06. April 2021 / 18:05 Uhr

Patrick Ebert gewinnt bei Aktion von Maik Franz und Sami Allagui 15.000 Euro für die Potsdamer Arche

Patrick Ebert gewinnt bei Aktion von Maik Franz und Sami Allagui 15.000 Euro für die Potsdamer Arche

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Patrick Ebert: kommt vom FC Ingolstadt 04; Vertrag bis 30. Juni 2019.
Patrick Ebert spielte bis zum Sommer für Dynamo Dresden, seit Oktober läuft er für den griechischen Zweitligisten Xanthi FC auf. © Dynamo Dresden/Dennis Hetzschold
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Der Potsdamer Fußballer Patrick Ebert, der aktuell in der zweiten griechischen Liga für Xanthi FC spielt, siegt beim virtuellen Arche-Cup seiner ehemaligen Hertha-Kollegen und gibt das Geld an die Arche in seiner Heimatstadt.

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Der Countdown zählte von zehn abwärts, danach jubelten die Kinder der Arche in Potsdam-Drewitz überschwänglich. Es war das Ende des Arche-Cup-Finales am Montagabend, das der Fußball-Profi Patrick Ebert für sie gewonnen hatte und der Potsdamer Arche 15.000 Euro einbrachte. „Die Stimmung war grandios“, berichtete Christoph Olschewski, der Potsdamer Standortleiter. „Das Geld wird für unsere Tätigkeit vor Ort eingesetzt wie unserer Coronahilfe, Workshops, Bildungshilfen aller Art samt unserem Ferienprogramm. Ein kleiner Teil fließt natürlich auch in die Siegerparty im Sommer. Unsere Kinder und Jugendlichen wollen den Pokal mit Patrick Ebert feiern“, kündigte Olschewski an.

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Dann will Ebert bei der Arche vorbeikommen, die sich für sozial benachteiligte Familien und insbesondere deren Kinder einsetzt und in Kontakt mit rund 130 Kindern und 30 Jugendlichen steht. „Wir haben etwas Wunderbares erreicht und zwar, dass die Kinder ein Lächeln im Gesicht haben und sich riesig freuen“, schrieb Ebert, der in Potsdam geboren wurde und beim griechischen Zweitligisten Xanthi FC spielt, auf seiner Instagram-Seite.

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Klickt Euch durch die Galerie der 50 ehemaligen Spieler von Hertha BSC. ©

Initiator des Arche-Cups war Ex-Hertha-Profi Maik Franz, der gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitspieler Sami Allagui die Aktion ins Leben gerufen hatte. „Ehemalige Kollegen wie Pablo Thiam und Fabian Lustenberger waren zuvor schon für die Arche tätig, die Seriosität und Transparenz haben uns dazu bewogen, uns für das Projekt zu entscheiden“, erzählt Franz, der inzwischen in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) lebt.

Für den Arche-Cup trommelten er und Allagui sechs weitere Fußball-Kollegen zusammen, die für einen Arche-Standort mitspielten. Franz beispielsweise für Frankfurt, Ex-Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger für Kreuzlingen in der Schweiz und Ebert eben für Potsdam. Als Kapitäne ihrer Teams akquirierten die acht jeweils zehn weitere Mitspieler, die ein signiertes Trikot für eine Versteigerung zur Verfügung stellten. Online traten die Teams dann virtuell gegeneinander an und die Nutzer konnten für das Team abstimmen, das gewinnen sollte.

Sami Allagui (l.) und Maik Franz haben den Arche-Cup organisiert, hinter den beiden hängen die Trikots der sechs weiteren Mannschaftskapitäne der insgesamt acht Teams. 
Sami Allagui (l.) und Maik Franz haben den Arche-Cup organisiert, hinter den beiden hängen die Trikots der sechs weiteren Mannschaftskapitäne der insgesamt acht Teams.  © Julia Stiller

„Zuerst hatte ich zehn ganz enge Kumpels in der Mannschaft. Dann kam Sami plötzlich mit Mesut Özil um die Ecke, der hat 24 Millionen Fans bei Instagram. Da dachte ich gleich: Ich brauche jetzt noch ein paar Follower-starke Jungs“, erzählt Franz. Über seinen ehemaligen Wolfsburger Teamkollegen Robson Ponte kam er so sogar zu einem Trikot des brasilianischen Superstars Neymar, auch Manuel Neuer und Ivan Rakitic gehörten zu seiner Mannschaft. „Wenn der Zweck stimmt, dann steht die Fußballer-Familie zusammen, das war für mich das Beeindruckendste“, sagt Franz, der nach einigen Jahren im Management des 1. FC Magdeburg inzwischen für das Sport-Versicherungs-Unternehmen des ehemaligen Eishockeyspielers Ernst Köpf arbeitet, der auch das Preisgeld für den Arche-Cup gesponsert hat.

Boateng-Brüder, Sane und Haaland im Ebert-Team

Bei Ebert im Team tummelten sich Stars wie Leroy Sane, Erling Haaland oder Kevin-Prince und Jerome Boateng, die mit ihrer großen Präsenz in den sozialen Medien das Team des Potsdamers schließlich zum Sieg führten. „,Ebi’ ist ein absolut verdienter Sieger, weil er mit Herz, Leidenschaft und vielen Emotionen alles für seinen Arche-Standort gegeben hat. Ich bin auch echt nicht nah am Wasser gebaut, aber als mir ,Ebi’ das Video der Potsdamer Kinder geschickt hat, war ich schon echt ergriffen“, erzählt Franz, der selbst Vater von zwei Söhnen ist und im vergangenen Jahr bereits einen Spendenaufruf für den Vogelpark in Teltow gestartet hatte.

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Zu seiner aktiven Zeit habe er sich relativ viel sozial engagiert, erzählt Franz, der beispielsweise in seiner Zeit beim Karlsruher SC der Kinderkrebsstation des Krankenhauses für jede Gelbe Karte 500 Euro gespendet hat. „Da kam damals einiges zusammen“, sagt der 39-Jährige, der wegen seiner kompromisslosen Spielweise den Spitznamen „Iron Maik“ („Eiserner Maik“) trug, mit einem Lachen. Dieses Engagement möchte er nun wieder verstärken – ein zweiter Arche-Cup sei auf jeden Fall eine Option. Zu den 15.000 Euro für die Arche in Potsdam kamen noch rund 30.000 Euro aus der Versteigerung der 88 Trikots zusammen, dieses Geld geht ebenfalls – standortunabhängig – an die Arche.

Patrick Ebert: 148 Spiele für Hertha BSC

Patrick Ebert wurde am 17. März 1987 in Potsdam geboren und spielte von 1998 bis 2012 für Hertha BSC, wo er im August 2006 in der Bundesliga debütierte. Insgesamt absolvierte er 148 Spiele für die Berliner. 2012 wechselte er zu Real Valladolid, Spartak Moskau, dem FC Ingolstadt und Dynamo Dresden, seit Oktober spielt er in Griechenland.