23. März 2021 / 17:12 Uhr

Peiner Fußballer von Ungewissheit genervt: „Ein Saisonabbruch wäre die sinnvollste Lösung“

Peiner Fußballer von Ungewissheit genervt: „Ein Saisonabbruch wäre die sinnvollste Lösung“

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Bjarne Becker (links, hier im Zweikampf mit Yehia Sincar von Arminia Vöhrum/jetzt TSV Marathon) sieht nicht viel Sinn in einer Saisonfortsetzung.
Bjarne Becker (links, hier im Zweikampf mit Yehia Sincar von Arminia Vöhrum/jetzt TSV Marathon) sieht nicht viel Sinn in einer Saisonfortsetzung. © Isabell Massel
Anzeige

Soll die Fußball-Saison fortgesetzt oder abgebrochen werden? Die Kicker aus dem Kreis Peine sind sich in einem Punkt einig: Die Ungewissheit nervt. Deshalb plädieren viele für einen Schnitt.

Trotz der Lockdown-Verlängerung: Der niedersächsische Fußballverband (NFV) hält bis auf Weiteres daran fest, die Saison fortzusetzen. Viele Fußballer halten das allerdings nicht für sinnvoll und wollen ein Ende oder einen Abbruch der Saison. So haben sich 35 Vereine aus dem Heide-Wendland-Kreis an den NFV gewandt mit der Forderung nach einem Saisonstopp.

Anzeige

Der Vorstand des Bezirksligisten SV Eddelstorf hat sogar den Saisonrückzug der Fußballer beschlossen. Andere Vereine signalisierten, nicht antreten zu wollen. Wie denken die Peiner Fußballer über die Situation? Die PAZ-Sportredaktion hat einige befragt und festgestellt: Alle sind von der Situation ziemlich genervt. Und: Einen Saisonabbruch würden die meisten befürworten.

Mehr aus dem Peiner Fußball

Dennis Peschelt, Kapitän des Bezirksligisten Viktoria Woltwiesche: „Ich bin für einen Schnitt. Und dann sollte man mit der nächsten Saison bei Null anfangen. Ich sage das nicht, weil ein Saisonabbruch uns als Tabellenletztem entgegenkäme. Wir spielen Fußball als Hobby. Und wenn wir die Saison auf Deubel komm raus zu Ende bringen wollten, müsste es ständig Spiele in der Woche geben. Für diejenigen, die Schicht oder lange arbeiten, wäre das schlecht. Die Saison in so kurzer Zeit noch hinzubekommen, wäre schwierig.“

Tobias Jahns, Kapitän des Kreisligisten TSV Dungelbeck: „Bei einem Abbruch täte es mir leid für die potentiellen Aufsteiger. Bei einer Fortsetzung würde es aber im Bezirk aufgrund der wenigen Spiele sicher schwer werden, die Saison noch wie geplant zu beenden. Im Kreis Peine würde es gehen, weil wir ja nur noch die Hinrunde zu Ende spielen müssten. Wir würden mit dem TSV vier Wochen trainieren, um dann noch ein Spiel zu machen. Das bringt ja auch nicht so viel. So gesehen wäre ein Abbruch wohl nicht verkehrt. Dann könnte man die nächste Saison wenigstens von vorne anfangen.“

Anzeige

Bjarne Becker, Mittelfeldspieler und Co-Trainer beim Kreisligisten TSV Hohenhameln: „Es macht nicht viel Sinn weiterzuspielen. Bis zur Oberliga sollte man die Saison absagen. Es ist unnötig, sie noch durchzuprügeln. Andernfalls gäbe es Verletzungen, weil zu wenig Vorbereitung war oder zu viele Spiele in kurzer Zeit.“

Bastian Kahnert, Torwart der SG Adenstedt aus der 1. Kreisklasse: „Dieses Hin und Her zurzeit ist nervig. Wer soll sich denn da noch auf Fußball konzentrieren. Der Saisonabbruch wäre meiner Meinung nach die sinnvollste Lösung. Sollten wir wieder spielen können, können wir ja Freundschaftsspiele machen. Einen Wettbewerb gibt es – wenigstens für uns – ja ohnehin nicht mehr. Wir können weder absteigen noch Meister werden. Wir haben gefühlt seit einem Jahr nicht mehr zusammen trainiert, und jetzt soll in vier Wochen die Muskulatur so weit wieder aufgebaut werden, dass keiner umfällt. Da würde es Verletzungen geben. Mir wäre da eine ordentliche Vorbereitung vor der neuen Saison lieber.“

Kevin Danisch, Kapitän des Bültener SC: „Ich glaube nicht, dass wir bis zum Sommer nochmal spielen können. Andererseits würden zwei Wochen Vorbereitung meiner Meinung nach reichen. Sonst macht man ja auch schon Testspiele nach wenigen Trainingseinheiten.“

Benjamin Welge, Abwehrspieler des SV Germania Blumenhagen aus der 1. Kreisklasse: „Die Situation nervt zurzeit. Ich würde gern noch diese Saison spielen. Wir müssten zwar nur noch eine Partie absolvieren, aber selbst dafür würde ich vier Wochen Vorbereitung in Kauf nehmen. Ich bin 39 Jahre alt und werde nicht mehr so lange im Herrenteam kicken. Bis dahin will ich alles mitnehmen. Wenn sich das Ganze aber so lange hinziehen würde, dass die kommende Saison beeinträchtigt wird, würde ich einen Abbruch der aktuellen Saison vorziehen.“

Thilo Trappe, Kapitän des TSV Wipshausen aus der 1. Kreisklasse: „Eigentlich ist es mir egal, ob weitergespielt wird, oder nicht. Auch wenn wir nur noch ein Spiel bestreiten sollten, um die Hinrunde abzuschließen, will ich das gewinnen. Aber vielleicht sollten wir ohnehin erst wieder anfangen, wenn alle geimpft sind. Sonst starten wir, und müssen dann wieder Pause machen.“

Von Matthias Press

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.