04. Mai 2021 / 19:46 Uhr

Pep Guardiola und der Traum vom dritten CL-Titel: Besiegt er seinen Halbfinal-Fluch?

Pep Guardiola und der Traum vom dritten CL-Titel: Besiegt er seinen Halbfinal-Fluch?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Pep Guardiola kämpft am Dienstagabend gegen seinen Halbfinal-Fluch.
Pep Guardiola kämpft am Dienstagabend gegen seinen Halbfinal-Fluch. © Getty Images/IMAGO/Moritz Müller/AFLOSPORT (Montage)
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Gegen Paris Saint-Germain will Pep Guardiola mit Manchester City erstmals ins Finale der Champions League einziehen. Der Schritt ins Endspiel gelang dem Ausnahmetrainer zuletzt vor zehn Jahren. Ein Blick auf eine lange persöhnliche Leidenszeit.

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Als Pep Guardiola am 28. Mai 2011 im Wembley-Stadion den Henkelpott in den Londoner Nachthimmel reckte, schien eine Ära der Dominanz des kahlköpfigen Katalanen unausweichlich. Guardiola hatte zum zweiten Mal in seiner erst drei Jahre alten Trainerkarriere die Champions League gewonnen - und zwar nicht irgendwie. Sein FC Barcelona hatte gegen Sir Alex Ferguson und Manchester United Fußball wie von einem anderen Stern gespielt, den englischen Champion beim 3:1 in die Einzelteile zerlegt.

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Zehn Jahre später wartet der Ausnahmetrainer noch immer auf seinen dritten Titel in der Königsklasse - obwohl er in kaum einem Jahr nicht als absoluter Top-Favorit in den Wettbewerb gestartet war, obwohl er bei Barca oder später dem FC Bayern München und seit 2016 bei Manchester City über eine Milliarde Euro in neue Spieler investieren durfte. Doch stets schied er spätestens im Halbfinale aus - damit soll am Dienstag Schluss sein. Guardiola will wieder ins Finale. Die Chance dazu ist groß: Nach dem 2:1-Hinspielsieg bei Paris Saint-Germain geht der designierte englische Meister ins Rückspiel (21 Uhr/Sky und DAZN) als Favorit.

Guardiola erwartet gegen PSG "große Schlacht"

Guardiola, der "eine große Schlacht" erwartet, will gegen das Pariser Starensemble auch einen ganz persönlichen Dämon besiegen - denn zu Halbfinalspielen hat er in der Champions League keine glückliche Beziehung. Zwölf Mal trat der erfolgsverwöhnte 50-Jährige, der für gewöhnlich Titel wie am Fließband gewinnt, in seiner Trainer-Laufbahn im Nobel-Wettbewerb an. Zwei Mal konnte er gewinnen, bereits fünf Mal war in der Vorschlussrunde Endstation, in den vergangenen vier Jahren ereilte ihn das Aus mit City sogar jeweils noch früher, im Vorjahr vercoachte er sich beim 1:3 gegen Lyon.

Nachdem der Katalane die CL gleich in seiner ersten Saison gewinnen konnte (auch hier gab es einen Erfolg gegen United, diesmal ein 2:0), setzte es im zweiten Barca-Jahr das erstmalige Aus im Semifinale - das von Guardiolas Erzrivalen José Mourinho trainierte Inter Mailand (1:3, 1:0 aus Guardiolas Sicht) setzte sich durch und gewann den Wettbewerb später. Barca holte sich den Titel im nächsten Jahr zurück, in seiner letzten Saison bei der großen Liebe scheiterte Guardiola jedoch abermals an der vorletzten Hürde - diesmal hatte Chelsea (0:1, 2:2) das bessere Ende für sich.

National hervorragend, international ausbaufähig

Guardiola verließ Barca und heuerte beim frischgebackenen Triple-Sieger FC Bayern an. Trotz großer Vorschusslorbeeren und beeindruckender nationaler Dominanz verpasste er es jedoch, dem großen Münchner Trophäenkabinett einen weiteren Henkelpott zu hinzuzufügen. In seinen drei Bayern-Jahren endete die Reise stets im Semifinale - und immer gegen spanische Teams. 2014 beendete Real Madrid den Traum von der Titelverteidigung (0:1, 0:4), danach Barca (0:3, 3:2), schließlich Atlético Madrid (0:1, 1:2). Seine Zeit in München endete deshalb als Unvollendeter. Auch bei ManCity, das kurz vor Guardiolas Antritt im Jahr 2016 erstmals bis ins Halbfinale vorgestoßen, dort aber knapp (0:0, 0:1) an Real Madrid gescheitert war, klappte es trotz gewaltiger Investitionen nicht - 2017 stand das Aus im Achtelfinale, in den folgenden drei Jahren war eine Runde später Schluss.

Ist die Champions League für Guardiola zu einer Nemesis geworden? Genau diesen Eindruck will er in diesem Jahr besiegen. Die Citizens sind angesichts von zehn Siegen in elf Spielen (bei einem Remis) aktuell der Top-Favorit auf den Titel. Allerdings weiß Guardiola wie kein Zweiter, dass die Fallhöhe in so einer Position gewaltig ist ...