24. September 2020 / 14:14 Uhr

Pegaus Trainer Hartleib vor Duell gegen Hartha: „Sind wie immer Außenseiter"

Pegaus Trainer Hartleib vor Duell gegen Hartha: „Sind wie immer Außenseiter"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Luft nach oben: Die Teams in der Kreisoberliga müssen punkten. © Christian Modla
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Duell der Aufsteiger: TuS Pegau spielt am Samstag beim BC Hartha. Die Gäste wollen mindestens ein Unentschieden mitnehmen. Der SV Klinga-Ammelshain muss im Kellerduell gegen den FSV Alemannia Geithain endlich erste Punkte holen.

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Muldental. Die Bilanz des vergangenen Wochenendes war letztlich alles andere als berauschend. Sechs Punkte sammelten die regionalen Mannschaften der Fußball-Kreisoberliga der Männer in fünf Heimpartien. Die große Frage vor dem kommenden 5. Spieltag lautet nun: Springt in fünf Auswärtsbegegnungen mehr heraus?

Tabellarisch bestes lokales Team ist momentan ausgerechnet Neuling TuS Pegau (9.), welcher gegen Partheland einen 3:1-Sieg aus dem Feuer und sich damit den ersten Saison-Dreier unter den Nagel riss. Auch im Match bei Mitaufsteiger BC Hartha (13.) peilt Trainer Mike Hartleib auf jeden Fall Zählbares an, ohne ins obere Regal greifen zu wollen : „Wir sind wie immer Außenseiter, Hartha hat in Deutzen fünf Buden gemacht, befindet sich garantiert im Aufwind. Wenn der Gegner Favorit ist, müssen wir uns hinterher wenigstens für ein eventuelles negatives Ergebnis nicht rechtfertigen. Höchstens für mangelnde Einsatzbereitschaft, doch diese Gefahr sehe ich bei unserer Mannschaft keineswegs.“ Auf dieser Grundlage basiert das Minimalziel für den Auftritt im Pierburg-Industriestadion: „Mindestens ein Unentschieden, ich bin guter Dinge, wir haben sehr ordentlich trainiert. Die aktuell enormen Personalsorgen aufgrund der langen Verletzten-Liste könnten durchaus mit der ausgefallenen Sommerpause zusammen hängen, aber unser Kader ist groß und kann die Ausfälle hoffentlich auffangen.“

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Mehrmals schien die Partie des BSV Einheit Frohburg (10.) gegen Großsteinberg in Richtung der Rennstädter ab zu biegen, um sich dann doch für ein 1:2 zu Gunsten der Muldentaler zu entscheiden. An solchen Abenden dient geistige Getränkenahrung vorrangig der Frust-Bewältigung. Schlecht gespielt und dennoch genug Chancen gehabt, die Dinger aber nicht gemacht. Zur Verdrängung einer unliebsamen Heimschlappe kam bereits in der Vorsaison Gastgeber SC Partheland (15.) wie gerufen. Wobei Vereinspräsident Andre Spranger nicht unbedingt ein erneutes 7:1 verlangt. Ihm täte es schon genügen, wenn die Einheimischen nicht zum Party-Land würden: „Jetzt in Panik zu verfallen wäre fatal. Wir sind eindeutig Favorit, müssen halt die PS auf den Rasen bringen. Jeder kann die Tabelle lesen, weiß dass die Stunde geschlagen hat, die Saison ist allerdings noch lang. Doch es muss eine Siegesserie her, damit die Felle nicht frühzeitig davon schwimmen.“ Spranger selbst (langwierige Knöchel-Blessur) und auch Matthias Wiese (böse umgeknickt) fallen verletzt aus, bei Danny Pyrdek (Knie) und Silvio Kruggel (Leiste) ist das Mitwirken fraglich. Marcel Goßmann ist privat verhindert, die Zweite spielt zeitgleich. Der aufs „Beuchaer Sportgelände „Lange Stücken“ pilgernde Einheit-Kader wird keinesfalls riesengroß sein.

Haltungsnote bestenfalls 3,5 – Resultat ganz klar 1,0. In den Reihen des SV Chemie Böhlen (11.) fielen nach dem 3:2 gegen Klinga-Ammelshain viele Steine vom Herzen, der erste Sieg im laufenden Spieljahr war unter Dach und Fach. Vor der Reise zum SV Blau-Weiß Bennewitz (12.) kommt Siegtorschütze und Spielertrainer Toni Röder allerdings nicht drum herum, sanft auf die Euphoriebremse zu treten: „Weil in spielerischer und defensiver Hinsicht unsere Leistung eher dürftig war, daran müssen wir knallhart arbeiten. Denn Bennewitz hat eine unverändert starke Truppe beieinander, die zunächst fleißig gepunktet hat und sich dann ausruhen konnte. Ich bin trotzdem frohen Mutes, dort etwas mitnehmen zu können. In personeller Beziehung gibt es noch einige Fragezeichen, das Puzzle kann ich erst kurzfristig zusammen setzen.“ Es möge gelingen, die vergangenen fünf Pflichtspiele gegen die Rand-Wurzener gingen allesamt verloren.

Klinga-Ammelshain: robuster Gegner

Das 1:5 gegen Hartha war für den SV Blau-Weiß Deutzen (14.) zweifellos die Steigerungsform von „Kacke am Bein.“ Selbst der schon ewig im Geschäft tätige Coach Rolf Tröger wandelte in der Nähe der Sprachlosigkeit: „Da fehlen einem tatsächlich fast die Worte. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, jemals drei Elfmeter in einem Spiel bekommen zu haben. Und dann verschießen wir zwei davon. Nach dem zweiten fangen wir uns obendrein einen Konter ein und geraten dadurch in Rückstand. Diesen herben Dämpfer haben wir uns selber zuzuschreiben.“ Vor der Fahrt zum jüngst in Ostrau mit 0:2 unterlegenen SV Tresenwald Machern (8.) mahnt der Cheftrainer altbewährte Tugenden an: „Wir müssen uns dringend gefestigter präsentieren, die erfahrenen Leute haben das Zepter in die Hand zu nehmen, wir können uns nur mit eigener Kraft aus dem Schlamassel befreien.“ Ohne Sandy Schädlich, Christian Kreisel (beide Urlaub), Martin Fobian (Arbeit), Sandy Eisert (Knöchel-Verletzung) und Lars Heine (Gelb-Rot-Sperre) wird es an der Gartenallee jedoch nicht einfacher.

Sich beim Rendezvous mit dem Klassenprimus achtbar aus der Affäre gezogen und dennoch leer ausgegangen. Beim FSV Alemannia Geithain (16.) sorgte die 1:3-Niederlage gegen Roßwein für süß-saure Mienen. Mannschaftsleiter Martin Polster zieht ein kurzes Fazit und hat bereits das Keller-Duell beim frischgebackenen Schlusslicht SV Klinga-Ammelshain (17.) im Fokus: „Mit der gesamten Art und Weise konnte man gegen Roßwein zufrieden sein, mit dem Ergebnis natürlich nicht. Die unterschiedliche Effektivität war der entscheidende Faktor, welcher ein Duell auf Augenhöhe verhindert hat. Was nützen die besseren Chancen, wenn die anderen die Punkte einsacken. Auch Klinga-Ammelshain ist ein robuster Gegner, da gilt es sofort dagegenzuhalten. Der Gewinner kann einen kompletten Fehlstart abwenden. Wir werden alles rein werfen, um die drei Zähler mitzunehmen.“ Etliche Alemannia-Kicker werden an der Autobahn allerdings kein Gas geben können. Robin Eidam und Kilian Helbig gesellen sich im Lazarett zu Polster, Kevin Wilde, Christian Petzold und Nils Sanne dazu. Für Tom Bargel kommt ein Einsatz wohl zu früh, auch Marcel Schnelldorfer ist angeschlagen, Christian Golus fehlt aus privaten Gründen, für Marco Winter könnte nach einer MRT-Untersuchung (Knieblessur schlimmer als erwartet) die Saison schon zu Ende sein. So ist der nach einem Jahrzehnt Auszeit sein Comeback gebende Toni Ronigkeit die nächste Option für den den Platz zwischen den Pfosten.

Zudem kreuzen in Runde 5 der SV Naunhof (6.) und der SV Ostrau (2.), der Döbelner SC (7.) und der TSV Burkartshain (3.) sowie der Roßweiner SV (1.) und der VfB Leisnig (5.) die Klingen. Die Begegnungen in Naunhof (Samstag 14 Uhr) sowie in Beucha und Klinga (jeweils Sonntag 15 Uhr) weichen von der Haupt-Anstoß-Zeit Samstag 15 Uhr ab. Der TSV Großsteinberg (4.) schaut dem Treiben aus der Ferne zu.