08. April 2021 / 16:54 Uhr

Peter Wedemeyer: „Die Quotientenregel wäre nicht gerecht gewesen“

Peter Wedemeyer: „Die Quotientenregel wäre nicht gerecht gewesen“

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Der für Adler Hämelerwald kickende Peiner Julien Kahnt spielt den Ball. Seine Mannschaft hat diese Saison neun Punktspiele absolviert.
Der für Adler Hämelerwald kickende Peiner Julien Kahnt spielt den Ball. Seine Mannschaft hat diese Saison neun Punktspiele absolviert. © Nico Schwieger
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Von neun Spielen in der Hinrunde nur eines gewonnen: Dennoch müssen sich die Bezirksliga-Fußballer aus Hämelerwald keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen, hat doch der Niedersächsische Fußball-Verband wegen der Pandemie die Serie vorzeitig beendet. „Richtig“, findet Trainer Peter Wedemeyer.

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Als der Niedersächsische Fußballverband (NFV) am 31. März verkündete, dass die laufende Fußball-Saison beendet und annulliert wird, war Peter Wedemeyer erleichtert. „Endlich hat diese Warterei ein Ende. Allerdings hätte diese Entscheidung schon viel früher kommen müssen“, betont der Coach des Bezirksligisten Adler Hämelerwald. Sein Team absolvierte zwar bereits neun Spiele, „aber aufgrund der aktuellen Corona-Situation wäre es nicht möglich gewesen, die Saison auch nur halbwegs vernünftig zu beenden“, sagt Wedemeyer. Warum er sich über den NFV geärgert hat, erläutert der Coach im Gespräch mit der PAZ.

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*Meine Bilanz der Hinrunde: * „Die Hinrunde ist nicht so gelaufen, wie wir uns das alle gewünscht haben. Dabei gab es einige Spiele, in denen wir zwar auf Augenhöhe waren, die wir dann jedoch völlig machtlos verloren haben – leider. Immerhin haben wir uns durch den 4:1-Erfolg gegen Lehrte 06 mit einem guten Gefühl in die Winterpause verabschiedet. Klar ist aber, dass wir mit dem vorletzten Tabellenplatz überhaupt nicht zufrieden sind. Dennoch war die Saison ganz schön, weil wir von den Mannschaften und Orten her in einer wahnsinnig interessanten Staffel waren, so dass jedes Wochenende ein Highlight war – das war schon toll. Die Ergebnisse dagegen waren aus den unterschiedlichsten Gründen nicht so toll.“

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Die aktuelle Situation: „Die war und ist immer noch nicht ganz einfach. Wir versuchen den Jungs schon klar zu machen, dass sie etwas tun müssen, um körperlich einigermaßen fit zu bleiben. Aber ich kann auch nachvollziehen, wenn der eine oder andere, der sich im Endspurt seines Studiums befindet, sagt, dass er nur einmal pro Woche laufen kann. Vorher wusste ja keiner, ob überhaupt noch gespielt wird. Und diese Ungewissheit, ob es nun weitergeht oder nicht, hatte es so schwierig gemacht. Denn dadurch war es nicht möglich, sich auf irgendetwas einzustellen.“

War der Saisonabbruch richtig? „Ich persönlich habe es nicht verstanden, dass der NFV uns unbedingt wieder auf den Platz bringen wollte. Ich spiele zwar für mein Leben gern Fußball, aber warum muss man in einer solchen Ausnahmesituation eine Saison auf Biegen und Brechen zu Ende bringen? Unsere Kinder konnten nicht mal zur Schule gehen – und wir sollen Fußball spielen. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Angesichts der Infektionszahlen hätte alles andere als der Abbruch überhaupt keinen Sinn gemacht. Auch dass die Saison annulliert worden ist, halte ich für absolut richtig. Allerdings nicht deshalb, weil wir unten stehen und von dieser Entscheidung profitieren. Wären wir abgestiegen, dann wäre das eben so gewesen. Aber nach so wenigen Spielen die Quotientenregel anzuwenden und Mannschaften auf- und eventuell absteigen zu lassen, ist aus sportlicher Sicht nicht gerecht.“

Meine persönliche Zukunft: „(lacht) Ich weiß gar nicht, ob es noch Gespräche gibt. Verlängert haben wir offiziell noch nicht. Aber aufgrund der ganzen Situation gehe ich davon aus, dass Christopher Hofmann und ich auch nächste Saison noch Trainer sind, ansonsten hätte der Verein uns schon etwas gesagt.“

*Zu- und Abgänge: * „Nein, im Winter hat es die nicht gegeben. Für den Sommer sind wir zwar mit einigen Spielern im Gespräch, aber keiner weiß ja, ob es im Juli oder August weitergeht – und das macht es eben für alle so schwierig.“

Von Peter Konrad