15. April 2021 / 18:35 Uhr

PCR-Tests im Stadion: Eigenes Labor für Wolfsburger Profis

PCR-Tests im Stadion: Eigenes Labor für Wolfsburger Profis

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trainingslager-Befürworter: Jörg Schmadtke und der VfL würden im Wolfsburger Ritz-Carlton Quartier beziehen.
Trainingslager-Befürworter: Jörg Schmadtke und der VfL würden im Wolfsburger Ritz-Carlton Quartier beziehen. © Roland Hermstein
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Hertha-Profis in Isolation, weitere Verlegungen in der 2. Liga - Corona nimmt Einfluss auf den Fußball. Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg, ist darum weiter für ein von der DFL vorgeschriebenes Quarantäne-Trainingslager - und hat in der VW-Arena ein Labor für PCR-Tests aufbauen lassen.

Bei Hertha BSC muss das Team in Isolation, in der 2. Liga gibt es schon wieder Corona-bedingte Spiel-Verlegungen: Wächst nun auch die Angst in der Bundesliga, dass der bis Saisonende eng getaktete Spielplan ins Wanken gerät? "Nein", sagt Jörg Schmadtke, Manager des VfL Wolfsburg. Aber er mahnt: "Wir müssen weiter die nötige Disziplin aufbringen. Die Virus-Mutanten sind deutlich ansteckender - und die Lage damit deutlich gefährlicher!"

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Um den Spielplan nicht zu gefährden, denkt die DFL bereits darüber nach, alle Teams zu einem Quarantäne-Trainingslager zu verpflichten. Die Ereignisse in Berlin sprechen dafür, diese Idee auch in die Tat umzusetzen. Bei der Hertha wurden Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagić und Stürmer Dodi Lukébakio positiv auf Corona getestet, die gesamte Mannschaft begab sich in Isolation, darf nur zum Training und zu den Spielen raus.

"Grundsätzlich bin ich eigentlich kein Freund von Quarantäne-Trainingslagern", so Schmadtke. "In diesem Fall war ich allerdings ein Befürworter. Wir könnten so drei Spieltage absichern." Als Zeitraum dafür sind die zwei Wochen zwischen dem 8. und 22. Mai im Gespräch, in dem die drei letzten Saison-Spieltage stattfinden. Der VfL würde in diesem Fall Quartier im Ritz-Carlton in unmittelbarer Nähe zum Gelände der VW-Arena beziehen. "Damit", so Schmadtke, "könnte man das Risiko rausnehmen, dass sich einer beispielsweise beim Einkaufen etwas einfängt und dann die ganze Gruppe betroffen ist."

Dass der VfL auch ohne einen entsprechenden DFL-Beschluss quasi freiwillig in ein Quarantäne-Trainingslager geht, schließt Schmadtke zum aktuellen Zeitpunkt aus. Stattdessen setzen die Wolfsburger auf intensive Testungen in enger Taktung, manchmal sogar zweimal am Tag. "Dafür", so Schmadtke, "haben wir jetzt auch ein kleines Labor im Stadion." Dort können unter der Leitung der Hygiene-Beauftragten Dr. Günter Pfeiler und Heiko Wehe PCR-Tests durchgeführt werden. PCR-Tests bieten ein deutlich sichereres Ergebnis als Schell- oder Selbst-Tests.

So will sich der VfL auch für eine weitere Tücke wappnen, die der Spielplan noch bietet: Nach der englischen Woche mit den Partien gegen Bayern, in Stuttgart und gegen Dortmund steht ein spielfreies Wochenende an - mit der Perspektive, dass es in Wolfsburg und bei anderen Klubs ein paar freie Tage für die Profis gibt. Schmadtke, der selbst von Corona betroffen war, warnt: "Die Möglichkeiten, sich dann irgendwo hinzubewegen, sind zwar eingeschränkt, weil man ja nirgendwo etwas unternehmen kann. Aber dennoch werden vielleicht einige in der Zeit Familien-Besuche machen. Da müssen wir aufpassen."