24. Oktober 2019 / 09:49 Uhr

Peter Neururer rechnet mit Wattenscheid 09 ab: "Alles auf Lügen aufgebaut"

Peter Neururer rechnet mit Wattenscheid 09 ab: "Alles auf Lügen aufgebaut"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Peter Neururer kritisiert das Vorgehen bei der SG Wattenscheid 09.
Peter Neururer kritisiert das Vorgehen bei der SG Wattenscheid 09. © imago images / Noah Wedel / Montage
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Die insolvente SG Wattenscheid 09 muss den Spielbetrieb in der Regionalliga West einstellen. Die Hoffnung auf neue Geldgeber erfüllte sich nicht. Sportdirektor Peter Neururer kritisiert den früheren Bundesligisten scharf.

Peter Neururer hat verärgert auf das Aus von Traditionsverein SG Wattenscheid und schwere Vorwürfe gegen den Verein erhoben. "Ich wurde nicht einmal vom Verein informiert, dass es vorbei ist. Gut, dass es meinen Anwalt und die Medien gibt. In diesem Klub war alles, wirklich alles auf Lügen aufgebaut. Mir wurde verschwiegen, dass die Schulden so hoch sind, dass die Konten gepfändet wurden. Es ist ein trauriges Kapitel für den Ruhrgebiets-Fußball", sagte der 64-Jährige, der im März als Sportlicher Leiter des Klubs vorgestellt worden war, das Amt zuletzt aber nicht mehr aktiv ausgefüllt hatte, in einem Bild-Interview.

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Schon im August hatte der 64-Jährige sein Engagement beim Viertligisten, der seine Mannschaft am Mittwoch wegen finanzieller Nöte vom Spielbetrieb der Regionalliga West abmelden musste, als "größten Fehler" seine Karriere bezeichnet. Nun legt er nach. Über Investor Oguzhan Can, der bei der Jahreshauptversammlung im März als Aufsichtsratsvorsitzener bestätigt worden war, sagt Neururer bei Sport1: "Er hat vor Zeugen gesagt, dass die Saison durchfinanziert sei und keinerlei finanzielle Probleme auftreten würden."

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Bei Hannover 96 folgte Peter Neururer im Jahr 2005 auf Ewald Lienen. Die ehrliche Haut ist im Ruhrgebiet geboren. Einst wurde er gefragt, wie er die Aufstellung macht: Ich werfe elf Trikots hoch. Wer eins fängt, darf spielen, antwortete er. Zur Galerie
Bei Hannover 96 folgte Peter Neururer im Jahr 2005 auf Ewald Lienen. Die ehrliche Haut ist im Ruhrgebiet geboren. Einst wurde er gefragt, wie er die Aufstellung macht: "Ich werfe elf Trikots hoch. Wer eins fängt, darf spielen", antwortete er. ©

Nach dem schleichenden sportlichen Abstieg kämpfte der Verein seit Jahren auch um das finanzielle Überleben. Bereits Anfang des Monats war ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Bis zuletzt bestand die Hoffnung, den Regionalliga-Spielbetrieb zumindest bis Saisonende zu sichern. "Wir alle, der neue Aufsichtsrat mit Josef Schnusenberg, der überhaupt keine Schuld an der Entwicklung hat, wurden mit Lügen und falschen Informationen an Bord geholt. Wir mussten kurzfristig feststellen, dass das, was man uns erzählt hatte, nicht wahr war", sagte Neururer.

Neururer: "Habe seit Mai kein Gehalt mehr bekommen"

Ein neuer Vorstand soll nun ein Zukunftskonzept entwickeln und bekommt die Chance, in der kommenden Saison ein Männerteam in einer höheren Amateurliga an den Start zu schicken. Neururer will nicht mehr mit dem Verein arbeiten. "Ich habe seit Mai kein Gehalt mehr bekommen, ich habe zu Herrn Schnusenberg eigentlich noch Kontakt, habe den Kontakt seit Mai aber über meinen Anwalt laufen lassen. Ich wollte mit Insolvenz und ähnlichen Dingen nichts zu tun haben", sagte die Trainer-Legende.