11. Juli 2021 / 14:42 Uhr

Paul Will: Dynamo Dresdens neuer Innenverteidiger?

Paul Will: Dynamo Dresdens neuer Innenverteidiger?

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Paul Will ist ein vielseitig einsetzbarer Defensivspieler, auf den Dynamo zählen kann.
Paul Will ist ein vielseitig einsetzbarer Defensivspieler, auf den Dynamo zählen kann. © Jochen Leimert
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Der 22 Jahre alte Paul Will ist ein Defensiv-Allrounder und steht jederzeit bereit, wenn Tim Knipping und Sebastian Mai mal nicht zur Verfügung stehen - also auch in der Innenverteidigung.

Dresden. In der Vorbereitung probiert man Sachen aus, taktische Neuerungen, Spieler auf ungewohnten Positionen, um Erkenntnisse zu sammeln, die während der Saison helfen, auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können. Trainer Alexander Schmidt macht da bei Dynamo Dresden keine Ausnahme, sondern testet fleißig. Beim 0:1 gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin baute der Augsburger am Sonnabend nicht nur drei Neuzugänge erstmals in die Mannschaft ein, sondern stellte auch in der Hintermannschaft zum wiederholten Male um. So spielte Paul Will, der eigentlich ein defensiver Mittelfeldspieler ist und als solcher zweimal in Folge Drittliga-Meister wurde, wie schon beim 1:0 gegen Eintracht Braunschweig als zentraler Mann in der Dreier-Abwehrkette. Den Job erledigte der 22-Jährige sehr solide. Der Hesse hielt die Abwehr zusammen, die gegen die Polen auch kaum Chancen zuließ.

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Wer, wenn Mai und Knipping ausfallen?

Trainer Schmidt lobte Will für dessen Leistung: “Ich finde, Paul hat ein sehr starkes Spiel gemacht.” 90 Minuten lang - kein Zuckerschlecken einen Tag nach der Rückkehr aus dem Trainingslager - wusste der Rotschopf zu überzeugen. Will zeigte sich konsequent in den Zweikämpfen, bewies Übersicht beim Spielaufbau und bemühte sich, die Mitspieler anzutreiben. Dass ihm das als Innenverteidiger so gut gelang, überraschte Dynamo-Kenner aber nur bedingt und Will schon gar nicht: “Ich habe das in der Vergangenheit schon ein paar Mal gespielt, auch in Wiesbaden. Von daher bin ich offen für die Position”, sagte der robuste Kicker, der im vorigen Jahr vom FC Bayern München II nach Dresden gekommen war.

Dynamo Dresdens Paul Will über seinen Einsatz gegen Stettin

Schon am letzten Spieltag der abgelaufenen Drittliga-Saison hatte er den damals wegen eines Trauerfalls in der Familie fehlenden Tim Knipping gut vertreten, beim 1:0 in Wiesbaden so maßgeblich mitgeholfen, nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga auch die Drittliga-Meisterschaft für Dynamo zu erringen. Nun vertrat Will Knipping, der wegen einer Operation an der Hand nur als Zuschauer in die Walter-Fritzsch-Akademie gekommen war, erneut. Da auch Sebastian Mai noch verletzt ist, war Will (letzte Saison 29 Drittliga-Einsätze, ein Tor, drei Vorlagen) die erste Option für die mittlere Position in der Abwehr-Dreierkette und er zeigte auch, warum.

“Grundstein im Ausdauerbereich gelegt”

Gefallen an der Aufgabe scheint er zu haben, wie er verriet. Sie habe durchaus Vorteile gegenüber den Anforderungen auf einer einfachen oder einer doppelten Sechs: “Ich persönlich merke, dass man deutlich besser coachen kann, weil man die Mitspieler einfach vor sich hat. Da hat man noch einmal einen besseren Blick, was das Taktische betrifft.” Für Schmidt ist es gut zu wissen, dass Will auf der Sechs wie im Abwehrzentrum gleichermaßen funktioniert: “Er kann beides spielen.” Wo der Hesse dann in der 2. Bundesliga bei ihm letztlich zum Einsatz kommt, hängt auch von der Verfügbarkeit der etatmäßigen Innenverteidiger ab. Zumindest Knipping wird in der kommenden Woche wieder trainieren und wohl am kommenden Sonnabend beim letzten Test bei Union Berlin auch mitwirken können.

Nach dem unglücklich durch einen späten Elfmeter verlorenen Spiel gegen Stettin, das am vergangenen Samstag größtenteils unter praller Sonne stattfand, war Will erst einmal ganz froh, dass es vorbei war: “Im Trainingslager wird der Grundstein im Ausdauerbereich gelegt, jetzt die 90 Minuten obendrauf - da sind wir schon platt. Ich glaube, man hat es am Ende auch der Mannschaft angemerkt.” Dass an diesem Sonntag frei ist und wegen der zweiten Corona-Impfung am Montag erst am Mittwoch wieder in voller Mannschaftsstärke trainiert wird, kommt ihm gelegen. Etwas Erholung tue jetzt gut, so der stets von seiner hohen Einsatz- und Laufbereitschaft lebende Will. Am Sonntagabend wird er am Fernseher das EM-Finale in London schauen und den Italienern die Daumen drücken. Die englischen Fans sind nicht so sein Fall, bekannte Will, deshalb möchte er die Anhänger der Three Lions ungern jubeln sehen.