14. Februar 2020 / 22:18 Uhr

Paukenschlag: Icefighters Leipzig wollen aufsteigen

Paukenschlag: Icefighters Leipzig wollen aufsteigen

Martin Bergau
Leipziger Volkszeitung
Ian Farrell (Icefighters #24), Hannes Albrecht (Icefighters #11), Moritz Israel (Icefighters 12), Erek Virch (Icefighters #4), Florian Eichelkraut (Icefighters #93) nach dem 1:0 Tor beim Spiel Icefighters Leipzig vs FŸchse Duisburg, Eishockey, Oberliga Nord, 22.11.2019
Mit dem Aufstieg in die DEL2 hat der Leipziger Eishockey wieder neue Visionen. © Christian Modla
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Der Leipziger Eishockey-Oberligist Icefighters Leipzig hat Bürgschaft für den Aufstieg in DEL2 hinterlegt.

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Leipzig. Es ist alles andere als eine normale Schlagzeile. Es ist ein Novum: Erstmals in der zehnjährigen Geschichte des Eishockey-Oberligisten Exa Icefighters Leipzig hat Geschäftsführer André Krüll rechtzeitig vor dem heutigen Ablauf der Deadline die notwendigen 25 000 Euro bei der Spielbetriebsgesellschaft der zweiten Liga ganz still und heimlich hinterlegt.

„Wir haben uns lange darüber die Woche unterhalten, es uns reiflich überlegt und alles abgewogen“, gibt er Einblicke zur Entscheidungsfindung. Die dann in diesem echten Meilenstein für den Verein endete. „Es soll ein Zeichen sein, an alle. Niemand hatte uns bei der Bürgschaft auf dem Schirm, niemand rechnet mit uns sportlich. Die Zeit, in der wir nur einfach mitspielen in den Playoffs ist vorbei“, gibt sich Krüll angriffslustig. Der Vereinsboss will spürbar mit seinen Icefighters die nächsten Schritte gehen und versteht es vor allem auch als Zeichen an ganz Leipzig. „Es ist ein Statement an die Sponsoren, die Fans, das Team und die ganze Stadt. Hey, hier geht was. Die wollen wirklich mehr.“ Und genau deshalb hinterlegte Krüll die Summe bei der DEL2, um bei einem sportlichen Aufstieg, sprich der Oberligameisterschaft, am Lizenzierungsverfahren für die nächsthöhere Spielklasse teilzunehmen.

Heiße Saison-Phase

„Ich bin ehrlich. Die ganze Woche dachte ich mir schon: Die Playoffs müssen für uns endlich einen Wert haben. Es geht doch jeder jetzt ganz anders an diese Zeit ran“, ist sich der Macher sicher. Die Eiskämpfer erhoffen sich mit diesem Paukenschlag zudem mehr Zuschauer in der heißesten Phase der Saison. In den Pre-Playoffs vergangene Saison kamen im Schnitt 1200 Fans. „Viel zu wenig, aber wem konnte man es verdenken. Es ging am Ende ja irgendwie um nichts“, erklärt Krüll. Nun ist die Situation neu, es gibt keine Ausreden mehr, nicht in den Kohlrabizirkus zu kommen. In Leipzig darf man fortan offen von der Zweitklassigkeit im Eishockey träumen.

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Sponsor will nicht genannt werden

„Ich hoffe, die Eisarena ist nun jede Woche voll und brennt“, appelliert der Geschäftsführer. Die Icefighters werden nun in einem Atemzug mit Traditionsstandorten wie Rosenheim, Regensburg, Riessersee, Hannover Indians genannt. Alle vier Clubs, wie auch Selb, Memmingen, Deggendorf und Herne, haben offiziell ihre Karte in das Aufstiegsrennen geworfen. Freilich gehen die Leipziger Puckjäger nicht als Favorit in das Rennen, aber Trainer Sven Gerike sieht „keine Übermannschaft in dieser Saison. So eine Möglichkeit kommt vielleicht nicht so schnell wieder.“ Krüll gibt weitere Einblicke aus den Gesprächen mit DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch: „Alle drei letzten Aufsteiger haben das nicht geplant, aber eben hinterlegt. Leipzig gehört in die DEL2. Sollte der Tag kommen, nehmen wir die Chance wahr. Dafür würde ich alle Hebel in Bewegung setzen.“ Und trotzdem will er auf eines noch verweisen. „Wir bleiben bodenständig. Wir wissen auch, dass wir in den Pre-Playoffs (welche noch möglich wären) oder bereits in der ersten Runde rausfliegen können. Ein Aufstieg ist nie planbar.“

Bleibt nur noch die Frage: Woher haben die Icefighters auf einmal die 25 000 Euro? Der Vereinsboss: „Ein Sponsor, der nicht genannt werden will, sieht, was möglich ist.“ Das Geld wäre bei einem Nicht-Aufstieg sowieso nicht futsch, käme zurück zum Sponsor. Doch mit diesem Meilenstein hat der Leipziger Eishockey wieder neue Visionen.

Untermauern konnten die Eiskämpfer diese gestern beim Schlusslicht Krefelder EV trotz eines 4:3-Erfolgs nur bedingt. Gerikes Männer mussten zunächst einen 1:3-Rückstand drehen und erzielten zehn Sekunden vor Schluss den Siegtreffer.

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