24. September 2019 / 10:04 Uhr

England-Legionär Patrick Bauer vor Duell gegen Manchester City: "Ein Traumlos"

England-Legionär Patrick Bauer vor Duell gegen Manchester City: "Ein Traumlos"

Hendrik Buchheister
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Patrick Bauer trifft mit Preston North End am Dienstag auf Manchester City
Patrick Bauer trifft mit Preston North End am Dienstag auf Manchester City © imago images/PA Images
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Patrick Bauer stammt ursprünglich aus der Nähe von Stuttgart und spielt jetzt für Preston North End. Mit dem englischen Zweitligisten trifft er am Dienstag im Ligapokal auf Manchester City - vorher spricht er im SPORTBUZZER-Interview.

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Wenn man an Deutsche denkt, die im englischen Fußball aktiv sind, dann denkt man an Jürgen Klopp, Leroy Sané oder Mesut Özil. An Patrick Bauer denkt man nicht. Der Abwehrspieler stammt aus der Jugend des VfB Stuttgart und kam über Marítimo in Portugal zum Londoner Klub Charlton Athletic. Wie Per Mertesacker bei Arsenal wurde er von den Fans zum “Big fucking German” ernannt. Seit dieser Saison spielt Bauer bei Preston North End. Mit dem Zweitliga-Dritten empfängt er an diesem Dienstag im Ligapokal Manchester City. Im Interview spricht der 26-Jährige über die Partie gegen Pep Guardiolas Star-Ensemble, die Stimmung in den englischen Stadien und seine Ziele.

SPORTBUZZER: Ist Manchester City ein Traumlos oder ein Albtraum?

Patrick Bauer: Ein Traumlos. Es ist etwas ganz Besonderes, gegen den englischen Meister zu spielen. Die Vorfreude bei der Mannschaft und den Fans ist riesig. Als ich die Auslosung im Fernsehen gesehen habe, dachte ich: Wow, da kommt ein richtig tolles Spiel auf uns zu.

Es könnte aber auch bitter werden. Manchester City hat in der Liga gerade den FC Watford 8:0 abgeschossen.

Das stimmt, aber daran denken wir nicht. Wir haben in dieser Saison alle unsere Heimspiele gewonnen. Im Pokal ist alles möglich. Das hat man im vergangenen Jahr gesehen, als Manchester City bei Wigan Athletic aus dem FA-Cup geflogen ist. In der Liga hat die Mannschaft gegen Norwich verloren. Damit hätte auch niemand gerechnet. Ich freue mich einfach, mich mit Superstars wie Raheem Sterling zu messen oder vielleicht ein paar Worte mit Guardiola zu wechseln. Er spricht ja auch Deutsch.

Sie sind vor sieben Jahren aus Stuttgart ins Ausland gewechselt, erst nach Portugal, dann nach England. Sind Sie ein Abenteurer?

Ich hatte in Stuttgart einfach keine Zukunft mehr. Da fragte mein Berater, ob ich mir den Wechsel nach Portugal vorstellen konnte. Es ist eine tolle Erfahrung, im Ausland zu spielen, auch menschlich, klar. Aber es geht mir nicht um das Abenteuer. Ich will mich sportlich weiter entwickeln.

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In der vergangenen Saison schoss Bauer Charlton zum Aufstieg: "Einfach unglaublich"

In der vergangenen Saison haben Sie Charlton Athletic im Wembley-Stadion zum Aufstieg in die zweite Liga geschossen. Wie war das?

Einfach unglaublich. Wembley ist riesig, das größte Stadion, in dem ich je gespielt habe. Da bekommt man schon beim Einlaufen Gänsehaut. Dann so ein wichtiges Tor zu schießen – das vergisst man sein ganzes Leben nicht mehr. Charlton hat mir danach einen neuen Vertrag angeboten. Aber ich fand, dass der Wechsel nach Preston der bessere Schritt für meine Karriere war.

Ging die Umstellung von der Metropole London auf das beschauliche Preston gut?

Auf jeden Fall. Preston ist viel ruhiger, viel ländlicher, es gibt viele Parks. Das erinnert mich an meine Heimat in Deutschland. Ich habe mit meiner Frau eine kleine Tochter. Da passt es besser, nicht mehr in der Großstadt zu wohnen.

Die Premier League gilt als die beste Liga der Welt. Auch die zweite Liga hat einen guten Ruf. Ist der Fußball in England wirklich so viel besser als in Deutschland?

Ich kann das schwer vergleichen, weil ich schon lange aus Deutschland weg bin. Der große Unterschied für mich ist, dass es hier viel mehr Spiele gibt. Wir spielen oft zweimal die Woche. Es heißt ja nicht umsonst Englische Woche. Das finde ich richtig geil.

Bauer: "Ich würde auch gerne irgendwann in der Premier League spielen"

Sie sind in Deutschland vergleichsweise unbekannt. Beneiden Sie bekanntere England-Legionäre wie Sané oder Gündogan?

Klar, man denkt schon manchmal, dass man gerne an ihrer Stelle wäre. Aber ich bin ja auch erst 26 und habe noch Ziele. Ich würde auch gerne irgendwann in der Premier League spielen. Bei Huddersfield Town oder Norwich City hat man ja gesehen, dass man das als Deutscher schaffen kann, auch wenn man nicht unbedingt ein Superstar ist.

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Englische Stadien wie Old Trafford oder die Anfield Road sind Kultstätten. Waren Sie in Ihrer Freizeit schonmal da?

Leider nicht, aber sie stehen auf meiner Liste. Preston ist ja nicht so weit weg von Manchester und Liverpool. Ich war ein paar Mal bei Arsenal. Mit Arsenal-Torwart Bernd Leno habe ich in der Jugend in Stuttgart zusammen gespielt. Er hat mir Karten besorgt.

Wie finden Sie die Stimmung in den englischen Stadien?

Hier werden nicht nur Tore oder schöne Pässe bejubelt, sondern auch eine gelungene Grätsche oder ein gewonnenes Kopfball-Duell. Das freut mich als Abwehrspieler besonders.

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In der Premier League drückt Bauer Klopp die Daumen

Wem drücken Sie im Kampf um die Meisterschaft die Daumen – Manchester City oder dem FC Liverpool?

Ich habe mich sehr gefreut, dass Liverpool die Champions League gewonnen hat. Jetzt würde ich Liverpool auch die Meisterschaft gönnen. Jürgen Klopp ist ein toller Trainer.

Erstmal wollen Sie im Ligapokal seinen Konkurrenten Pep Guardiola ärgern. Was erwarten Sie von dem Spiel?

Es wird ein schwerer Test. Auf jeden Fall für uns – und hoffentlich auch für Manchester City.

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