05. Oktober 2021 / 15:42 Uhr

Pascal Breier: Mit kleinen Schritten zurück ins Team

Pascal Breier: Mit kleinen Schritten zurück ins Team

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Premiere für Pascal Breier (l., im Zweikampf mit Marcel Benger): Der Hansa-Stürmer bekam gegen Kiel seine ersten Minuten in der 2. Bundesliga.
Premiere für Pascal Breier (l., im Zweikampf mit Marcel Benger): Der Hansa-Stürmer bekam gegen Kiel seine ersten Minuten in der 2. Bundesliga. © Lutz Bongarts
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Neun Spiele lang musste Pascal Breier auf seinen ersten Einsatz in der 2. Bundesliga warten. Nach einem schwierigen Saisonstart will sich der Angreifer langsam wieder in die Mannschaft kämpfen.

Pascal Breier ist vom Typ her eher Frohnatur als Stinkstiefel. Und deshalb konnte er der kleinen Geste, die Jens Härtel für ihn bereithielt, zumindest ein bisschen was abgewinnen. Der Trainer wechselte den Stürmer am Sonnabend beim 2:0-Sieg gegen Holstein Kiel in der 88. Minute für Ridge Munsy ein und schenkte ihm so die ersten 180 Sekunden für seine offizielle Statistik in der 2. Bundesliga.

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„Das war jetzt wenigstens mal der erste Einsatz“, sagte der 29-Jährige mit etwas Abstand am Montag. „Darauf bin ich schon ein bisschen stolz. Und natürlich auch zufriedener, als wenn ich gar nicht gespielt hätte. So fühlt man sich irgendwie ein bisschen mehr zugehörig zur Mannschaft.“

Kränkelnder Breier verliert Anschluss

Situationen wie die aktuelle kennt Breier bisher nicht aus seiner sportlichen Laufbahn. Weder in der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart noch bei Sonnenhof Großaspach und auch nicht in seiner bisherigen Zeit bei Hansa war der Offensivmann für längere Zeit außen vor. In der laufenden Saison stand Hansas Toptorjäger der vorletzten Saison (15 Treffer) bisher überhaupt erst dreimal im Kader. „Deswegen war das jetzt wichtig für mich. Um einfach mal zu sehen, dass ich nicht so weit weg bin.“

Dabei sei er eigentlich ganz gut in die Saison gekommen, zumindest in die Vorbereitung, so Breier. Fünf Tore in fünf Spielen. Von der Konkurrenz traf nur Streli Mamba (9 Treffer) häufiger, John Verhoek (3) und Ridge Munsy (2) hatte der Schwabe diesbezüglich im Griff. Eine Adduktoren-Verletzung kostete Breier dann aber die Generalprobe gegen Braunschweig sowie die ersten beiden Ligaspiele – und mittelfristig einen Platz im Team.

Warum Breier auch in der Folge nicht zum Zug kam, habe ihm Coach Härtel „nicht direkt“ erklärt. „Aber es ist natürlich schwierig, wenn es jetzt bei John (Verhoek/d. Red) ganz gut läuft.“ Doch auch zuletzt kränkelte er wieder. „Eine Woche erkältet, dann eine Woche individuelles Training und dann nochmal eine mit der Mannschaft. Ich merke schon, dass da noch was fehlt.“

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Zur Not auch auf dem ungeliebten Flügel

Entsprechend gelegen kommt dem Angreifer, der seit Januar 2018 in Rostock ist und damit hinter Lukas Scherff und Julian Riedel zu den dienstältesten Hansa-Profis zählt, die bevorstehende Länderspielpause. „Ich will die zwei Wochen nutzen, um Kraft zu tanken und fitter zu werden“, so Breier. Und dann will er wieder angreifen.


Denn leben kann er auf Dauer nicht mit der Situation. „Glücklich bin ich nicht. Aber ich kann mich damit anfreunden, wenn es wenigstens kleine Schritte nach vorne gibt. Also beim nächsten mal vielleicht 10 oder 15 Minuten Spielzeit.“ Sein Ziel ist es, bis zum Winter noch so viele Einsatzminuten wie möglich zu sammeln. Und wenn auch nur auf der ungeliebten Flügelposition.

An mehr will er erstmal nicht denken. „Es wäre vermessen, wenn ich jetzt sage, dass ich noch ein, zwei Tore machen will, solange es bei den Kurzeinsätzen bleibt. Es ist schwierig, sich so etwas vorzunehmen, wenn man kurz vor Schluss reinkommt, ganz alleine vorne ist und nur noch versucht, um jeden Ball zu kämpfen, um ein bisschen Zeit zu gewinnen.“

Und weil Pascal Breier, der kurz vor Weihnachten 2019 seinen Vertrag langfristig bis 2023 verlängert hatte, eher Frohnatur als Stinkstiefel ist, weiß er auch, „dass es nichts nutzt, zu schmollen. Ich will mich Schritt für Schritt wieder reinspielen. Und ich denke, dass ich dann auch meinen Beitrag leisten werde, damit wir in der Liga bleiben.“