20. Oktober 2020 / 15:10 Uhr

Paukenschlag beim ZFC Meuselwitz: Trainer Koray Gökkurt entlassen

Paukenschlag beim ZFC Meuselwitz: Trainer Koray Gökkurt entlassen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Sport MŠnner Fu§ball Fussball Regionalliga Saison 2020/ 21 Punktspiel Regionalliga Nordost
ZFC Meuselwitz  - Germ. Halberstadt
Koray Gškkurt Trainer ZFC
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Entlassen: ZFC-Coach Gökkurt. © Mario Jahn
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Kurzes Intermezzo: Der ZFC Meuselwitz hat sich nach über drei Monaten von Headcoach Koray Gökkurt getrennt. Auf den 37-Jährigen folgt Vize-Präsident Holm Pinder.

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Meuselwitz. Die obligatorischen 100 Amtstage ließen sie ihm. am Dienstag verlor Präsident Hubert Wolf dann die Geduld und gab Trainer Koray Gökkurt den Laufpass. Acht sieglose Spiele hintereinander in der Fußball-Regionalliga waren offenbar mindestens eins zu viel für den Boss des ZFC Meuselwitz. Es übernimmt „ab sofort und bis auf Weiteres“ Holm Pinder. Das teilte der Verein am Dienstag Nachmittag mit.

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123 Worte umfasste die dazu gehörige Pressemitteilung und war damit immerhin etwas länger als die 112-tägige Amtszeit von Gökkurt, dem man folgende warme Worte mit auf den Weg gab: „Letztendlich waren die zuletzt acht sieglosen Spiele ausschlaggebend, die leider nicht die Einsatzbereitschaft, die Akribie und das positive Charisma des Trainers in den Ergebnissen widerspiegelten.“ Der 37-Jährige selbst hatte die Situation noch vor Wochenfrist als „eine kleine Krise“ bezeichnet. Das war vor dem jüngsten 1:3 in Babelsberg am vergangenen Freitag. Seitdem lautet die Bilanz des erst im Sommer verpflichteten gebürtigen Flensburgers neun Punkte aus zehn Spielen, Platz 17 in der Regionalliga Nordost.

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Sportdirektor Frank Müller garnierte die offizielle Mitteilung mit den Worten: „Da Fußball jedoch leider ein Ergebnissport ist, haben wir uns nach intensiven Gesprächen dazu entschlossen, auf der Trainerposition für einen neuen Impuls zu sorgen.“ Müller war es auch, der Gökkurt maßgeblich an die Schnauer lotste. Größtenteils gemeinsam stellten beide den Kader zusammen, der gerade noch eine Aufwertung erfuhr, als der Verein auf Verletzungsprobleme reagierte, kurz vor Ende der Transferperiode Felix Müller und Firat Tuncer verpflichtete. Auch diese kurzfristige Maßnahme brachten keinen Erfolg. So erwischte es nun Gökkurt.

Dabei hatte er im Sommer noch ehrgeizige Ziele, schrieb sich Platz neun in der Liga und ein möglichst erfolgreiches Abschneiden im Landespokal auf die Fahnen. Den ersten Auftritt im Pokal erlebt Gökkurt nun nicht mehr als Cheftrainer mit. Statt langfristiger Entwicklung folgt nun der kurze Prozess.

So schnell ist sie weg, die nach dem Saisonstart mit Siegen in Rathenow und gegen Energie Cottbus entfachte Euphorie, als Gökkurt noch konstatierte: „Wir werden jetzt anders wahrgenommen.“ Offenbar wurden sie zu schnell ernst genommen, denn plötzlich gelang ergebnistechnisch so gut wie nichts mehr. Seit August kamen lediglich drei Remis zustande. Das anfängliche Selbstvertrauen wich Zweifeln, Säulen wie Kapitän Tobias Becker und Amer Kadric verletzten sich.

Die Not wuchs und in derlei Situationen greift man (fast) immer auf Bewährtes zurück. So steht nun mit Holm Pinder der amtierende Vizepräsident, zwischen 2011 und 2014 schon einmal Chefcoach in Meuselwitz, wieder an der Linie. Im ersten Spiel seiner zweiten Amtszeit geht es am Sonntag, 13.30 Uhr, in der bluechip-Arena gegen Union Fürstenwalde. Die Gäste grüßen von Platz sechs, haben aber bislang auch nur sechs Punkte mehr gesammelt als der ZFC. Ihre „kleine Krise“ mit drei Niederlagen in Folge hat die Mannschaft von Trainer Matthias Maucksch am vergangenen Sonntag per 2:0 gegen Lichtenberg überwunden. Solch ein Erfolgserlebnis hätte Koray Gökkurt womöglich schon gereicht, um den Geduldsfaden der Vereinsführung ein wenig zu verlängern.