18. April 2019 / 10:45 Uhr

Kommentar zu Pep Guardiola: Wenn das Image als Schutzschild dient

Kommentar zu Pep Guardiola: Wenn das Image als Schutzschild dient

Tom Vaagt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Pep Guardiola musste mit Manchester City die nächste Champions-League-Enttäuschung hinnehmen. Nach Ansicht von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt muss sich der Startrainer hinterfragen lassen.
Pep Guardiola musste mit Manchester City die nächste Champions-League-Enttäuschung hinnehmen. Nach Ansicht von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt muss sich der Startrainer hinterfragen lassen. © imago images / PRiME Media Images
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Pep Guardiola muss weiter auf seinen ersten Champions-League-Triumph seit 2011 warten. Für einen Trainer seiner Reputation ist das mehr als enttäuschend, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt und zieht einen Vergleich zu Bayern-Coach Niko Kovac.

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Man sagt über Pep Guardiola, dass er Fußball lebt. Ihn atmet, schmeckt, fühlt. Die meisten seiner Ex-Spieler – sollten sie nicht gerade Zlatan Ibrahimovic oder Samuel Eto’o heißen - schwärmen von ihm. Er sei ein Lehrmeister mit dem größtmöglichen Wissen über dieses Spiel. Wo auch immer der Gegner den Ball hinkickt, Guardiola ist gedanklich schon da. Kurz: Der Katalane hat sich über die Jahre hinweg den Ruf eines Gurus erarbeitet. Das Problem: Wenn es in der Champions League um die Wurst geht, ist all dieser Zauber verflogen. Jahr für Jahr für Jahr.

Internationale Pressestimmen zum Torspektakel zwischen ManCity und Tottenham

Die internationalen Medien reagieren ekstatisch auf die überragende Champions-League-Partie zwischen Tottenham und Manchester City, an dessen Ende Fernando Llorente (M.) der Matchwinner war und Pep Guardiola (l.) in die Röhre guckte. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die besten Reaktionen der Presse. Zur Galerie
Die internationalen Medien reagieren ekstatisch auf die überragende Champions-League-Partie zwischen Tottenham und Manchester City, an dessen Ende Fernando Llorente (M.) der Matchwinner war und Pep Guardiola (l.) in die Röhre guckte. Der SPORTBUZZER zeigt die besten Reaktionen der Presse. ©
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Vergleicht man Guardiolas Reputation mit seiner Sammlung an Königsklassen-Titeln muss man sich kurz die Augen reiben. 2009 und 2011 stemmte er den Henkelpott als Trainer des FC Barcelona in die Höhe. Seitdem: Nichts. 2012 scheiterte er mit Barca im Halbfinale, nach einem Sabbatical ereilte ihn mit dem FC Bayern dreimal in Folge das Aus in der Vorschlussrunde. Und mit Manchester City kam er seit 2017 nie über das Viertelfinale hinaus.

Guardiola bastelte sich seine City-Weltauswahl selbst zusammen

Natürlich kann Guardiola nichts dafür, wenn City-Innenverteidiger Aymeric Laporte gegen Tottenham einen rabenschwarzen Abend erwischt. Er ist machtlos, wenn der Videoassistent eine Zentimeterentscheidung in der Nachspielzeit zu seinen Ungunsten fällt. Aber der wohl größte Star unter den Trainer, der sich seine Weltauswahl in Manchester mit Unsummen selbst zusammenbaute, muss sich an Titeln messen lassen. National fährt er die Trophäen regelmäßig ein, international will es aber nicht so recht klappen.

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Am Ende dieser Saison könnte für Guardiola ein Titel-Triple stehen (Meisterschaft, FA Cup, Ligapokal). Der Coach dürfte trotz der Champions-League-Enttäuschung unantastbar bleiben. Woanders wird derweil mit anderem Maß gemessen. Beim FC Bayern zu Beispiel. Trainer Niko Kovac, der sich mit den Münchnern nur eine Runde vor Guardiola und ManCity aus dem Wettbewerb verabschiedete, könnte die Spielzeit ebenfalls mit drei Titeln abschließen (Meisterschaft, DFB-Pokal, Supercup). Unantastbar ist er dennoch nicht.

Karl-Heinz Rummenigge zählte ihn selbst nach dem 5:0 gegen Borussia Dortmund an. Bei Guardiola hätte sich das der Bayern-Boss trotz des ausgebliebenen Champions-League-Erfolges in dieser Form wohl nicht getraut. Kovac und viele seiner Kollegen gelten eben nicht als Gurus. Dient das Image nicht als Schutzschild, ist Erfolg manchmal nicht gut genug.

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