13. März 2022 / 19:12 Uhr

Penalty-Krimi, Machacek-Doppelpack! Grizzlys Wolfsburg siegen 4:3 gegen Köln

Penalty-Krimi, Machacek-Doppelpack! Grizzlys Wolfsburg siegen 4:3 gegen Köln

Marvin Sonnemann und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ein enges Spiel: Aber am Ende durften die Grizzlys Wolfsburg - auch dank Torschütze Spencer Machacek (r.) - einen Sieg gegen die Kölner Haie bejubeln.
Ein enges Spiel: Aber am Ende durften die Grizzlys Wolfsburg - auch dank Torschütze Spencer Machacek (r.) - einen Sieg gegen die Kölner Haie bejubeln. © Britta Schulze
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Die Grizzlys Wolfsburg setzten sich am Sonntagabend nach Penalty-Schießen mit 4:3 gegen die Kölner Haie durch und feierten damit zwei Siege an diesem Heimspiel-Wochenende. Spencer Machacek traf gleich doppelt - und erneut im Powerplay.

Nach dem 4:1-Erfolg am Freitag gegen den ERC Ingolstadt legten die Grizzlys Wolfsburg am Sonntag nach: Gegen die Kölner Haie gewann der Eishockey-Erstligist vor 2085 Zuschauern in einem turbulenten Spiel nach Penalty-Schießen mit 4:3 (1:1, 2:1, 0:1) und baute damit seine Siegesserie auf drei aus. Spencer Machacek traf wie schon gegen Ingolstadt erneut im Powerplay und legte sogar einen weiteren Treffer nach, auch Gerrit Fauser durfte sich in die Torschützenliste eintragen. Obwohl EHC München zeitgleich mit 5:2 gegen Adler Mannheim gewinnen konnte, blieben die Niedersachsen auf dem zweiten Tabellenplatz .

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Das Personal

Trotz seiner überzeugenden Leistungen am Freitag musste Goalie Chet Pickard wieder für Dustin Strahlmeier weichen. Für Janik Möser schickte Headcoach Mike Stewart den zuletzt außen vor gebliebenen Armin Wurm aufs Eis. Jonas Enlund rückte für Toto Rech in die Reihe mit Luis Schinko und Fabio Pfohl, dafür stürmte Rech neben Jan Nijenhuis und Rückkehrer Sebastian Furchner. Das neue Trio Darren Archibald, Chris DeSousa und Gerrit Fauser, das gegen Ingolstadt gut harmonierte, ließ Stewart bestehen, dafür verzichtete er auf Center Garrett Festerling. Alexandre Mallet fehlte weiterhin, ebenso wie Jared Coreau und Thomas Reichel, der erneut bei Kooperationspartner Hannover Indians eingeplant war.

Das Spiel

"Ich erwarte ein sehr intensives und kämpferisch starkes Spiel", hatte Grizzlys-Manager Charly Fliegauf vor der Partie noch angekündigt - er sollte Recht behalten. Beide Teams schenkten sich in der Anfangsphase nichts, eine erste Überzahl-Situation der Grizzlys blieb ungenutzt. Auf der anderen Seite ließ sich Dominik Bittner von Kölns Andreas Thuresson überlaufen, der aber an Strahlmeier scheiterte. Ryan Button verletzte sich bei einer Rettungsaktion am Handgelenk und musste früh in die Kabine.

Nach knapp zwölf Minuten kamen die Gäste in Überzahl zum ersten Mal auf die Anzeigetafel, als Alexander Oblinger einen Distanzschuss leicht an Strahlmeier vorbei ins Tor ablenkte. Die Kölner Führung war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, die Wolfsburger taten sich merklich schwer. Mit einem Rückstand gingen sie aber nicht in die Pause, denn Spencer Machacek traf - wie schon am Freitag gegen Ingolstadt - im Powerplay mit seinem 15. Saisontreffer zum 1:1. "Das tut der Seele gut", sagte Bittner in der ersten Unterbrechung am Magentasport-Mikrofon. Der Ausgleich kurz vor der Pause war deshalb "sehr, sehr wichtig".

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Machacek und Fauser erhöhen, aber Köln bleibt dran

Keine zwei Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, da war es erneut Machacek, der nach einer Kontersituation der Grizzlys auf Zuspiel von Tyler Gaudet zur 2:1-Führung einschieben konnte. Das von Fliegauf prognostizierte "intensive und kämpferisch starke Spiel" war anschließend immer häufiger zu sehen. Chancen und Überzahl-Situationen gab es auf beiden Seiten, die Härte war deutlich zu spüren.

Der nächste Treffer fiel zunächst auf Wolfsburger Seite, als Gerrit Fauser nach einem Distanzversuch entscheidend nachsetzte und Saisontreffer Nummer zehn erzielte. Enlund und Trevor Mingoia hätten nach einer Zwei-gegen-eins-Situation sogar auf 4:1 stellen können, doch Pascal Zerressen konnte entscheidend dazwischen grätschen. Stattdessen erzielten die Gäste - wieder im Powerplay - durch Thurresson den Anschlusstreffer und standen sogar kurz vor dem Ausgleich, doch Moritz Müllers Schuss sprang vom Innenpfosten wieder ins Feld.

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Kölner Haie

Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Kölner Haie Zur Galerie
Eishockey - DEL: Grizzlys Wolfsburg - Kölner Haie © Britta Schulze

Murray erweist Grizzlys Bärendienst, Penalty-Schießen entscheidet

Jordan Murray fehlte den Grizzlys dann im letzten Drittel: Nachdem seine ursprüngliche Zwei-Minuten-Strafe wegen eines Cross-Checks nach Videobeweis auf eine Disziplinar-Strafe erhöht worden war, erhielt er anschließend noch eine weitere wegen Beleidigung der Schiedsrichter. Die fünf Minuten lange Unterzahl-Situation konnten die Wolfsburger zwar überstehen, dennoch kassierten sie knapp acht Minuten vor der Schlusssirene doch noch den Ausgleich, nachdem Kölns Müller Strahlmeier mit einem satten Schuss überwinden konnte.

Weil auch die Overtime keinen Sieger hervorbringen konnte, musste schließlich das Penalty-Schießen die Entscheidung bringen. Dort bewiesen die Grizzlys Nervenstärke, Gaudet und Trevor Mingoia (ganz knapp nach Videobeweis) trafen und bescherten den Wolfsburgern den Extra-Punkt, weil auf Seiten der Kölner sowohl Müller als auch Landon Ferraro an Strahlmeier scheiterten.

So knapp! Im Penalty-Schießen rutschte Kölns Goalie Justin Pogge der Puck nach dem Schuss von Grizzlys-Stürmer Trevor Mingoia durch die Beine doch noch ins Tor - und blieb kurz hinter der Linie liegen.
So knapp! Im Penalty-Schießen rutschte Kölns Goalie Justin Pogge der Puck nach dem Schuss von Grizzlys-Stürmer Trevor Mingoia durch die Beine doch noch ins Tor - und blieb kurz hinter der Linie liegen. © Screenshot: Magentasport

"Das ist der Spirit, den ich sehen will"

"Man hat gesehen, dass Köln intensiv gespielt hat, sie haben alles gegeben", analysierte anschließend Grizzlys-Coach Mike Stewart. "Unser Powerplay hat uns schon wieder in Führung gebracht, obwohl wir im Penalty-Killing ein paar Tore gefressen haben." Im Laufe des Spiels ließen die Kräfte auf Wolfsburger Seite merklich nach, "meine Jungs haben ein bisschen müde gewirkt", so Stewart. "Nichtsdestotrotz haben sie gekämpft und den Extra-Punkt geholt." Die Einstellung habe an diesem Tag gestimmt, "die Jungs haben gut gefightet und zusammen füreinander gekämpft - das ist der Spirit, den ich sehen will."

Machacek wird zum Powerplay-Experten

Vor allem Spencer Machacek dürfte sich gefreut haben. Nicht nur, weil die Grizzlys am Ende noch gewinnen konnten und er einen Doppelpack erzielt hatte, sondern auch, weil er – wie schon am vergangenen Freitag – im Powerplay getroffen hatte. "Wir wussten, dass wir da eine Art Negativserie hatten", sagte er, "deshalb war es schön, in beiden Spielen wieder Powerplay-Tore geschossen zu haben." Darauf ausruhen wollen sich die Wolfsburger aber keinesfalls: "Wir müssen weiter daran arbeiten, dass unser Powerplay besser wird – es ist aber trotzdem ein Schritt nach vorn."

Die Kölner hatten es den Grizzlys nicht leicht gemacht, waren körperlich präsent und ließen die Gastgeber beim Scoring nicht davonziehen. "Sie haben hart gespielt, weil es auch für sie noch um die Play-offs geht", sagte Machacek, der insbesondere seinen Schlussmann lobte: "Strahli hat ein paar wichtige Saves gemacht, vor allem im Drei-gegen-fünf war das wichtig."

Furchner ist zurück und lobt Team sowie Fans

Kapitän Sebastian Furchner konnte nach auskurierter Verletzung wieder mitwirken, allzu auffällig präsentierte sich der Stürmer jedoch noch nicht: "Es ging diesmal alles ein bisschen schnell", gab er anschließend zu. "Ich war nicht so gut drauf, aber zum Glück haben wir das Spiel gewonnen."

Seiner Meinung nach hätten zwei Dinge der Mannschaft wichtige Impulse gegeben: Zum einen die zwischenzeitliche Drei-gegen-fünf-Unterzahl ("Die Jungs haben richtig gebattlet, das hat der ganzen Mannschaft Energie gegeben"), zum anderen die Fans in der Eis-Arena. Über 2000 waren es dieses Mal – das haben auch die Akteure registriert: "Es herrschte eine gute Stimmung. Man hat auch gesehen, wie viel Energie uns das gegeben hat, speziell bei der Drei-gegen-fünf-Unterzahl", sagte Furchner und fügte an: "Es ist enorm wichtig, dass die Fans bei uns sind, das macht auch einfach viel mehr Spaß, wenn die Halle so wie heute kocht."

Statistik

  • Grizzlys: Strahlmeier – Bittner, Melchiori; Wurm, Murray; Krupp, Button – Archibald, DeSousa, Fauser; Machacek, Gaudet, Mingoia; Schinko, Pfohl, Enlund; Furchner, Nijenhuis, Rech.
  • Köln: Pogge – Edwards, Müller; Neill, Sieloff; Sennrenn, Zerressen; Glötzl – Oblinger, Sill, Dumont; Müller, Matsumoto, Kammerer; Thuresson, McIntyre, Ferraro; Uvira, Olver, Üffing.
  • Tore: 0:1 (11:42) Oblinger (Edwards/Matsumoto), 1:1 (17:15) Machacek (DeSousa/Mingoia), 2:1 (21:29) Machacek (Gaudet/Bittner), 3:1 (33:42) Fauser (DeSousa/Bittner), 3:2 (38:19) Thurresson (Mo. Müller/Olver), 3:3 (52:16) Mo. Müller (McIntyre), 4:3 (65:00) Gaudet.
  • Schiedsrichter: Rantala/Rekucki. - Zuschauende: 2085.
  • Strafminuten: Grizzlys 10 (+20 gegen Murray wegen Beleidigung von Offiziellen; +25 gegen Murray wegen Cross-Checks) / Köln 8.

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