31. Mai 2020 / 13:24 Uhr

Perfekt: Nach 15 Jahren verlässt Knoche den VfL Wolfsburg!

Perfekt: Nach 15 Jahren verlässt Knoche den VfL Wolfsburg!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Robin Knoche spielte 15 Jahre lang für den VfL.
Robin Knoche spielte 15 Jahre lang für den VfL.
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Robin Knoche wird den VfL Wolfsburg verlassen. Der Verteidiger, der seit der C-Jugend für die Niedersachsen spielte, konnte sich mit dem Verein nicht auf eine Verlängerung des Vertrages einigen.

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In der Bundesliga-Geschichte seines Klubs absolvierten nur drei Spieler mehr Partien als er. 181 Mal stand Robin Knoche für den VfL Wolfsburg in der Eliteliga auf dem Platz, viel größer wird diese Zahl nicht mehr werden: Der Abwehrspieler wird den Verein am Saisonende verlassen, der auslaufende Vertrag wird nicht verlängert. Das bestätigte Manager Jörg Schmadtke am Sonntag auf SPORTBUZZER-Nachfrage.

"Wir sind ihm total dankbar für das, was er für diesen Klub geleistet hat", so Schmadtke. "Aber wir werden mit Robin nicht weitermachen. Es war eine schwierige Entscheidung." Seit Jahresbeginn hatte der 28-Jährige ein konkretes Angebot zur Verlängerung seines Vertrages auf dem Tisch liegen – zu verringerten Bezügen. Wochenlang reagierten weder er noch sein Berater auf das Angebot, vor gut zwei Wochen liefen die Gespräche wieder an. Aber eine Einigung gab es nicht. "Wir haben ihm in einer für uns schweren Phase ein Angebot gemacht, das für ihn wirtschaftlich schwierig war", gibt Schmadtke zu. "Dann kam die Corona-Krise, und es war uns nicht möglich, da noch mal draufzusatteln." Für den Spieler, der als 13-Jähriger von Olympia Braunschweig zum VfL gekommen war, war es dann ein Angebot, "das er nicht annehmen wird. Das ist leider Gottes so." Böse ist ihm Schmadtke deswegen nicht. "Wir verstehen seine Position. Aber wir müssen Entscheidungen treffen, die auch wirtschaftlich vernünftig sind, jetzt ist Robin da der Leidtragende." Gerade weil Knoche als Spieler aus der eigenen Jugend auch eine Identifikationsfigur ist, hätte sich der Manager einen anderen Ausgang der Verhandlungen gewünscht. Doch durch die finanziellen Rahmenbedingungen "sind uns da auch ein stückweit die Hände gebunden".

Für Knoche, der mit dem VfL-Samstagsgegner Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht wurde, könnte der Abschied vom VfL allerdings eine sportlich positive Entwicklung bedeuten - denn unter Trainer Oliver Glasner war er zuletzt nicht erste Wahl, der Coach setzte auf die schnelleren Innenverteidiger Marin Pongracic und John Anthony Brooks. Und Knoche hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, dass er auf dem Platz eine wichtige Rolle einnehmen möchte.

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Die VfL-Dauerbrenner in der Bundesliga Zur Galerie
Die VfL-Dauerbrenner in der Bundesliga ©

Knoche ist gebürtiger Braunschweiger, spielte als Kind bei Germania Lamme und dann von 2002 bis 2005 bei Olympia Braunschweig. Mit 13 kam er in die C-Jugend des VfL, mit 18 spielte er das erste Mal für den VfL II, ehe er am dritten Spieltag der Saison 2011/12 sein Bundesliga-Debüt für den VfL gab - beim 1:4 in Mönchengladbach wechselte ihn Felix Magath kurz vor Schluss für Meisterkapitän Josué ein. Im April 2012 unterschrieb Knoche seinen ersten Profivertrag und wurde neben Maximilian Arnold der einzige Wolfsburger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der sich dauerhaft im Bundesliga-Kader des VfL etablierte.

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Im September 2013 gab er sein Debüt für die deutsche U21-Nationalmannschaft, ein gutes Jahr später berief ihn Bundestrainer Joachim Löw sogar in den Kader der A-Auswahl, setzte ihn aber beim Freundschaftsspiel in Spanien nicht ein. In dieser Saison absolvierte Knoche 17 der 29 Bundesliga-Spiele, gehörte vor der Corona-Pause zur Stammelf. Seit dem Re-Start der Liga wurde er von Winterpausen-Neuzugang Pongracic verdrängt, saß auch beim 1:2 am Samstag gegen Frankfurt nur auf der Bank.