12. September 2021 / 19:23 Uhr

Perfekter Start! Empor Rostock macht das scheinbar Unmögliche möglich

Perfekter Start! Empor Rostock macht das scheinbar Unmögliche möglich

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Überglücklich: Tim Völzke, Robert Wetzel, Leon Mehler und Christian Wilhelm freuen sich über den Sieg.
Überglücklich: Tim Völzke, Robert Wetzel, Leon Mehler und Christian Wilhelm freuen sich über den Sieg. © Sebastian Heger
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Auftakt nach Maß für die Handballer des HC Empor. Die Rostocker sind mit einem 22:19-Überraschungserfolg über Bundesliga-Absteiger Nordhorn-Lingen in die Zweitliga-Saison gestartet. 

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Jubelnd stürmten die Handballer des HC Empor auf Feld und tanzten vor Freude. Trainer Till Wiechers war überglücklich: “Wir haben das Unmögliche möglich gemacht.” Die Rostocker haben zum Auftakt der 2. Bundesliga für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Die Hansestädter setzten sich gegen den Bundesliga-Absteiger HSG Nordhorn-Lingen mit 22:19 (11:8) durch.

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“Das war eine überragende Mannschaftsleistung”, meinte Robin Breitenfeldt, der wie viele Empor-Spieler sein Debüt im Unterhaus gab. Schlichtweg überragend fand der Spielmacher, “dass wir das in den letzten zehn Minuten so abgezockt zu Ende gespielt haben“.

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Nach vierjähriger Zweitliga-Abstinenz war Empor sofort präsent. Die Rostocker kämpften mit unheimlich viel Leidenschaft und Herz in der Abwehr. Dahinter vernagelte Robert Wetzel sein Gehäuse. Der Schlussmann gab seiner Mannschaft von Beginn an mit einer Reihe von Glanzparaden den nötigen Rückhalt.

Jonas Ottsen erzielte nach 1:27 Minuten das erste Saisontor. Nick Witte und Jonas Thümmler mit einem verwandelten Siebenmeter erhöhten auf 3:0 (6. Minute). Die 2211 Zuschauer waren begeistert.

Der Bundesliga-Absteiger aus Nordhorn benötigte gut acht Minuten, ehe Pöhle der erste Treffer gelang.

In der 19. Minute führten die Gastgeber mit 8:4. Doch in der Folgezeit lief im Angriff nicht viel zusammen. Die Rostocker hatten große Mühe, das 6:0-Bollwerk der HSG zu überwinden. Jonas Thümmler scheiterte vom Siebenmeterpunkt an Gäste-Schlussmann Björn Buhrmester. Marc Pechstein knallte einen Strafwurf an den Posten. Acht Minuten lang blieben die Gastgeber ohne Torerfolg, ehe Tim Völzke die Durststrecke mit dem Treffer zum 9:6 beendete.


Nach der Pause erzielte die HSG mit einem Doppelschlag durch Markus Stegefelt und Lasse Seidel den 10:11-Anschluss. Doch Empor blieb ganz cool und geriet nie in Rückstand. Im Gegenteil: Die Hausherren bauten ihren Vorsprung auf 17:13 (43.) aus.

Die Grafschafter versuchten, mit einer offensiven Deckung Schwung aus dem Rostocker Angriff zu nehmen – doch vergeblich. Die Ostseestädter kämpften weiterhin um jeden Zentimeter.

Fünf Minuten vor dem Abpfiff konnten die Nordhorner auf 18:20 verkürzen. Janos Steidtmann konterte mit einem gefühlvollen Heber ins lange Eck – 21:18.

Die Fans hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nicht. Die 47-Jährige, die mit einem Empor-Trikot auf der Tribüne mitfieberte, klatschte im Rhythmus.

Schwesig hatte vor dem Anpfiff an die Aufstiegs-Relegation erinnert. “Das war ganz grandios, was unsere Mannschaft geleistet hat.”

Anteil an der Zweitliga-Rückkehr hatten auch Stefan Wilhelm, Leon Witte und Johannes Trupp. Das Trio wurde vor dem Anpfiff verabschiedet. Die ehemaligen Empor-Spieler erhielten von Klubchef Tobias Woitendorf ein Trikot mit der Aufschrift “Aufstieg 2021. Vielen Dank!”

Die Mannschaft machte zum Saisonauftakt dort weiter, wo sie im Juni in Potsdam aufgehört hat – mit Kampf, unbändigem Willen und einem begeisternden Erfolg.

Statistik

Empor: Wetzel, L. Mehler – Wilhelm, Steidtmann 2, Ottsen 3, Schütze, D. Mehler 1, Völzke 1, Witte 3, Asmussen 2, Zboril, Breitrenfeldt 6, Kohnagel, Thümmler 3/1, Pechstein, Lößner.

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Nordhorn-Lingen: Buhrmester, Bartels – Torbrügge, Weber 7/2, Mickal, Miedema 2, Stegefelt 6/1, Patzel, Fontaine, Terwolbeck, de Boer, Visser, Seidel 3, Possehl, Pöhle 1, Kalafut.

Siebenmeter: Empor 3/1, Nordhorn-Lingen 5/3.

Strafminuten: Empor 8, Nordhorn-Lingen 2.