14. Juni 2019 / 18:33 Uhr

Paul Bones und der Traum vom Titel: DHfK-Jungs wollen Meister werden

Paul Bones und der Traum vom Titel: DHfK-Jungs wollen Meister werden

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Paul Bones möchte am Samstag mit dem SC DHfK Leipzig die Deutsche Meisterschaft feiern. 
Paul Bones möchte am Samstag mit dem SC DHfK Leipzig die Deutsche Meisterschaft feiern.  © Christian Modla
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Das erst 15-jährige Nachwuchstalent der Grün-Weißen fiebert dem Spiel entgegen: „Jetzt sind wir so weit gekommen – da wollen wir auch gewinnen“

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Leipzig. Der große Tag ist da. Am Sonnabend (18 Uhr, Arena) steigt für die U17-Handballer des SC DHfK das entscheidende Rückspiel um den deutschen Meistertitel. Der Jüngste unter ihnen, Paul Bones, scharrt mit den Hufen. „Jetzt sind wir so weit gekommen – da wollen wir auch gewinnen“, sagt der 15-Jährige selbstbewusst. Seine Eltern – Rüdiger Bones und Uta Lohse – haben in der Handball-Bundesliga Karriere gemacht, der Vater trainierte die Frauen in Berlin, Markranstädt und Zwickau sowie die Männer in Potsdam. „Ihnen war es wichtig, dass ich ihren Sport auch mal ausprobiere“, sagt Paul, der zunächst lieber Fußball spielte, aber dann doch auf den Geschmack kam.

Heute spielt er im mittleren Rückraum. „Auf dem Feld bin ich quasi der Kopf des Teams und muss schnell auf Änderungen reagieren“, sagt Paul, der sich auf der Position gut aufgehoben fühlt. Vor dem Rückspiel gegen Melsungen hat er Respekt – aber keine Angst. „Klar sind wir etwas aufgeregt, vorher haben wir ja gedacht, das Halbfinale wär‘ schon ein hochgestecktes Ziel. Aber es ist positives Bauchkribbeln.“ Es gilt, ein 26:27 aufzuholen.

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In dieser Saison habe Paul Bones einen Leistungssprung gemacht, den er sich selbst kaum zugetraut hätte. „Manche sind mir zwei Jahre voraus und körperlich weiter“, sagt Paul, der sowieso nicht der Kräftigste sei. In den K.o.-Spielen spielte er top und erarbeitete sich das Vertrauen des Trainers. Langfristig wünscht er sich, in die Bundesliga zu kommen. Das wäre sein größter Traum – gleich nach dem Sieg über Melsungen. „Wir haben viele verschiedene Charaktere im Team. Das sehe ich als Stärke“, sagt der Sportgymnasiast. Bisher sei es der Vorteil für die Mannschaft gewesen, eine „breite Bank“ zu haben, sprich, ohne Leistungsabfall wechseln zu können. „Ich glaube, wir können was reißen“, so der 15-Jährige. Das Team habe schon bei den Mitteldeutschen Meisterschaften gegen den SCM bewiesen, mit Druck umgehen zu können. Genug Unterstützung wird Paul heute haben: Eltern, Oma und Nachbarn werden ihn alle anfeuern.

Paul Bones stammt nicht als einziger DHfK-Junge aus einer Handball-Familie. Dirk Leun, Papa der Zwillinge Finn und Jakob (beide sind mitunter nur über die Farbe der Turnschuhe zu unterscheiden), machte als Frauen-Coach in Buxtehude jahrelang den HCL-Frauen das Leben schwer. Die Mama von Lasse Kock spielte ebenso höherklassig wie der Papa von Mika Sajenev, der für die Männer in Delitzsch und beim SC DHfK auftrumpfte. Auf der Tribüne sitzt also jede Menge Sachverstand. Redet jeder rein?„Nein, es ist mit allen Eltern ein entspanntes Arbeiten“, stellt Trainer Matthias Albrecht fest.

Sachverstand sitzt auch im Live-Stream bei sportdeutschland.tv am Mikrofon. Junioren-Auswahlspieler Gregor Remke vom SC DHfK feiert Premiere als Chef-Kommentator. An seine Seite hat sich der 21-Jährige seinen Kumpel Dimitri Ignatow (20), Profi bei MT Melsungen geholt. „Das finde ich eine charmante Lösung“, sagt der Leipziger. Es ist angerichtet für ein würdiges Finale.

Hanna Gerwig/Frank Schober

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