29. Juni 2020 / 14:50 Uhr

Paukenschlag in der Landesliga! Coach Palanis hört beim SSV Kästorf auf

Paukenschlag in der Landesliga! Coach Palanis hört beim SSV Kästorf auf

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hört beim SSV Kästorf auf: Coach Georgios Palanis.
Hört beim SSV Kästorf auf: Coach Georgios Palanis. © Cagla Canidar
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Dicke Überraschung in der Landesliga: Coach Georgios Palanis legt sein Amt beim SSV Kästorf nieder. Der Klub hätte gern mit ihm weitergearbeitet.

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Dem SSV Kästorf steht jede Menge Arbeit bevor: Erst hat es mit dem Aufstieg in die Oberliga nicht geklappt - und jetzt hat auch noch Trainer Georgios Palanis angekündigt, dass er sein Amt niederlegt. Darüber hatte er den Spartenvorstand des Vereins am Sonntagabend auf einer Sitzung informiert. Er wird damit in der kommenden Saison nicht mehr Trainer des SSV sein.

Auf SPORTBUZZER-Nachfrage wollte sich Palanis nicht zu seinen Beweggründen äußern. Spartenleiter Stefan Redler ließ durchblicken, dass einer der Gründe wohl der unglückliche Nicht-Aufstieg des SSV gewesen sein könnte. "Für mich war es überraschend, dass das alles für ihn so einschneidend ist", sagt Redler. "Aber wir müssen damit leben. Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht und haben alles versucht, ihn davon zu überzeugen."

Damit steht Redler nun vor der Aufgabe, einen Nachfolger zu finden und die kommende Saison ohne seinen langjährigen Coach zu planen - und das definitiv in der Landesliga. Der SSV wird nämlich keinen Einspruch gegen die Entscheidung des NFV-Verbandstags einreichen, bestätigte der Spartenleiter, der nun aber erstmal durchpusten muss: "Das ist ein Worst Case, eine beschissene Situation. Wir müssen uns jetzt schütteln, und dann geht's weiter."

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Müller bedauert Palanis' Abgang

Auch Co-Trainer und stellvertretender Spartenleiter Michael Müller bedauert Palanis' Abgang - nicht nur weil die beiden auch privat gut befreundet sind. "Er ist einer der wichtigsten Gründe, weswegen ich überhaupt hergekommen bin, wir haben sechs Jahre hier in Kästorf zusammengearbeitet, da muss ich erst mal schlucken." Besonders der Elan, den sein Chefcoach eingebracht hat, imponiert Müller: "Mit ihm hört der beste Trainer im Bezirk auf, er hat immer so viel Herzblut in den Klub gesteckt und den Jungs so viel gegeben. Ich hätte die Mission gern mit ihm weitergeführt."

Müller will aber im Verein bleiben, mindestens als stellvertretender Spartenleiter. Ob er sich auch den Job als Cheftrainer vorstellen kann? "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Es geht aber jetzt auch nicht um mich, sondern um den Klub. Und wir wollen jetzt das Beste für den Verein."

Palanis hat eine Ära geprägt

In Kästorf geht damit nun eine Ära zu Ende: Palanis war seit April 2014 Coach des SSV, er übernahm damals einen Scherbenhaufen und formte daraus ein Landesliga-Topteam. Schon von 2003 bis 2008 hatte Palanis die Geschicke beim SSV geleitet, führte das Team von der Bezirksklasse in die Bezirksoberliga (heutige Landesliga). Im Sommer 2014 war wenig übrig geblieben vom alten Kästorfer Glanz: In der Abstiegssaison hatte man insgesamt vier verschiedene Trainer beschäftigt, die Mannschaft war verunsichert und brach auseinander.

2017 kehrte der SSV unter Palanis aber wieder in die Landesliga zurück. 2018 holte der Klub sogar den Bezirkspokal (4:0 im Finale gegen FSV Schöningen) und auch in der Landesliga lief's: Nach Platz vier im Wiederaufstiegsjahr folgte die Vizemeisterschaft 2018/19 - und auch in dieser Saison haben Palanis' Kästorfer gezeigt, dass sie zu den besten Teams der Landesliga gehören.