20. August 2021 / 22:21 Uhr

Perfekter Heim-Auftakt: Fans peitschen RB Leipzig zum Sieg gegen VfB Stuttgart

Perfekter Heim-Auftakt: Fans peitschen RB Leipzig zum Sieg gegen VfB Stuttgart

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
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RB Leipzig spielte gegen den VfB Stuttgart wie ausgewechselt. © dpa
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Besser hätte die Heim-Premiere für RB Leipzigs neuen Coach Jesse Marsch nicht laufen können. Die Roten Bullen zeigten nach der Auftaktniederlage gegen Mainz eine gewaltige Leistungssteigerung und gewannen gegen den VfB Stuttgart souverän mit 4:0. 

Leipzig. Es gibt nicht nur auf Hawaii kein Bier, auch Teile Leipzigs liegen Freitag Abend auf dem Trockenen. Die 23.100 Fans von RB Leipzig müssen Bier- und Wurst-technisch darben, werden dafür sportlich von ihren Herzblättern mehr als entschädigt. Die Roten Bullen spielen dem VfB Stuttgart mehrere Wendeltreppen in den Hals, gewinnen 4:0 (1:0) und lassen mit einer in jeder Hinsicht beeindruckenden Leistung das 0:1 in Mainz (fast) vergessen. Bester unter vielen Guten ist Dominik Szoboszlai. Der ungarische Nationalspieler setzt den D-Zug in der 38. Minute aufs Gleis, Emil Forsberg legt kurz nach Wiederbeginn mit dem 2:0 den Turbo ein (46.), Szoboszlais 3:0 (52.) klärt die Sieger-Frage, André Silvas Elfmeter bringt das 4:0 (65.).

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Zuschauer geben alles

Jesse Marsch mit drei Veränderungen gegenüber der 0:1-Auftakt-Niederlage in Mainz. Lukas Klostermann bespielt statt Nordi Mukiele die rechte Außenbahn, Josko Gvardiol verdrängt hinten links den Sportkameraden Angeliño (nicht im Kader), der ungarische Nationalspieler Dominik Szoboszlai darf statt Routinier Kevin Kampl die Fäden spinnen. Weil Kapitän Marcel Sabitzer auf der Bank Platz nimmt, trägt Emil Forsberg die Binde. Apropos Sabitzer: Apropos Sabitzer: RB hat dem 27-jährigen Wunderwuzzi eine Verlängerung des 2022 auslaufenden Vertrages mit einer Aufstockung seines Top-Salärs schmackhaft gemacht. Gut möglich, dass der Österreicher trotzdem geht.

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RB Leipzig hat am Freitagabend das erste Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart souverän mit 4:0 gewonnen. Zur Galerie
RB Leipzig hat am Freitagabend das erste Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart souverän mit 4:0 gewonnen. ©

Die Bude ist halbvoll, vermittelt aber atmosphärisch diesen Eindruck: Hier passt kein Hänfling mehr rein, hier geht’ ab! So ist das, wenn Vorfreude und das Ende des Stadionerlebnisses zueinander finden.

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Tore lagen früh in der Luft

Die erste Chance ist Chefsache, Forsbergs Linksschuss wird vom Ex-Mainzer Florian Müller abgewehrt (5.). RB macht Dampf und hat nach Kombination der Herren Gvardiol und Szoboszlai durch André Silva das 1:0 auf dem Fuß (10.). Dann muss Peter Gulacsi seine Spannweite ausfahren und gegen Al Ghaddiouis Volley abtauchen. Linksverteidiger Gvardiol ist gut unterwegs, tankt sich durch, Willi Orban scheitert an Müller.

RB druckvoll, Keeper Müller muss gegen Christopher Nkunku hart ran, kurz später wird Tyler Adams von Marc Oliver Kempfs Grätsche am 1:0 gehindert (19.). André Silvas Seitfallzieher wird zu Müllers Beute. Wie auch Klostermanns Geschoss. Ja, ein Törchen liegt in der lauen Luft. Und es fällt um eine Fußspitze - auf der anderen Seite. Al Ghaddiouis verpasst eine Flanke von Roberto Massimo 33.).

Szoboszlai ahmt Picasso nach

Dann schlägt es ein. Und wie! Der ungarische Ball-Virtuose Dominik Szoboszlai nimmt Maß, zieht aus 15 Metern mit seinem goldenen rechten Fuß ab. Müller fliegt vergebens. 1:0. Verdient. Traumtor (38.). Halbzeit, Jesse Marschs Männer sind dynamisch-druckvoll unterwegs, müssen höher führen. Auffallend gut: Die drei Neuen im Team. Gvardiol beherrscht die linke, Klostermann die rechte Seite. Szoboszlai glänzt als Ballverteiler, Flankengeber und Torschütze.

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<b>(1) Peter Gulacsi:</b> Selten im Blickpunkt, erledigt die wenigen Aufgaben mit der Lässigkeit des Könners. Note: 2 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Selten im Blickpunkt, erledigt die wenigen Aufgaben mit der Lässigkeit des Könners. Note: 2 ©

Wiederbeginn und 2:0. Beteiligt: Gvardiol, Nkunku, Adams, Silvas Hacke und Forsbergs rechter Fuß. Ein Tor von Gottes Gnaden (46.). Vorentscheidung? Noch nicht, aber gleich. In der 52. Minute netzt Goldfuß Szoboszlai einen Freistoß aus 20 Metern zum 3:0. Ein Vollspannstoß wie von Picasso gemalt (52). RB in Gala-Form und mit dem 4:0 durch den ersten Treffer von André Silva. Der Portugiese trifft per Hand-Elfmeter, den Nkunku erzwungen hat (65.). Coach Marsch bringt Sabitzer, Konrad Laimer, Hee chan Hwang und Nordi Mukiele für Szoboszlai, Amadou Haidara, Silva und Orban. Der Rest ist Schaulaufen - und Warm-up fürs Spiel beim VfL Wolfsburg am Sonntag in einer Woche.