06. Januar 2019 / 18:55 Uhr

Paukenschlag beim NTSV Strand 08: Sieben Spieler verlassen Masters-Sieger Strand 08 mit sofortiger Wirkung

Paukenschlag beim NTSV Strand 08: Sieben Spieler verlassen Masters-Sieger Strand 08 mit sofortiger Wirkung

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Nach dem Turniersieg hatten alle gut Lachen. Der Erfolg wurde gebürtig gefeiert, auch wenn einige der Stammkräfte ab sofort nicht mehr für NTSV Strand auflaufen.
Nach dem Turniersieg hatten alle gut Lachen. Der Erfolg wurde gebürtig gefeiert, auch wenn einige der Stammkräfte ab sofort nicht mehr für NTSV Strand auflaufen. © Volker Giering
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Dafür wurde ein Nachfolger für Trainer Daniel Safadi, der zu Phönix Lübeck ging, gefunden.

In der anschließenden Pressekonferenz waren sich die Trainer und SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer einig, dass der NTSV Strand 08 ein würdiger, verdienter Sieger des 21. SHFV-Lotto-Hallenmasters ist. Im Finale bezwangen die „Strandpiraten“ den Vorjahressieger, vierfachen Titelträger und Regionalligisten SC Weiche Flensburg 08 mit 4:3 (wir berichteten) und kassierten als Lohn eine Siegprämie von 5000 Euro. Einige Spieler feierten den Erfolg bis in die Morgenstunden in der Lübecker Disco A1. Hier geht es zur Siegerehrung.

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Gewinnertypen von Strand 08. Bester Torwart und Bester Spieler des Turniers.
Gewinnertypen von Strand 08. Bester Torwart und Bester Spieler des Turniers. © Kristof Rönnau

„Die beste Mannschaft hat gewonnen“, sagten alle unisono. Nach dem dritten Platz im Vorjahr setzte sich die Elf von Teamchef Frank Salomon damit erstmals die Krone bei der fünften Teilnahme auf. Zudem stellten die Ostholsteiner mit Denis Klassen den besten Torwart (wie schon im Vorjahr) und mit Marcello Meyer den besten Spieler des Turniers. Für „Cello“ war es bereits die dritte persönliche Auszeichnung nach 2015 und 2016.

Salomon überlies Sievers das Zepter

Salomon verfolgte die Spiele nicht an der Bande, wo er Routinier Jan-André Sievers wie schon beim Confima-Cup die Verantwortung überlies, sondern auf der Tribüne der Sparkassen-Arena neben seiner Ehefrau Claudia. Leidenschaftlich fieberte er mit und sprang immer wieder auf. „Das war ein ganz außergewöhnlicher Erfolg. Einfach grandios, was die Mannschaft geleistet hat“, sagte der 54-Jährige, „wir wurden von einer großen Motivation getragen.“ Kein Wunder, denn es war das letzte Mal, dass die „Strandpiraten“ in dieser Form aufgelaufen sind. „Es stehen bei uns große Veränderungen an. Das hat auch nochmal bewirkt, dass die Jungs für einzelne Personen gespielt haben“, betonte Salomon und verwies auf Betreuer Willi Flemming. Die Strander Legende, die seit über 50 Jahren Vereinsmitglied ist, hört wie auch Salomon im Sommer bei den Timmendorfern auf. Später in der Kabine stemmte der sympathische Flemming (geht immer noch an Krücken) stolz den Pokal hoch. „Wir freuen uns riesig für ihn. Das war ein tolles Erlebnis, dass die Spieler in Gedanken behalten werden“, meinte ein glücklicher Salomon.

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Droht den Strandpiraten der Zerfall?

Gleich sieben Spieler verlassen den Klub mit sofortiger Wirkung. Während es Jannick Gerlach (25) aus privaten Gründen (O-Ton von Salomon) zu Verbandsligist Eichholzer SV zieht und Jan-Luca Holst (20) zu Landesligist Grün-Weiß Siebenbäumen (der Wechsel ist endgültig fix) zurückkehrt, wechseln Kapitän Marco Pajonk (27), Vizekapitän Marcello Meyer, Jan-Andre Sievers (31) und Torwart Yilmaz Caglar (28) zum Landesliga-Dritten 1. FC Phönix Lübeck. Diese Namen waren schon vor einigen Wochen durchgesickert. Damit folgt das Quartett dem Ruf vom Ex-Strander Trainer Daniel Safadi, der sich das Masters übrigens im Strander Fanblock wie auch die Phönixer Dirk Brestel (Co-Trainer), Ralf Beuthe (Schatzmeister) und Manuel Da Silva anschaute. Man versteht sich halt und pflegt schon seit Jahren gute Beziehungen. Verteidiger und Ex-VfBer Marc Lindenberg bleibt indes – entgegen anderslautender Medienberichten – definitiv bis zum Saisonende bei den Strandern. Stürmer Ugur Dagli, der trotz eines neuen Angebots nicht bleiben möchte, ist bei Landesligist FC Dornbreite im Gespräch.

"Ich werfe die Meisterschaft weg"

„Wie angekündigt habe ich mit allen Spielern ein persönliches Gespräch aufgrund der ungewissen Situation bei Strand 08 geführt. Priorität hatte für mich der Wunsch der einzelnen Spieler. Diesem habe ich schließlich entsprochen, ohne jedoch unser Saisonziel aus den Augen zu verlieren“, sagte Salomon zum LN-Sportbuzzer. „Letztlich habe ich nach reiflicher Überlegung und nach Zustimmung mit den restlichen Spielern zugestimmt.“ Meyer verlässt derweil nur schweren Herzens seine (Ex)-Kameraden. „Es tut auch weh. Ich finde unsere Mannschaft richtig geil. Ich hinterlasse Kumpels wie Marcel Hansen und werfe die Meisterschaft weg“, sagte der 28-Jährige. „Auf der anderen Seite konnte Daniel mich überzeugen, das Projekt so schnell wie möglich voranzutreiben. Jetzt haben wir noch die Möglichkeit, Preußen Reinfeld als Tabellenzweiten (Phönix hat fünf Punkte Rückstand, die Red.) zu stoppen und zumindest über die Aufstiegsspiele in die Oberliga aufzusteigen. Das Ziel des Vereins ist die Regionalliga.“

Zieht es Salomon auch zu Phönix Lübeck?

Auch bei Sievers schlagen zwei Herzen in der Brust. „Erstmal ist es schade, dass es bei Strand 08 zu Ende geht. Wir haben beziehungswiese hatten eine überragende Mannschaft, die sicherlich mittleres Regionalliga-Niveau besitzt. Wir haben fast alles, was man gewinnen kann, gewonnen. Und da bin ich stolz drauf, da man im Fußball, egal wo man spielt, das Maximale erreichen will. Leider ist Regionalliga-Fußball bei Strand nicht möglich und daher der Entschluss, Strand zu verlassen“, sagte der ehemalige Drittliga-Profi. „Phönix ist ein Traditionsverein, der nicht in die Landesliga gehört, und dazu kann ich noch in den nächsten Jahren meinen Beitrag zusteuern. Ich brauche klare Ziele und Herausforderungen. Daher werden wir alles versuchen, noch einen der ersten beiden Plätze zu erreichen, um in die Oberliga aufzusteigen. Eine Stadt wie Lübeck kann einen zweiten Verein gut gebrauchen, der näher am VfB Lübeck heran kommt und eine Alternative bietet.“ Dass im Sommer noch weitere Strander Spieler zu den „Adlerträgern“ wechseln, hält Salomon für wünschenswert. „Auch für mich ist Phönix eine Option. Das habe ich nie bestritten“, sagte er.

Mehr zu NTSV Strand 08

Und wie geht es bei den „Strandpiraten“, die die Oberliga-Tabelle souverän anführen, in der Rückrunde weiter? „Die Verluste wiegen ohne Frage schwer. Selbstverständlich werden wir unseren Kader jetzt noch im Januar mit mindestens drei bis vier Spielern auffüllen“, räumte Salomon ein. Als erster Neuzugang steht Rückkehrer Dmytro Pylypchuk (TSG Neustelitz) fest. „Wir denken, dass wir stark genug sind, das gesteckte Ziel Meisterschaft bei nur noch 12 ausstehenden Spielen zu erreichen.“ Mit den Langzeitverletzten Flodyn Baloki und Dustin Thiel (beide drücken auf der Tribüne die Daumen) rechnet der Strander Teamchef wieder spätestens zum Rückrundenstart im März.

Volle Konzentration auf die Meisterschaft

NTSV Strand 08 holte sich den begehrten Hallenmasterspokal 2019 in Kiel. Wir haben die Bilder vom Erfolg.

Es gibt kein Halten mehr - der Hallenmasterstitel 2019 gehört nach dem Sieg im Finale gegen Titelverteidiger SC Weiche Flensburg dem NTSV Strand 08! Zur Galerie
Es gibt kein Halten mehr - der Hallenmasterstitel 2019 gehört nach dem Sieg im Finale gegen Titelverteidiger SC Weiche Flensburg dem NTSV Strand 08! ©

Zudem teilte Salomon mit, dass Hanifi Demir (bisher Eichholzer SV) das Strander Trainerteam ab sofort als Co-Trainer bis zum Saisonende verstärken wird. „Das war für mich eine Voraussetzung. Wir werden alles dafür tun, dass der sportliche Erfolg gewährleistet ist. Dazu gehört auch die Organisation im Training und rund um die Mannschaft. Hanifi wird sich dieser Aufgabe voll und ganz widmen und keine anderen Aufgaben bei anderen Klubs wahrnehmen“, erklärte er. Auch Demir drückte bereits die Daumen auf der Tribüne in der fast ausverkauften Sparkassen-Arena.