28. Januar 2021 / 12:57 Uhr

Pechvogel und Top-Knipser Iredale: "Meine Zeit in Wolfsburg ist wie eine Achterbahnfahrt"

Pechvogel und Top-Knipser Iredale: "Meine Zeit in Wolfsburg ist wie eine Achterbahnfahrt"

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dynamisch und torgefährlich: John Iredale vom VfL Wolfsburg II.
Dynamisch und torgefährlich: John Iredale vom VfL Wolfsburg II. © Roland Hermstein
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Wenn er spielt, schießt er jede Menge Tore. Doch in seinen beiden Regionalliga-Spielzeiten wurde John Iredale vom VfL Wolfsburg II zweimal jäh gebremst, konnte sich nicht so zeigen. Und im Sommer läuft sein Vertrag aus...

Zweimal stark in die Saison gestartet - zweimal wurde er jäh gebremst: John Iredale ist beim VfL Wolfsburg II Pechvogel und unbestrittener Leistungsträger zugleich. Und jetzt läuft im Sommer sein Vertrag aus. "Ich habe mit dem Klub schon ein wenig darüber gesprochen, aber wir sind nicht ins Detail gegangen", sagt der 21-Jährige. "Im Moment ist es noch unklar, was im Sommer passieren wird." Wegen der Corona-Pause liegen die Vertrags-Gespräche beim VfL erst mal auf Eis. Abwarten ist angesagt.

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Wenn Iredale spielen darf, liefert er ab. In seiner Debüt-Saison beim VfL waren es neun Tore und vier Vorlagen in 13 Spielen. Dann stoppte ihn eine Fußverletzung. Eine langwierige Reha nach der OP folgte. In dieser Spielzeit meldete sich der Knipser mit fünf Buden in acht Duellen zurück. Dann stoppte ihn Corona. "Meine Zeit in Wolfsburg ist wie eine Achterbahnfahrt. Es gab viele Hochs und Tiefs", sagt Iredale. "Wenn ich gespielt habe, habe ich viele Tore geschossen und gut gespielt. Aber ich habe nie die Chance gehabt, mein volles Potenzial zu zeigen. Im Laufe einer Saison steigert man sich normalerweise noch mal."

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Genau das will er unbedingt unter Beweis stellen - gerne auch in Wolfsburg. "Ich mag es beim VfL und sehe gute Chancen für mich, irgendwann den Schritt Richtung erste Mannschaft zu machen." Darauf arbeitet der australische Nachwuchs-Nationalspieler nun fleißig hin, will nach seiner Kiefer-Operation im Dezember wieder topfit werden. Die gute Seite von Corona: Dafür hat Iredale gerade viel Zeit. Die schlechte Seite der Pandemie: Ob und wann es mit der Saison weitergeht, weiß niemand. "Es fühlt sich im Training komplett anders an, wenn am Wochenende ein Spiel ansteht, das vermissen wir. Aber wir arbeiten trotzdem alle hart im Training." Harte Arbeit, ohne richtiges Ziel. Glaubt Iredale noch an eine Saison-Fortsetzung? "Ich hoffe es einfach. Andere Regionalligen spielen auch. Aber die Klubs haben da nicht viel zu sagen, das ist Sache der Liga. Wir müssen einfach abwarten."

Geduld ist allgemein eine wichtige Tugend für den Australier. Zum einen wegen seiner ehrgeizigen Ziele. Der Weg von Ex-Teamkollegen Omar Marmoush, der sich über die U23 für die VfL-Profis empfahl und nun in der zweiten Liga beim FC St. Pauli starke Leistungen zeigt, ist einer, den sich Iredale auch zutraut. "Ohne meine Verletzung und Corona könnte ich in einer ähnlichen Position sein. Aber das weiß man ja nie", sagt der Stürmer, der aber auch lieber nach vorn schaut: "Ich kann die Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, nicht ändern. Aber ich glaube an mich, und wenn ich die Chance habe, mich regelmäßig zu zeigen, werde ich diese Schritte auch machen."

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Zum anderen ist wegen Olympia Geduld gefragt. Ein Traum für den Australier, der sich mit der U23 für das Turnier qualifiziert hat und nun nichts anderes als hoffen kann, dass die Spiele tatsächlich mit Verspätung in diesem Jahr in Tokio über die Bühne gehen können. Iredale: "Ich wünsche mir sehr, dass die Olympischen Spiele stattfinden. Dort teilzunehmen ist eine einmalige Chance im Leben, die ich auf keinen Fall verpassen möchte."

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