21. Februar 2021 / 11:44 Uhr

Pascal Sohm knipst – und Dynamo Dresden startet neue Serie

Pascal Sohm knipst – und Dynamo Dresden startet neue Serie

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Der Ball ist wohl gerade so hinter der Linie – Torschütze Pascal Sohm schaut hinterm Pfosten hervor, von dem sein Kopfball aus zum 1:0 ins Zwickauer Gehäuse geht. FSV-Schlussmann Johannes Brinkies (l.) kommt zu spät.
Der Ball ist wohl gerade so hinter der Linie – Torschütze Pascal Sohm schaut hinterm Pfosten hervor, von dem sein Kopfball aus zum 1:0 ins Zwickauer Gehäuse geht. FSV-Schlussmann Johannes Brinkies (l.) kommt zu spät. © Frank Kruczynski
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Der ungefährdete 2:0-Erfolg beim FSV Zwickau war der dritte Sieg in Folge. Die Schwarz-Gelben waren im Sachsenderby zwar überlegen, doch insbesondere ihr zweites Tor war sehr umstritten.

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Zwickau/Dresden. Es läuft wieder beim Drittliga-Spitzenreiter. Nach schwierigen Tagen im Januar mit Spielabsagen, Verletzungspech, Sperren und Corona-Quarantäne feierte Dynamo Dresden am Sonnabend auswärts beim FSV Zwickau mit einem ungefährdeten 2:0 (2:0) den dritten Sieg in Folge. „Das war eine absolut reife Leistung. Wenn man so Fußball spielt, bleibt man auch oben stehen. Großes Kompliment an die Jungs vor mir, die mir einiges erspart haben“, meinte SGD-Torwart Kevin Broll, der über 90 Minuten in der GGZ-Arena kaum gefordert war.

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„Am Ende steht unterm Strich ein verdienter Sieg für uns“, bilanzierte Cheftrainer Markus Kauczinski, der sich an seinem 51. Geburtstag über drei Punkte im Aufstiegskampf freuen durfte. Den Zwickauern attestierte er eine Leistung mit „viel Einsatz und Herz“. Dabei war das Sachsenderby zwischen beiden Vereinen, deren Fanlager einander eng verbunden sind und für das der FSV 16.825 Geistertickets verkaufen konnte, keinesfalls nur ein Freundschaftskick, auch wenn es stets fair blieb auf dem bedingt durch den Sonnenschein halbwegs passablen Rasen.

DURCHKLICKEN: Das war das 2:0 der SG Dynamo Dresden in Zwickau

Die SG Dynamo Dresden gewinnt das Sachsenderby beim FSV Zwickau mit 2:0. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden gewinnt das Sachsenderby beim FSV Zwickau mit 2:0. ©

Dass Kauczinski auf körperliche Gegenwehr setzte, war schon durch die Aufstellung klar. Das nunmehr 28-jährige Geburtstagskind Niklas Kreuzer, zuletzt beim 3:1-Sieg gegen Lübeck bester Mann auf dem Platz, musste auf die Bank. Immer mal gezwickt habe es während der Trainingswoche beim Winter-Neuzugang, der nicht verheizt werden solle. Ihn ersetzte positionsgetreu Ransford Königsdörffer, der nach seiner Sperre aufgrund der Gelben Karte vom 1:o-Erfolg beim 1. FC Magdeburg wieder zur Verfügung stand. Es war die einzige Änderung im Vergleich zur Startelf der Vorwoche.

Torschütze Sohm bedankt sich für das Vertrauen

Das bedeutete ebenfalls etwas überraschend auch, dass Toptorschütze Philipp Hosiner erneut nicht von Beginn an auflief, sondern Pascal Sohm. „Im Moment ist er einfach frisch, hat gut trainiert. Und er ist ein robuster Spieler, der gerade bei einer standardstarken Mannschaft wie Zwickau beim Verteidigen von Ecken was bringen kann“, begründete Markus Kauczinski seine Maßnahme, die sich als genau richtig erwies. In der Tat nämlich gab es viele Eckbälle auf beiden Seiten – eine davon nutzte Sohm per Kopf zum 1:0-Führungstreffer (38.).


„Es fühlt sich natürlich gut an, wenn man so ein Vertrauen geschenkt bekommt, obwohl ich letzte Woche nicht getroffen habe. Ich konnte es heute auch zurückzahlen in Form von Statistiken. Ich bin megahappy über den Sieg“, strahlte der zu Saisonbeginn lange verletzte Ex-Hallenser über sein drittes Saisontor. Er hatte die maßgeschneiderte Hereingabe von Paul Will an den Innenpfosten gelenkt, von wo aus der Ball wohl ganz knapp hinter die Torlinie sprang. FSV-Schlussmann Johannes Brinkies fischte ihn zwar schnell wieder raus, doch das Gespann um Schiedsrichter Patrick Kessel legte sich sofort fest und gab den Treffer.

Umstrittener Foulelfmeter führt hur Vorentscheidung

Er sollte der Dosenöffner in dieser Partie sein, bei der die Sportgemeinschaft zwar vor allem in Halbzeit eins den Gastgebern klar überlegen, aber erst nach etwa einer halben Stunde wirklich gefährlich vorm Tor war. Auch bei der zweiten entscheidenden, sogar noch deutlich umstritteneren Szene des Tages war Pascal Sohm beteiligt. Kurz nach Beginn der Nachspielzeit des ersten Durchgangs schoss er FSV-Verteidiger Steffen Nkansah bei einer Hereingabe aus kurzer Distanz an den Arm – auch hier zögerte Kessel nicht und zeigte auf den Punkt.

DURCHKLICKEN: Die Noten zum Spiel in Zwickau

(1) Kevin Broll: Gleich zu Beginn bei zwei Eckbällen gefordert, den zweiten (14.) pariert er erst per Faust und dann im Nachfassen. Riskante Showeinlage gegen König, als er an der Strafraumgrenze den Ball mit der Brust annimmt und aus der Gefahrenzone jongliert (36.). Insgesamt hat der Torwart relativ wenig zu tun – und wenn er gebraucht wird, ist er auf dem Posten. Note: 2 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Gleich zu Beginn bei zwei Eckbällen gefordert, den zweiten (14.) pariert er erst per Faust und dann im Nachfassen. Riskante Showeinlage gegen König, als er an der Strafraumgrenze den Ball mit der Brust annimmt und aus der Gefahrenzone jongliert (36.). Insgesamt hat der Torwart relativ wenig zu tun – und wenn er gebraucht wird, ist er auf dem Posten. Note: 2 ©

„Der Handelfmeter war ein Witz“, echauffierte sich Nkansah. In der Tat eine sehr glückliche Entscheidung aus Dresdner Sicht, denn der Arm war zumindest nahezu angelegt. „Er blockt ihn mit dem Arm. Nach meiner subjektiven Meinung kann man den auf jeden Fall geben“, meinte Pascal Sohm, während Markus Kauczinski einschätzte: „Darüber kann man diskutieren. Wir hatten solche Situationen schon gegen uns gehabt, wo man am Ende gar nicht weiß, ist das ein Elfmeter oder nicht. Wahrscheinlich gleicht sich das irgendwann irgendwie aus.“

Dynamo will gegen Bayner-Nachwuchs Revanche für die 0:3-Pleite nehmen

Christoph Daferner war’s egal: Er schoss den Strafstoß flach und zentral in die Maschen (45.+2). Mit seinem achten Saisontor zog er mit Philipp Hosiner gleich – direkt danach war Pause. „Zu diesem undankbaren Zeitpunkt war das ein Knackpunkt im Spiel. Nach einem 0:2 gegen diese stabile Mannschaft zurückzukommen, ist schwierig“, erklärte FSV-Chefcoach Joe Enochs, der nach einem verletzungsbedingten frühen Wechsel (Hehne für Möker, 18.) noch drei frische Kräfte in Halbzeit zwei brachte. Eine Wende erzielte er dadurch nicht, die Partie war dafür etwas ausgeglichener und umkämpfter. Einzig der in der 73. Minute für Manfred Starke eingewechselte Maximilian Wolfram hatte den Anschluss auf dem Fuß, zielte aber knapp daneben (85.).

Kauczinski nahm zum Schluss mit zwei Wechseln noch etwas Zeit von der Uhr und konnte kurz darauf eine gelungene Revanche für die 1:2-Pleite aus der Hinrunde bejubeln, Dynamos bislang einzige Heimniederlage in dieser Saison. Bei der 0:3-Niederlage im Hinrundenduell bei Bayern München II sahen die Schwarz-Gelben ebenfalls schlecht aus. Am Mittwoch können sie im Nachholspiel gegen die Bayern-Bubis auch diese Scharte auswetzen und ihren Vorsprung als Tabellenführer auf sechs Punkte ausbauen. Sport-Geschäftsführer Ralf Becker will, dass die Mannschaft direkt anknüpft: „Natürlich sind wir mit der Entwicklung momentan sehr zufrieden, aber unser Anspruch ist, das jede Woche zu bestätigen.“