12. Januar 2021 / 17:00 Uhr

Perfekt gestylte Fußball-Profis trotz Lockdown: Friseur-Verband appelliert an DFB

Perfekt gestylte Fußball-Profis trotz Lockdown: Friseur-Verband appelliert an DFB

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Perfekt gestylt trotz Lockdown: Friseure appellieren an den DFB.
Perfekt gestylt trotz Lockdown: Friseure appellieren an den DFB. © imago images/Poolfoto
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Ärger wegen der Frisuren der Bundesliga-Profis. In einem offenen Brief kritisiert der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, dass die Spieler trotz des Lockdowns frisch gestylt über den Platz laufen und damit ein schlechtes Vorbild abgeben würden.

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Einfach mal schnell zum Friseur gehen? In Zeiten des Corona-Lockdowns in Deutschland unmöglich. Die Salons müssen noch bis mindestens Ende des Monats schließen, rund 80.000 sind seit dem 16. Dezember betroffen. Vielen Menschen sieht man den Verzicht auf einen Friseur-Besuchs auch an - den meisten Fußball-Profis in der Bundesliga allerdings nicht. Und genau das kritisiert der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks nun. In einem offenen Brief haben Verbandspräsident Harald Esser und Hauptgeschäftsführer Jörg Müller an DFB-Präsident Fritz Keller appelliert, Solidarität zu zeigen. Schließlich sei das Erbringen von Friseur-Dienstleistungen unter Androhung von hohen Bußgeldern seit vier Wochen verboten.

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"Mit großer Verwunderung mussten wir (...) an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußball-Profis sich mit frisch geschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte", schreiben die Friseure. "Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.“ Damit sei eine ganze Branche unter Druck gesetzt geworden. Durch die öffentlichkeitswirksame Zurschaustellung der neuesten Frisur-Trends würden die Fußballer ein schlechtes Vorbild abgeben.

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Der Druck steigt: "Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst“, heißt es weiter in dem offenen Brief.

Es sei ein großes Privileg, dass der Profifußball während einer Pandemie weiter stattfinden dürfe. "Wir appellieren daher an Sie und den DFB: Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit. Lassen Sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen", schreiben die Verantwortlichen des Zentralverbands.


Die Sport-Profiligen dürfen trotz Lockdown ohne Zuschauer und mit strengen Hygienekonzepten weiterspielen, auch wenn weite Teile des öffentlichen Lebens stillstehen. In enger Taktung will der Fußball sein Programm mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup im Winter fortsetzen, auch wenn zuletzt immer wieder Coronafälle nachgewiesen wurden. Die drei Profi-Fußball-Ligen verzichteten sogar auf eine längere Winterpause, um ihre Spiele bis Mitte Mai und damit vor der Europameisterschaft im Juni durchführen zu können.