22. Januar 2021 / 15:53 Uhr

Paukenschlag! Döbelner SC trennt sich von Trainer Thomas Henschel

Paukenschlag! Döbelner SC trennt sich von Trainer Thomas Henschel

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Döbelner sc
Der 2:1-Erfolg gegen Einheit Frohburg, war das vorerst letzte Spiel des Döbelner SC (hier in den weißen Trikots) unter Trainer Thomas Henschel.
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Überraschend gab der Döbelner SC bekannt, dass sich der Verein von Cheftrainer Thomas Henschel getrennt hat. Der 51-Jährige übernahm 2019 das Team und war davor schon acht Jahre im Nachwuchsbereich der Muldestädter tätig.

Döbeln. Die Entscheidung kam völlig überraschend und der Paukenschlag war weit über den Heinz-Gruner-Sportpark hinaus zu hören. Der Döbelner SC hat sich von seinem für die erste Männermannschaft verantwortlichen Trainer Thomas Henschel getrennt. Das Team belegt in der Kreisoberliga mit 14 Punkten aus acht Spielen momentan den 6. Tabellenplatz, hat Kontakt zur Spitzengruppe, lediglich Klassenprimus Roßweiner SV ist bereits ein wenig enteilt.

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Der 51-jährige Coach hatte die völlig umgekrempelte und total verjüngte Truppe im Sommer 2019 nach dem Abstieg aus der Landesklasse übernommen und war mit ihr nach einigen Anlaufschwierigkeiten in der vergangenen Saison auf dem 11. Rang gelandet. Zuvor war Henschel bei den Muldestädtern acht Jahre lang erfolgreich im Nachwuchsbereich tätig.

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DSC-Präsident Thomas Kolbe erklärt die Hintergründe der Trennung: „Thomas war wahnsinnig engagiert und hat sich beim Neuaufbau der Mannschaft große Verdienste erworben. Wir sind ihm unglaublich dankbar, den personellen Aderlass nach dem Abstieg dermaßen respektabel gemeistert zu haben. Er ist ein sehr guter Trainer und auch im zwischenmenschlichen Bereich gab es überhaupt keine Probleme. Wir haben ihm das Angebot gemacht, seine Erfahrungen wieder in unserer Nachwuchsabteilung einzubringen. Die Ergebnisse waren nicht der Grund für die Freistellung, einzig und allein die sportliche Entwicklung war für uns ausschlaggebend. Wir wollten mit dem Wechsel auf der Trainerbank ganz einfach einen neuen Anreiz schaffen und andere Akzente setzen. Schließlich soll der vom ehemaligen Coach eingeschlagene Weg mit jungen und bei uns selbst ausgebildeten Spielern weiter gegangen werden.“

Gerüchteküche brodelt

Ein Nachfolger steht laut des Vereinsvorsitzenden noch nicht fest, man verspüre aufgrund der Corona-Auszeit zudem keinen allzu großen zeitlichen Druck. Unnötig hinaus zögern möchte Kolbe die Sache allerdings nicht: „Wir sind aktiv und auf jeden Fall bestrebt, den neuen Trainer zeitnah zu präsentieren.“

Der scheidende Coach wurde von der aktuellen Entwicklung komplett überrumpelt: „Das Ganze ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar und hat einen mehr als bitteren Beigeschmack. Ich fühle mich schon ein Stück weit überfahren, kann auch mit der Begründung nichts anfangen. Mit dem Angebot zur Rückkehr in den Jugendbereich ebenso wenig, dafür sitzt der Stachel der Enttäuschung noch zu tief.“ Thomas Henschel möchte die Geschichte zunächst erst einmal sacken lassen und sich eine Pause gönnen. „Mal schauen, was die Zukunft bringt. Ich werde das alles in Ruhe mit meiner Familie besprechen, danach sehen wir weiter.“

Natürlich kocht es nun mächtig in der Gerüchteküche, wer denn nach dem Restart beim Döbelner SC an der Seitenlinie stehen wird. Insider wollen vernommen haben, wie diverse Spatzen den Namen Thomas Kupper (beim DSC kein Unbekannter) von den Dächern pfiffen.