22. März 2016 / 00:08 Uhr

Party, Poker, Protz - Kruse fliegt beim DFB raus

Party, Poker, Protz - Kruse fliegt beim DFB raus

Jürgen Rönnau
SPORTBUZZER-Nutzer
Max Kruse wurde von Jogi Löw aus der Nati verbannt. USER-BEITRAG
Max Kruse wurde von Jogi Löw aus der Nati verbannt. © dpa
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Unter Druck: Kruse sperrt Facebook- und Instagram-Accounts.

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Max Kruse, der Reinbeker, einziger Stürmer aus Schleswig-Holstein auf internationalem Niveau, hat wieder über die Stränge geschlagen und muss dafür nun büßen. Eigentlich sollte der 28-Jährige heute zum DFB-Treffpunkt in Berlin anreisen – aber er kann zuhause bleiben. Joachim Löw hat genug von Kruses Eskapaden abseits des Fußball-Platzes, verbannte ihn vor dem Länderspiel-Start ins EM-Jahr am Samstag gegen England aus der Nationalmannschaft. Auch sein Klub VfL Wolfsburg denkt über Konsequenzen nach.

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„Max hat sich erneut unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht“, erklärte Löw, nachdem Kruse erneut im Nachtleben negativ aufgefallen war. „Ich möchte Spieler, die sich auf den Fußball konzentrieren, auch zwischen den Spielen.“ Sein großes Ziel für 2016 will er nicht vom Fehlverhalten einzelner Spieler in Gefahr bringen lassen. „Es ist sehr wichtig, dass wir da ein paar Dinge aufzeigen“, sagte Löw. „Die Europameisterschaft wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir große Ziele.“ Dafür brauche er Spieler, die fokussiert und konzentriert sind, „sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind“. Kruse sei mehrfach dieser Rolle nicht gerecht geworden. Die EM-Chance für ihn geht jetzt gegen Null.

„Die Entscheidung kann ich nachvollziehen. Max hat die Warnsignale des DFB einfach nicht verstanden. Aber die hat er auch nicht verstanden im Innenverhältnis zum VfL“, sagte Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs, der Kruse am Sonntag früh zum Rapport zitiert und ihn mit einer 25 000-Euro-Strafe belegt hatte.



Kruse hatte seinen 28. Geburtstag am Samstagabend mit Freunden in einem Berliner Club gefeiert. Dort wurde er von einer Blondine offenbar mehrfach ungefragt beim Tanzen fotografiert – bis dem Holsteiner die Pferde durchgingen. Der Wolfsburger Angreifer stürmte auf die 26-Jährige zu, entriss ihr das Smartphone und löschte die Bilder. Dumm nur, dass es sich bei der Paparazza um eine Reporterin handelte, die für Bild und BZ in Berlin eigentlich beim Basketball eingesetzt wird, und die als „Jessi.Gold“ bei Instagram ihre Party-Outfits postet. „Natürlich war ich irgendwann genervt und habe dann vielleicht unpassend reagiert“, sagte Kruse.

Der Vorfall aber war einer zuviel für den strengen Bundestrainer. Denn gerade erst hatte sein Enfant terrible Schlagzeilen gemacht, weil ihm nach einer Zockernacht in Berlin 75 000 Euro in einem Taxi abhanden gekommen waren. Und prompt kommen alte Geschichten hoch. Etwa die Bild-Story, dass Kruse mal damit geprahlt hätte, Sex mit einer Kandidatin der RTL- Show „Bachelor“ gehabt zu haben. Oder dass er bei Sport1 offen darüber redete, auch schon das Datingportal Tinder genutzt zu haben. Oder dass er zu Gladbacher Zeiten im Tarnfarben-Maserati vorgefahren war. Auch sein Videoauftritt als frauenfeindlicher „MC Max“ kam nicht gut an. Gestern ließ Kruse seine Facebook- und Instagramaccounts sperren.

Dass er ein guter Pokerspieler ist, weiß die Öffentlichkeit spätestens, seit Kruse während der WM 2014 in Las Vegas 26 800 Euro erzockte. Die WM in Brasilien hatte er übrigens verpasst, weil Löw ihn damals ebenfalls aus dem Kader verbannte – laut Sport Bild, weil er vor dem England-Länderspiel im November 2013 unerlaubt Damenbesuch im Teamhotel empfangen hatte.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!