17. Mai 2021 / 11:26 Uhr

Party-Schlager, Bier und Hymne: So feiern die Wolfsburg-Profis den Königsklassen-Einzug

Party-Schlager, Bier und Hymne: So feiern die Wolfsburg-Profis den Königsklassen-Einzug

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL-Jubel in Leipzig: Trainer Glasner und sein Team feiern den Einzug in die Champions League.
VfL-Jubel in Leipzig: Trainer Glasner und sein Team feiern den Einzug in die Champions League. © Imago Images
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Nach dem Einzug in die Champions League gab's bei den Profis des VfL Wolfsburg kein Halten mehr. Nach dem 2:2 am Sonntagabend bei RB Leipzig wurden aus den VfLern Feierbiester.

Als Schiri Felix Zwayer das letzte Auswärtsspiel des VfL in dieser Saison am späten Sonntagabend abpfiff, gab es beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten kein Halten mehr. Verständlich, denn Maximilian Arnold und Co. haben mit dem 2:2 bei RB Leipzig einen Spieltag vorm Saisonende zum dritten Mal in der VfL-Historie den Einzug in die Champions League unter Dach und Fach gebracht.

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„Ich kann meinen Kindheitstraum leben, den ich schon mal angefangen habe zu leben“, sagte Arnold, der schon 2015 mit dem VfL in der CL gespielt hatte, dem NDR. „Das ist eine Riesensache. Ich freue mich brutal darauf.“ Nicht nur er freut sich auf Real Madrid und Co. – auch seine Kollegen flippten aus vor Freude. In der Kabine wurde ausgiebig getanzt, VfL-Torjäger Wout Weghorst zeigte bei Instagram ein Video aus der Umkleide, in der die Stimmung überschwappte. Danach ging die Party im Bus weiter. Es gab Bier, Partyschlager wie „Cordula Grün“, Torwart-Talent Lino Kasten stimmte die VfL-Hymne „Immer nur du“ an.

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Passend war auch der Empfang für die VfL-Helden im Wolfsburger Quarantäne-Hotel Ritz Carlton. Als die Spieler nachts ankamen, dröhnte aus den Boxen die Champions-League-Hymne, Mitarbeiter des Hotels applaudierten, als die Profis durch die Hotel-Lobby spazierten. „Es ist ziemlich schade, dass die Fans nicht dabei sein können“, sagte Arnold, der im Moment des Erfolgs an die schweren Jahre 2017 und 2018 dachte, als der VfL sich erst in der Relegation hatte retten können. Für Team und Anhänger sei es jetzt „etwas Brutales, wie schnell es nach oben gegangen ist. Was diese Jahre alles bewirkt haben und wie stetig es nach oben ging und jetzt nächstes Jahr Champions League – das ist ja völlig verrückt“, fügte das VfL-Eigengewächs, das in Leipzig sein 250. Bundesliga-Spiel für die Wolfsburger machte, hinzu.

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„We are back“, wir sind zurück, stand auf den T-Shirts, die sich die Profis nach dem Erreichen der CL überzogen – Trainer Oliver Glasner genoss die ausgelassene Freude seiner Spieler, nachdem der Traum von der Champions League wahr geworden war. Wo ordnet er diesen Erfolg in seiner Karriere ein? „Ich bin keiner, der gern zurückschaut, und keiner, der sich für das, was er irgendwann mal erreicht hat, auf die Schulter klopfen lässt, denn es geht ja so schnell wieder weiter“, sagte der Coach – und blickte auf seine jüngere Vergangenheit als Trainer zurück, als er auch mit dem Linzer ASK Großes schaffte. „Die letzten vier Jahre, als wir mit Linz aufgestiegen sind, im ersten Jahr dann den Europapokal erreicht haben, im zweiten Jahr die Champions-League-Quali und dann haben wir uns hier für den Europapokal qualifiziert und haben dieses Jahr noch eins draufgesetzt: Ich denke, man sieht eine Entwicklung. Für uns Trainer ist es immer das Schönste, wenn das, was wir den Spielern erzählen, was wir mit ihnen trainieren, dass das Früchte trägt, dass sie das erfolgreich umsetzen können.“

Glasner lobte die Geschlossenheit und den Spirit seines Teams. Der Österreicher weiter: „Wir sind so viele Stunden jeden Tage zusammen und haben ein richtig gutes, angenehmes Arbeitsklima mit dem gesamten Betreuerteam. Das gibt mir die größte Zufriedenheit – darauf bin ich stolz.“ Deshalb ordne er den Champions-League-Einzug „in meiner persönlichen Ranking sehr weit oben ein, aber ich weiß auch, dass alles schnell wieder vergessen wird, wenn die neue Saison kommt“

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Apropos neue Saison – ist Glasner dann noch VfL-Trainer? Der Coach wich bei diesen Fragen erneut aus. Die Bühne gehöre jetzt der Mannschaft, seine eigene Zukunft sei gerade zweitrangig, sagte er. Sein Leipziger Amtskollege Julian Nagelsmann lobte: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Wolfsburg sich für die Champions League qualifiziert. Das ist eine Top-Entwicklung, die ihm zuzuschreiben ist“, sagte Nagelsmann – und meinte damit Glasner. Die Entwicklung in Wolfsburg sei außergewöhnlich, vor allem der Teamgeist beeindruckend. „Er hat mit uns die Champions League erreicht und ich glaube, er hat noch nie eine Champions-League-Mannschaft trainiert – es wäre komisch, wenn er jetzt gehen würde“, sagte Arnold, zu dem Glasner einen guten Draht hat. Dass es im Fußball immer viele Spekulationen gebe, sei normal. „Ich bin ja auch schon ein paar Jahre dabei“, so Arnold, „ich glaube, wenn er Ende Juni die Vorbereitung mit uns startet, dann ist er unser Trainer.“