01. Juni 2021 / 15:05 Uhr

Peter Backhaus: Der Mann für den Belegungsplan beim BSC Preußen 07

Peter Backhaus: Der Mann für den Belegungsplan beim BSC Preußen 07

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Rührig hinter den Kulissen: Peter Backhaus übernimmt beim BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow viele ehrenamtliche Aufgaben.
Rührig hinter den Kulissen: Peter Backhaus übernimmt beim BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow viele ehrenamtliche Aufgaben. © Privat
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Peter Backhaus ist einer der rührigen Ehrenamtler beim BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow und engagiert sich zudem beim Sportgericht.

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Manch einen Handschlag nimmt inzwischen die Routine ab, trotzdem gibt es immer noch genug zu tun für Peter Backhaus: Der Papierkram beispielsweise fordert in diesen Tagen seinen Tribut. „Derzeit steht unter anderem die Betreuung unserer FSJler auf dem Programm“, sagt der Ehrenamtler des BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow, „da müssen eine Menge Formulare ausgefüllt werden.“ Zwei Freiwillige werden wieder beim BSC tätig sein und sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen – so wie Peter Backhaus.

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Die Liste der ehrenamtlichen Aufgaben, die auf seinem Schreibtisch liegen, ist lang wie ein Spiel mit Verlängerung: Neben der Betreuung der Absolventen des Freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) zeichnet der 55-Jährige beim BSC 07 für den Platzbelegungsplan verantwortlich. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass ohne ihn der Ball nicht rollen würde. Backhaus fungiert außerdem als Vorsitzender des Sportgerichts des Fußballkreises Dahme/Fläming. Bis zur vergangenen Spielzeit stand er zusätzlich als Nachwuchscoach auf dem Platz. „Das Ehrenamt nimmt natürlich viel Zeit in Anspruch“, sagt der 55-Jährige, „aber ich mache das gerne. Es ist mir wichtig, dass wir dem Nachwuchs in unserer Gemeinde ein gutes Angebot machen können, dass sich die Fußballer bei uns wohlfühlen und eine sportliche Heimat haben. Außerdem ist Fußball mein Hobby, ich habe schon als Kind zu spielen begonnen und bin gerne auf dem Platz.“

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Backhaus ist einer der personellen Glücksfälle für einen Verein – in seinem Fall hatte die Laufbahn als treue Seele mit einer beruflichen Luftveränderung begonnen. 1996 war Backhaus, der bei der Polizei tätig ist, wegen einer Umstrukturierung aus seiner Heimat im Südosten Berlins in den Norden des Landkreises Teltow-Fläming gezogen und zum damaligen FC Preußen Mahlow gekommen. Der Defensivmann schnürte die Töppen für den FC, inzwischen ist er längst eine tragende Säule im Personalstab, der hinter den Kulissen des Clubs die Fäden zieht und das Vereinsleben am Laufen hält. „Wir sind natürlich sehr froh, dass wir ihn haben. Ich weiß gar nicht, wie lange ,Backe’ das schon macht“, sagt Mirko Schult, der Vereinsvorsitzende, „gefühlt schon 20 bis 30 Jahre.“



Nicht ganz. „Nach der Fusion mit dem BSC Blankenfelde im Jahr 2007 habe ich mit ehrenamtlicher Arbeit begonnen“, erinnert sich Backhaus, „damals wurden dafür Leute gesucht und ich habe mich bereit erklärt.“ Nach dem Zusammenschluss des FC Preußen und BSC 1927 Blankenfelde nahm die Laufbahn als Ehrenamtler schnell Fahrt auf. Zunächst stand er als Schiedsrichter auf dem Platz. „Ich war noch etwas zu jung für unsere Seniorenmannschaft, wollte mich aber bewegen und weiter mein Hobby Fußball betreiben, deshalb habe ich als Schiri begonnen“, sagt Backhaus. Aus dem Versuch, als Rädchen im gewaltigen Mechanismus des Spielbetriebes zu fungieren, wurde eine Dauerlösung: 2007 stieg er als Obmann für die Unparteiischen des neuen Clubs ein. „Ich bin dann immer öfter auch zu Vorstandssitzungen eingeladen worden und habe mich auch verstärkt um organisatorische Dinge gekümmert, um die Platzbelegung und Anstoßzeiten beispielsweise“, berichtet er. Um fachlich gut gerüstet zu sein für die Aufgabe, absolvierte Backhaus einen Lehrgang zum Vereinsmanager und erwarb die B-Lizenz. Auch als Coach qualifizierte sich der Mahlower, als Übungsleiter gebraucht wurden – bis zum vergangenen Jahr trainierte er Mannschaften im Nachwuchsbereich.

„Anfangs hat das alles viel Zeit gekostet, da ist so manches Mal ein zweiter Arbeitstag zusammengekommen“, berichtet Backhaus, „inzwischen hat man sich eingefuchst.“ Trotzdem ist gerade die Organisation des Spielbetriebes eine stattliche Herausforderung – beim BSC gehen von den F-Junioren bis zu den Alt-Senioren 16 Mannschaften auf Torejagd. Der Verein hat eine der größten Fußball-Abteilungen in der Region. Wird es Backhaus, der auch zum Vorstand des BSC gehört, manchmal zuviel? „Man bekommt eine Menge zurück, die Arbeit mit jungen Leuten macht Spaß und hält einen selber jung“, sagt Backhaus und fügt schmunzelnd hinzu: „Ja, es kann auch mal zuviel werden: Dann gehts ab ins Wohnmobil und auf Angeltour, um sich abzulenken, den Akku aufzuladen und die Gedanken zu sortieren.“