19. Juni 2019 / 19:06 Uhr

Pavel Atman und die Recken lösen Vertrag auf - russischer Spielmacher geht

Pavel Atman und die Recken lösen Vertrag auf - russischer Spielmacher geht

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf dem Sprung: Pavel Atman verlässt die TSV Hannover-Burgdorf.
Auf dem Sprung: Pavel Atman verlässt die TSV Hannover-Burgdorf. © Flo Petrow
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Pavel Atman (32) und die Recken – nein, ein Missverständnis war es nicht. Aber eine äußerst unglückliche Zusammenarbeit. Eine, die jetzt einvernehmlich beendet wurde. Der Russe Atman und Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf ha­ben sich auf eine sofortige Auflösung des noch bis 2020 laufenden Vertrages verständigt.

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Pavel Atman (32) und die Recken – nein, ein Missverständnis war es nicht. Aber eine äußerst unglückliche Zusammenarbeit. Eine, die jetzt einvernehmlich beendet wurde. Der Russe Atman und die TSV Hannover-Burgdorf ha­ben sich auf eine sofortige Auflösung des noch bis 2020 laufenden Vertrages verständigt. Der Rückraumspieler kam in Hannover nie in Tritt. Eine Verletzung folgte auf die andere. Er kam nie in einen Spielrhythmus. In zwei Jahren lief Atman in lediglich 24 Liga-Partien für die TSV Hannover-Burgdorf auf und erzielte dabei 29 Tore. Nur selten blitzte sein Können auf. Und man hatte bei jeder Aktion Angst, dass wieder etwas passiert.

Unfassbar viel Verletzungspech

„Pavel hat in seiner Zeit bei uns unfassbar viel Verletzungspech gehabt, so dass er sein zweifelsohne großes Potenzial leider nur sehr selten unter Beweis stellen konnte“, sagt Sportchef Sven-Sören Christophersen, „wir hoffen, dass er durch eine Luftveränderung wieder zu bester Gesundheit und alter Spielfreude finden wird. Wir wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste.“

Atman war 2017 als Königstransfer aus Brest (Weißrussland) nach Hannover ge­wech­selt. Der Spielmacher der russischen Nationalmannschaft sollte neben Morten Olsen das Recken-Spiel lenken und dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Dazu kam es nie. Bei der WM 2017 verletzte er sich am Fuß, dann erneut in der Champions League im März 2017, als er noch für Brest gegen Flensburg spielte. Die Verletzung stellte sich als Mittelfußbruch heraus. Be­reits in Diensten der Recken folgte eine Adduktorenzerrung, kaum dass er wieder fit war. Beim Comeback im Pokalfinale im Mai brach die Verletzung in der Leistengegend sofort wieder auf. Gerade wieder genesen, folgte ein Bänderriss im Knöchel. Im Oktober 2018 zog er sich einen Muskelbündelriss in der Wade zu und fiel bis zur Winterpause aus. Bei der WM-Vorbereitung mit Russland verletzte er sich erneut am Fuß. Zuletzt fehlte Atman bei den Recken erneut wegen diverser Wehwehchen. Seine Krankenakte ist beispiellos. Trotz all der Rückschläge kämpfte er sich immer wieder heran. „Er hat einen einwandfreien Charakter“, lobt Christophersen.

Royaler Besuch beim Recken-Nachwuchs: Bilder vom Besuch des ehemaligen spanischen Königs

Spaniens ehemaliger König Juan Carlos ist mit seiner Frau Sophia und den Töchtern Elena und Cristina zum Handballspiel des Enkels gekommen. Der 18-Jährige Pablo Urdangarin spielt bei den A-Junioren der TSV Hannover-Burgdorf und stand am Sonnabend mit seiner Mannschaft im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Von links: Juan Carlos, Sophia von Griechenland, Cristina von Spanien, Großmutter Claire Liebaert Coutain, Elena von Spanien. Zur Galerie
Spaniens ehemaliger König Juan Carlos ist mit seiner Frau Sophia und den Töchtern Elena und Cristina zum Handballspiel des Enkels gekommen. Der 18-Jährige Pablo Urdangarin spielt bei den A-Junioren der TSV Hannover-Burgdorf und stand am Sonnabend mit seiner Mannschaft im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Von links: Juan Carlos, Sophia von Griechenland, Cristina von Spanien, Großmutter Claire Liebaert Coutain, Elena von Spanien. ©
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Neustart in Skopje soll ihm guttun

Nüchtern betrachtet ist der Schritt vollkommen richtig. „Es ist sehr schade, dass ich mich hier nicht anders präsentieren konnte, aber ich konnte trotz allem wertvolle Erfahrungen sammeln“, sagt Atman, der den Recken und den Fans für den Zuspruch dankte. „Nach zwei schwarzen Jahren hoffe ich, dass mir ein Neustart bei einem anderen Verein guttun wird.“ Sportlich verschlechtert sich Atman keinesfalls. Im Gegenteil. Nach Sportbuzzer-Informationen soll er beim Champions-League-Sieger Vardar Skopje einen Vertrag erhalten. Das mazedonische Team stand eigentlich vor der Auflösung, der Königsklassentitel setzte nun aber doch wieder Geld frei.

Einen Ersatz für Atman wird es bei den Recken nicht geben. Für die Spielmacherposition hatten sie schon vor Monaten Alfred Jönsson verpflichtet. Der junge Schwede soll an der Seite des erfahrenen Weltmeisters und Olympiasiegers Morten Olsen reifen.

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Gespräche mit Mait Patrail

Zwei Personalien müssen trotzdem noch geklärt werden. Mit dem Esten Mait Patrail fanden kürzlich die ersten konkreten Gespräche über eine Vertragsverlängerung statt. Der Rückraumriese hatte sich im September ein Kreuzband gerissen und seitdem kein Spiel mehr absolviert. Eine frühe Weiterverpflichtung wäre ein Risiko für die Recken gewesen. Patrail ist gesundheitlich je­doch auf einem sehr guten Weg und wäre für die Recken vor allem in der Abwehr Gold wert. Die Tendenz geht nach Sportbuzzer-Informationen in Richtung Weiterbeschäftigung.

Fehlt nur noch der Ersatz im rechten Rückraum für den vorzeitig nach Melsungen wechselnden Kai Häfner. Nachdem Jerome Müller, einer der ersten Wunschkandidaten, doch noch mit Ludwigshafen die Klasse halten konnte, war er keine Option mehr. Stattdessen konnten die Recken zum Last-second-Absteiger VfL Gummersbach schauen, wo, wie berichtet, Ivan Martinovic infrage kommt. Da passt es, dass der junge Kroate Martinovic (21) sich mit dem VfL nach dem Abgang in Liga zwei auf eine Trennung ge­ei­nigt hat, um sich einem anderen Bundesligaverein anzuschließen. Das vermeldete der VfL gestern. Die Recken sind dieser andere Bundesligist – Martinovic ist die logische Ersatzverpflichtung.

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