18. Januar 2019 / 12:53 Uhr

Pferde-Laufband und -Solarium: Zu Besuch bei Sachsens erfolgreichstem Reiter

Pferde-Laufband und -Solarium: Zu Besuch bei Sachsens erfolgreichstem Reiter

Uwe Köster
Michael Kölz (Anpowikapi) - Partner Pferd 2019 - Eröffnungsspringen - Preis der uvex sports - am 17.01.2019, Neue Messe Leipzig (Sachsen).
Michael Kölz (Anpowikapi) - Partner Pferd 2019 - Eröffnungsspringen - Preis der uvex sports - am 17.01.2019, Neue Messe Leipzig (Sachsen). © Christian Modla
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Der 34-jährige Michael Kölz gehört zu den besten deutschen Springreitern. Unser Redakteur Uwe Köster hat ihn besucht und mit ihm einen Rundgang auf Gut Tautendorf gemacht. Hier werden den Pferde jede Menge Extras geboten.

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Leipzig. Der Auftakt läuft schon mal vielversprechend. Null Fehler beim Einlaufspringen des Partner Pferd Cups, vierter Platz, 95 Euro Preisgeld – Ellen Kölz und ihre Stute Monte Fabiana können zufrieden sein. Ehemann Michael Kölz am Rande nickt wohlwollend. Es läuft für Familie Kölz, das war schon 2018 so. Ellen wurde sächsische Landesmeisterin, Michael Dritter bei den deutschen Meisterschaften in Balve. Höchste Zeit für einen Besuch bei Sachsens aktuell erfolgreichster Reitsport-Familie.

Pferde-Laufband und Pferde-Solarium

Schon mal positiv, dass es nicht schneit. Denn die schmale Straße und der knackige Anstieg im 100-Seelen-Dorf Tautendorf bei Leisnig auf dem Weg zum Gut wäre bei Schnee und Glätte eine Herausforderung. Auf Gut Tautendorf betreibt Kölz seine Reitsport-Anlage. Ein, man kann es nicht anders sagen, imposantes Areal. Ins Auge sticht sofort die Reithalle mit der 25 x 60 Meter großen Reitfläche und einer kleinen Tribüne. Gebaut 2010.

DURCHKLICKEN: Zu Besuch auf Gut Tautendorf

Auf Gut Tautendorf fehlt es den Pferden an nichts. Michael Kölz bietet den Tieren neben insgesamt 26 hellen und luftigen Boxen, eine Longierhalle, ein Pferde-Laufband, ein Pferde-Solarium sowie ein Fitnessstudio. Zur Galerie
Auf Gut Tautendorf fehlt es den Pferden an nichts. Michael Kölz bietet den Tieren neben insgesamt 26 hellen und luftigen Boxen, eine Longierhalle, ein Pferde-Laufband, ein Pferde-Solarium sowie ein Fitnessstudio. © Christian Modla
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Dort treffen wir Michael Kölz, 34, bei der Morgenarbeit, wie könnte es anders sein. Trotzdem ist Zeit für eine Betriebsführung. Gleich neben der Halle steht die moderne Stallanlage mit hellen und luftigen Boxen, 26 insgesamt. Seit 2011 in Betrieb. Die Longierhalle, fertiggestellt im Mai 2017, ist das neueste Schmuckstück. Echte „Schmankerl“ sind das Pferde-Laufband mit verstellbaren Höhenprofilen, so wie in einem guten Fitnessstudio. Und das Pferde-Solarium mit UV-Lampe und Gebläse. „Ich habe so was nicht“, sagt Michael Kölz beim Rundgang lachend. Leicht oberhalb von Ställen und Reithalle befindet sich der Wohnkomplex mit dem sanierten Wohngebäude und den noch nicht sanierten Seitenflügeln mit weiteren 20 Boxen. Dahinter dann der große Reitplatz und mehrere großflächige Koppeln.

Gut Tautendorf ist ein Landwirtschafts-Mischbetrieb mit 250 Hektar Grün- und Ackerland sowie Pferdehaltung. Vater Werner, einst aktiver Springreiter, hat den Betrieb 1994 gekauft. 2001 ist er mit drei Söhnen aus Württemberg nach Leisnig gezogen. Drei weitere Söhne blieben daheim und übernahmen den elterlichen Betrieb in Winnenden. Michael Kölz ging mit nach Sachsen, war damals 17 Jahre alt. „Das war schon eine Umstellung und am Anfang auch nicht ganz einfach. Aber die Leute hier haben schnell gemerkt, dass wir nicht mit der großen Kohle um uns schmeißen können, sondern dass wir uns alles erarbeiten. Ich denke, wir sind in die Dorfgemeinschaft gut integriert“, sagt er. Zwei Brüder kümmern sich um die Landwirtschaft, Michael um die Pferde.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Internationalen Eröffnungsspringen

Am Donnerstag fand traditionell das Internationale Eröffnungsspringen der Partner Pferd statt. Zur Galerie
Am Donnerstag fand traditionell das Internationale Eröffnungsspringen der "Partner Pferd" statt. ©

Mit Anpowikapi ist eine Menge möglich

Er hat Fuß gefasst in Sachsen, auch privat. Auf einem Turnier in Klein Partwitz hat er die Thüringerin Ellen Pieper, auch talentierte Springreiterin, kennengelernt. 2013 haben sie geheiratet, inzwischen drei Kinder.

In Leipzig reitet Michael Kölz noch am Freitag im Idee-Kaffee-Preis und am Samstag im Championat von Leipzig. Anpowikapi, ein 12-jähriger Wallach, ist aktuell sein Star. Mit ihm wurde er Meisterschaftsdritter in Balve, mit ihm startete er auch beim Großen Preis von Aachen. „Dort ein Abwurf nur“, erzählt er und ergänzt mit einem Seufzer: „Das ist mein Standardergebnis zurzeit, dieser eine Abwurf, vier Strafpunkte.“ Ein schöner Wunsch für die Partner Pferd: „Bitte mal kein Standardergebnis.“

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Denn mit dem mächtigen Anpowikapi ist eine ganze Menge möglich, auch wenn der Wallach „etwas schwierig“ sei. „Er ist sehr ängstlich, weil er es nicht eng haben will. Das Publikum macht ihm Angst“, erklärt er. Anpowikapi gehört seinem Züchter Michael Beindorff – ein Glück für Michael Kölz. „Der Züchter hat kein Interesse am Verkauf. Wenn das Pferd mir gehören würde, hätte ich ihn schon längst loslassen müssen.“ Loslassen bedeutet verkaufen – und an Angeboten für Anpowikapi mangelt es wahrlich nicht.

Wie ist das eigentlich, ein Pferd zu verkaufen, mit dem man täglich arbeitet, viele Turniere bestritten und Abenteuer überstanden hat? „Klar, es gibt eine emotionale Bindung. Aber man muss trotzdem. Wir sind ein Betrieb, haben Kosten, haben Familie.“ Die Starts bei der Partner Pferd werden ihn mit Startgebühren, Transport, Einstellgebühren etc. rund 1500 Euro kosten. Platzierungen, bei denen es noch Preisgelder gibt, wären da hilfreich. Immerhin, der Auftakt lief schon mal vielversprechend.

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