstützung von der Stadt Leipzig und vom Freistaat gibt es. Bis 2021 sind die Finals vergeben. Möglich sind jetzt 2022 und 2023. „Wir werden uns für beide Jahre bewerben“, kündigt Wulff an. Ob es wie zuletzt 2011 das ganz große Paket wird, also mit Finals im Springen, Fahren, Voltigieren und der Dressur, sei noch unklar. „Vermutlich werden wir uns auf drei Disziplinen beschränken“, sagt Wulff. Also auf Springen, Fahren und Voltigieren. Das hat 2019 ja auch wieder bestens funktioniert. Und: Christian Ahlmann steht als Sieger gewiss wieder zur Verfügung. Wetten? Die 23. Partner Pferd findet vom 16. bis 19. Januar 2020 statt.

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