14. Juli 2020 / 13:46 Uhr

Pegaus Teammanager Bischoff: „Truppe ist abermals über sich hinaus gewachsen“

Pegaus Teammanager Bischoff: „Truppe ist abermals über sich hinaus gewachsen“

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Nach dem entscheidenden Elfer gibt es bei den Pegauern kein Halten mehr.
Nach dem entscheidenden Elfer gibt es bei den Pegauern kein Halten mehr. © hanni
Anzeige

Es war ein aufregendes Wochenende für die Pegauer und Frohburger. Im Endspiel des Kreispokals zeigten die Pegauer, dass man mit Teamgeist und einer gut organisierten Defensive auch gegen einen höherklassigen Gegner wie Einheit Frohburg gewinnen kann.

Pegau. Hoffentlich ist in den Reihen der Fans vom TuS Pegau und vom BSV Einheit Frohburg niemand gleichzeitig Sympathisant vom 1. FC Nürnberg oder vom FC Ingolstadt. Denn derjenige dürfte nach der doppelten Aufregung am frühen Samstag Abend garantiert einen Herzschrittmacher benötigen. Allein den Krimi beim Kreispokalendspiel in der Elsterstadt hätte weder ein Edgar Wallace noch ein Alfred Hitchcock in dieser Art und Weise inszenieren können. Mit 4:3 nach Elfmeterschießen setzten sich die innerhalb von 21 Tagen zum vierfachen Favoritenschreck avancierenden Pegauer gegen die Frohburger durch und schrieben damit das letzte Kapitel eines beinahe sagenhaften Pokalmärchens.

Anzeige

Dabei hatten sie vor schätzungsweise 350 bis 400 das Geschehen hinter dem Zaun verfolgenden Zuschauern (davon ein großer Teil aus Frohburg) zwei Stammkräfte zu ersetzen, denn die Wirbelwinde Toni Kammer und Stephan Moritz mussten den Anstrengungen der „Pegauer Festwochen“ Tribut zollen. Ihre Mannschaftskameraden um Spielertrainer Steve Bachmann konnten das Handicap allerdings mit unglaublich viel Laufarbeit wettmachen. Die Räume wurden taktisch geschickt verengt, aus einer stabilen Abwehr startete man schnelle und gezielte Gegenangriffe.

Mehr zum Kreispokal

Teammanager Jan Bischoff war selbst am Tag danach noch fix und fertig vom dramatischen Match: „Die Truppe ist abermals über sich hinaus gewachsen, alle haben Verantwortung übernommen, nur so war der Triumph möglich. Dass wir in der Verlängerung mit einem Mann weniger Beton angerührt haben, ist völlig normal. Nach dem letzten Schuss vom Elfmeterpunkt war es dann geschafft und die Feier ging natürlich etwas länger.“ Ob in der kommenden Saison auch im Sachsen-Pokal gejubelt werden kann? Bei entsprechendem Losglück ist den Pegauern wirklich alles zuzutrauen. Eventuell sogar auch ohne Losglück. Am Nachfolger des im vergangenem Spieljahr die Pegauer betreuenden Uwe Trautmann (übernimmt ab sofort in seiner Heimat Sachsen-Anhalt den SV Burgwerben) soll es jedenfalls nicht scheitern. Mike Hartleib ist in der Region ein alter Bekannter, war lange Zeit Coach des SV Elstertrebnitz und zuletzt im benachbarten Bundesland beim SV Profen tätig.


„Sind maßlos enttäuscht“

Dass die Frohburger die Entscheidung zu ihren Gunsten aus dem Spiel heraus erzwingen wollten, ist absolut nachvollziehbar. Denn mit Strafstoßschießen haben die Wyhrastädter anscheinend überhaupt nichts am Hut. 2003 und nun wieder 2020 in Pegau gegen Pegau, dazwischen 2018 in Zschaitz gegen Roßwein – ist das der England-Komplex? Vor der Einführung des Elfmeterschießens wurde eine Münze geworfen, um den Sieger zu ermitteln. Ob das der Einheit mehr Glück gebracht hätte, wird nicht mehr zu klären sein.

Auch der mitspielende Vereinschef Andre Spranger - welcher selbst kurz nach der Halbzeit wegen einer Zerrung raus musste - kann nur munkeln: „Wir müssen es aber vorher klar machen und diese Lotterie vermeiden. Wenn wir ein Tor machen, wäre die Sache wohl erledigt gewesen. Glückwunsch an Pegau, ihr eher defensiver Match-Plan ist total aufgegangen und bei den Elfmetern waren sie kalt wie Hundeschnauze. Natürlich sind wir maßlos enttäuscht, das ist erst einmal niederschmetternd und tut wahnsinnig weh. Letztlich haben wir uns allerdings selber geschlagen, weil bei uns trotz optischer Überlegenheit keiner zu spielerischer Normalform gefunden hat.“

„Mannschaft wird noch enger zusammen rücken“

Dennoch blickt der BSV-Vorsitzende nach vorn: „Die Mannschaft wird noch enger zusammen rücken, hat ungeachtet der bitteren Niederlage nach der Heimfahrt noch zusammen gesessen und gemeinsam das eine oder andere Frust-Bier gezischt. Da hat keiner sein eigenes Süppchen gekocht, im Kollektiv wurde das Ding so gut es irgendwie ging verarbeitet.“

Auch Christian Geißler (der die Riesenchance zur Entscheidung vergab), Philipp Jacob (scheiterte im Elfmeterschießen am Pegauer Keeper Jimmy Hartwig) und Christopher Ussat (der wir vor zwei Jahren seinen Strafstoß verschoss) werden den Nacken-Schlag wegstecken. Nach einer kurzen Sommerpause geht es mit vereinten Kräften und mit gewohntem Kader weiter. Die einzige personelle Veränderung gibt es auf der Trainerbank. Swen Licht (bis Anfang 2019 in Diensten des SV Regis-Breitingen) übernimmt den Staffelstab von Andre Thieme und wird versuchen, noch ein paar Prozente zusätzlich aus dem Team heraus zu kitzeln. Denn die Ansage von Andre Spranger ist unmissverständlich: „Wir wollen so bald wie möglich einen Titel holen, egal welchen.“