23. Juni 2021 / 13:48 Uhr

Paukenschlag in der Handball-Oberliga! Hartfiel wechselt von Vorsfelde zu Fallersleben

Paukenschlag in der Handball-Oberliga! Hartfiel wechselt von Vorsfelde zu Fallersleben

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Künftig für den VfB Fallersleben am Ball: Bert Hartfiel verlässt den MTV Vorsfelde.
Künftig für den VfB Fallersleben am Ball: Bert Hartfiel verlässt den MTV Vorsfelde. © Boris Baschin
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Dicke Überraschung in der Handball-Oberliga! Bert Hartfiel wechselt kurz vor dem Vorbereitungsstart beider Teams vom MTV Vorsfelde zu Liga-Konkurrent VfB Fallersleben. Und das, obwohl der VfB seine Kaderplanungen eigentlich schon abgeschlossen hatte...

Ein Wechsel, der für Aufsehen sorgt! Bert Hartfiel verlässt den MTV Vorsfelde kurz vor dem Vorbereitungsstart und wechselt zu Liga-Konkurrent und Stadt-Rivale VfB Fallersleben. Das bestätigten beide Klubs am Mittwoch. "Wir sind hochzufrieden, dass Bert zu uns kommt. Er ist ein spektakulärer Zugang, den wir auch direkt als Führungsspieler einplanen", freut sich Fallerslebens Sportlicher Leiter Uwe Wacker über die Verpflichtung des 31-jährigen Rückraum-Schützen.

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Aber wie konnte der VfB einen Spieler solchen Formats so kurzfristig zu sich lotsen? "Es gab zwischen unserem Trainer Mike Knobbe und Bert schon weit im Vorfeld Kontakt", erklärt Wacker. Das Duo kennt sich ohnehin aus gemeinsamen Vorsfelder Zeiten bestens. Als dann von Hartfiel tatsächlich Signale kamen, dass er sich den Wechsel vorstellen könne, ging beim VfB das große Grübeln los.

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VfB-Kaderplanung war eigentlich abgeschlossen

Denn: "Unsere Kaderplanung war eigentlich abgeschlossen. Man hat ja auch ein gewisses Budget, mit dem man arbeitet" - auch da wollte und konnte Fallersleben nicht mehr ran, erklärt Wacker. "So ein Transfer bringt ja gewisse Rahmenbedingungen mit sich, die man erfüllen muss. Es war eigentlich klar, dass wir ihn nicht holen können. Aber die Personalie ist einfach sehr interessant..."

Und am Ende bot sich dem Oberliga-Aufsteiger doch noch eine Möglichkeit, nachdem sich fleißig im Netzwerk rund um den Verein umgehört wurde. Wacker: "Es hat dann über die private Schiene geklappt. Die erste Mannschaft in Fallersleben hat private Gönner und Freunde, die dann die Rahmenbedingungen für den Transfer ermöglicht haben." Das heißt: Die Finanzierung des Transfers läuft nicht über das Team-Budget, sondern wurde mithilfe privater Mittel gestemmt. Wacker freut's: "Wenn ich ihn quasi gratis bekomme, warum sollte ich ihn dann nicht nehmen?"

Seine Ambitionen hat der VfB jedenfalls nun nach oben korrigiert, auch weil mit Vlatko Ranogajec (MTV Braunschweig) noch ein weiterer Kracher für Rechtsaußen verpflichtet wurde. Wacker kündigt kämpferisch an: "Da spiele ich den Ball nun an den Trainer weiter. Mit dem Kader hat sich das Ziel Klassenerhalt erledigt. Das obere Mittelfeld sollte nun Pflicht sein."

Beim Konkurrenten wiegt der kurzfristige Abgang des Leistungsträgers natürlich schwer. "Der Abgang von Bert kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, und wir wurden davon überrascht. In erster Linie bin ich aber erst mal froh, dass es uns trotz der widrigen Umstände und finanziellen Einschnitte in den letzten Monaten gelungen ist, die Mannschaft größtenteils zusammenhalten zu können", sagt Vorsfeldes Teammanager André Frerichs. Denn eigentlich war der Top-Torschütze des Teams auch in den nächsten Jahren fest eingeplant beim MTV. Laut Angaben des Vereins wollte Hartfiel den Aufwand der letzten Jahre aber nicht mehr leisten und hat aus diesem Grund seinen auslaufenden Vertrag - anders als geplant - doch nicht verlängert.


Hartfiel erklärt seinen Wechsel

Das bestätigt Hartfiel. Das Umdenken fand bei ihm im Laufe der darauffolgenden Monate statt, der Rückraumspieler betont, dass er die MTV-Verantwortlichen stets über seine Gedanken in Kenntnis gesetzt habe. „Ich bin ehrlich und transparent und will Vorsfelde bei seiner Entwicklung nicht im Weg stehen.“ Denn die verlief zuletzt in eine Richtung, die nicht mehr zu den Lebensumständen Hartfiels passte. „Ich bin ja schon nach Vorsfelde gewechselt, weil ich sportlich kürzertreten und den Fokus auf Beruf und Familie legen wollte“, erklärt der ehemalige Magdeburger. „Aber beim MTV wurden die Rufe nach der dritten Liga immer lauter. Ich wollte nicht unterschreiben und dann sagen: ’Ich komme nur zweimal in der Woche zum Training.’“ Die Erwartungshaltung sei bei Aufsteiger Fallersleben etwas niedriger. „Und vor dem Hintergrund hat das für mich mehr Sinn ergeben.“

Weiterer Abgang in Vorsfelde

Doch nicht nur Hartfiel verlässt den MTV, auch Thorben Günther wird in der kommenden Saison nicht mehr für Vorsfelde spielen. Der Abwehr-Spezialist beendet in Kürze sein Bachelor-Studium und will dann einen Master folgen lassen. Günther, der 2018 zum MTV gekommen war, erklärt: "Im Moment steht noch nicht fest, wo das sein wird. Sicher ist aber, dass ich nicht in Braunschweig oder Wolfsburg bleiben werde und es weiter weg geht."