10. Juli 2020 / 20:14 Uhr

Peiner Schiri-Verantwortliche halten Handball-Region auf Kurs

Peiner Schiri-Verantwortliche halten Handball-Region auf Kurs

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Uwe Präkels sei laut Benjamin Kretzschmar ein Paradebeispiel für einen Schiedsrichter an der Basis. Der Unparteiische des MTV Vater Jahn Peine werde häufig für die Spiele in der Region angesetzt.
Uwe Präkels sei laut Benjamin Kretzschmar ein Paradebeispiel für einen Schiedsrichter an der Basis. Der Unparteiische des MTV Vater Jahn Peine werde häufig für die Spiele in der Region angesetzt. © Ralf Büchler
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1707 Spiele fanden 2019/20 in der Handball-Region Süd-Ost-Niedersachsen statt. Und stets waren zwei Schiedsrichter vor Ort, die die Partie geleitet haben. Das ist dem Groß Lafferder Benjamin Kretzschmar wichtig, der seit 2013 Schiedsrichterwart der Region ist – immerhin schaffen das nicht mehr alle.

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Das Handball-Schiedsrichterwesen war in Peine schon immer ziemlich gut organisiert. Jahrzehntelang hatte es der 2019 verstorbene Klaus Hillegeist im Altkreis geprägt. Günter Diederich setzte über Jahre hinweg die Schiedsrichter an und bildete sie aus, ehe einige später den Sprung bis in die oberen Ligen schafften. Und seit die Handball-Region Süd-Ost-Niedersachsen 2007 gegründet wurde, profitiert auch die von der guten Arbeit „Made in Peine“. Mit Benjamin Kretzschmar hat dort im Schiri-Wesen seit 2013 ein Groß Lafferder das Sagen. Mit Stolz erklärt er: „Wir schaffen es, dass in jedem Spiel zwei Schiedsrichter auf dem Feld stehen.“ Das sei nicht in allen Regionen selbstverständlich.

Dieser Tage kommt wieder viel Papierkram auf den 43-Jährigen zu. Mit dem Stichtag 30. Juni ist die alte Saison zu Ende gegangen und die neue steht in den Startlöchern. „Ich muss wieder alle Vereine abklappern und nebenbei habe ich noch meinen Hausumbau“, sagt Kretzschmar lachend. „Aber es macht Spaß mit den Leuten.“

Benjamin Kretzschmar aus Groß Lafferde ist der Schiedsrichterwart der Handball-Region Süd-Ost-Niedersachsen.
Benjamin Kretzschmar aus Groß Lafferde ist der Schiedsrichterwart der Handball-Region Süd-Ost-Niedersachsen. ©

Vereine sind es reichlich, denn die Handball-Region reicht von Wittingen im Norden bis nach Clausthal-Zellerfeld im Süden und von Schöningen bis zum Landkreis Peine. Der hat der Region mittlerweile seinen Stempel aufgedrückt, denn in den früheren Altkreisen sei nicht immer alles akkurat verlaufen. „Es wurde dann dafür gesorgt, dass immer feste Gespanne die Spiele leiten und alle auch offiziell angesetzt werden. Durch die EDV-Systeme ist das immer besser geworden“, erklärt Kretzschmar, der seit 2013 Schiedsrichterwart der Region ist.

Er kümmert sich dabei selber um die Ansetzungen der beiden Regionsoberligen, zuvor war er lange Schiedsrichter für die Ober- und Verbandsliga. Auch heute springt er in der Region noch ein, wenn kurzfristig jemand ausfällt. Sein kuriosester Fall liegt aber einige Jahre zurück. „Ein Verbandsliga-Spiel in Himmelsthür. Die eigentlichen Schiris wären gerade aus den USA zurückgekommen, aber ihr Flug war ausgefallen“, erinnert er sich. Es sei ein tolles, kampfbetontes Spiel gewesen und obendrein war ein Schiedsrichter-Beobachter vor Ort. „Da habe ich die beste Bewertung meiner Karriere bekommen“, sagt er schmunzelnd.

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Zur Seite stehen dem Groß Lafferder bei der Schiri-Arbeit in der Region weitere Peiner. Franziska Duwe von der SG Adenstedt setzt die Unparteiischen für die Spiele in Gifhorn und Wolfsburg an, Lutz Lächelt vom TSV Bildung Peine ist für den Bereich Braunschweig und Helmstedt zuständig. Almuth Hansen und Markus Straten (beide MTV Groß Lafferde) bilden Zeitnehmer und Sekretäre aus, beziehungsweise setzen die Schiedsrichter-Beobachter an. „Hier ist der Altkreis stark vertreten“, sagt Kretzschmar.

In der nun abgelaufenen Saison wurden oberhalb der C-Jugend 1 707 Spiele mit Schiedsrichtern besetzt. Und zwar, das betont Kretzschmar gerne, jeweils mit zwei Unparteiischen.

„Andere Regionen im Handball-Verband Niedersachsen haben da größere Probleme. Teilweise können Spiele der Regionsoberliga, sowie vereinzelt Spiele der Landesliga nur mit einem Schiedsrichter besetzt werden“, erklärt Kretzschmar. Nach dem Regelwerk ist das nur im absoluten Notfall zulässig.

Von 309 Unparteiischen in der Region Süd-Ost-Niedersachsen stammen 78 aus den Peiner Vereinen. „Neulich hatten wir auch wieder eine Grundausbildung in Bortfeld, die erste nach Corona. Erfreulicherweise hat Adenstedt mit fünf Jüngeren teilgenommen und alle haben bestanden“, berichtet Kretzschmar, der sich vor allem auch für Junior-Schiedsrichter einsetzt.

Bereits mit Beginn des 12. Lebensjahrs können sich Jugendliche ausbilden lassen und dürfen danach Spiele in der E- und D-Jugend ihres Heimatvereins pfeifen. „Wir haben zudem ein Förderprogramm aufgestellt. Wir bilden Verantwortliche aus, die sich in den Vereinen um die jungen Schiris kümmern. Sie sollen ihnen die Angst nehmen und sie begleiten“, erklärt Kretzschmar.

Von Lukas Everling