06. September 2019 / 17:53 Uhr

Pflichtaufgabe in Bocholt: Turbine Potsdam wartet auf ein Heimspiel im DFB-Pokal

Pflichtaufgabe in Bocholt: Turbine Potsdam wartet auf ein Heimspiel im DFB-Pokal

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Turbine-Trainer Matthias Rudolph will in die nächste Runde – und dann auch mal ein Pokal-Heimspiel im „Karli“ bestreiten.
Turbine-Trainer Matthias Rudolph will in die nächste Runde – und dann auch mal ein Pokal-Heimspiel im „Karli“ bestreiten. © Julius Frick
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Frauen-DFB-Pokal: Turbine Potsdam trifft in der 2. Runde auf Regionalligist Borussia Bocholt. Für Cheftrainer Matthias Rudolph ist es das neunte Cup-Auswärtsspiel in Folge.

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Seinen 37. Geburtstag verbrachte Matthias Rudolph am Freitag auf der A2. Irgendwo zwischen Potsdam und Bad Oeynhausen gab es vielleicht auch ein Ständchen für den Trainer des Brandenburger Frauenfußball-Bundesligisten, der sich für ein Spiel im DFB-Pokal mal wieder auf den Weg machen musste. „Unter meiner Regie hatten wir noch nie ein Heimspiel im Pokal“, sagt Rudolph. Bevor er und seine Mannschaft, die mit einer Niederlage und einem Sieg in die Bundesliga-Saison gestartet ist, aber auf ein Heim-Los im Achtelfinale hoffen können, muss Turbine am Sonnabend (15.30 Uhr) beim Regionalligisten Borussia Bocholt erst einmal seine Pflichtaufgabe in der 2. Runde lösen.

Die jüngsten acht DFB-Pokalspiele bestritten die Potsdamerinnen allesamt auf fremden Plätzen. Die letzte Cup-Partie im Karl-Liebknecht-Stadion gab es am 9. Dezember 2015. „Das muss gegen Wolfsburg gewesen sein. Da war ich schon als Co-Trainer dabei“, erinnert sich Matthias Rudolph. Nach einem 0:3 schied die Elf, damals noch von Turbine-Trainerlegende Bernd Schröder trainiert, im Viertelfinale aus. Ein paar Monate früher im gleichen Jahr, am 1. Mai 2015, stand der Traditionsverein aus der Landeshauptstadt sogar im Endspiel – zum bislang letzten Mal. Turbine verlor das Finale im Kölner Rhein-Energie-Stadion 0:3. Der Gegner: VfL Wolfsburg. Für den deutschen Branchenprimus aus der Autostadt war dieser Erfolg der Startschuss für eine nie dagewesene Siegesserie – fünfmal in Folge stemmten die „Wölfinnen“ den Cup seither in die Höhe.

In Bildern: Turbine Potsdam scheidet im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg aus

Alexandra Popp (l.) bejubelt den Führungstreffer der Wolfsburgerinnen. Zur Galerie
Alexandra Popp (l.) bejubelt den Führungstreffer der Wolfsburgerinnen. © Jan Kuppert
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Der letzte Cup-Triumph des dreifachen Pokalsiegers aus Potsdam liegt da schon etwas länger zurück. 2006 war das, als quasi um die Ecke, im Berliner Olympiastadion, ein 2:0-Sieg gegen den 1. FFC Frankfurt gelang. Der heutige Turbine-Chefcoach, damals noch selbst am Ball, stand da gerade kurz vor seiner Rückkehr vom KSV Baunatal zum SV Babelsberg 03. Nur noch drei Spielerinnen der 2006er-Pokalsieger-Mannschaft sind heute noch aktiv: Babett Peter (VfL Wolfsburg), Isabel Kerschowski (Bayer Leverkusen) und die gebürtige Finsterwalderin Peggy Nietgen (1. FC Köln). Anja Mittag (RB Leipzig) ist als Spielertrainerin immerhin noch in der Regionalliga am Ball.

Pokal genießt hohen Stellenwert

Die neue Turbine-Generation will ihre eigene Pokalgeschichte schreiben. „Wenn man weit kommt, ist das für die Spielerinnen ein Riesenerlebnis“, weiß Matthias Rudolph. Der DFB-Pokal genießt bei ihm einen hohen Stellenwert. „Ich denke, das gilt für alle Bundesligisten. Denn im Pokal kann man über wenige Spiele relativ großen Erfolg haben.“ Und ein Weiterkommen beim Zweiten der Regionalliga West im Westmünsterland unweit der holländischen Grenze ist Pflicht. „Wir sind der klare Favorit, das muss man auch von der ersten Minute an sehen“, fordert der Turbine-Coach. In Bocholt sprechen sie schon vom „Spiel des Jahres“. Dementsprechen erwartet Rudolph einen hochmotivierten Gegner. „Sie werden auf Konter lauern. Aber darauf sind wir gut vorbereitet, es liegt an uns.“
Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam haben es also selbst in der Hand: Gewinnen sie, dürfen sie bei der Achtelfinal-Auslosung hoffen, endlich mal wieder als erste aus dem Lostopf gezogen zu werden.

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Viruswelle sorgt für Länderspielabsage

Das geplante Länderspiel zwischen den Frauen-Nationalteams von Tschechien und Polen musste abgesagt werden, weil im tschechischen Team ein Magen-Darm-Virus umging, der auch Turbines Klára Cahynová erwischt hat. „Sie steht uns im Pokalspiel nicht zur Verfügung“, bedauert Matthias Rudolph. Verzichten muss der Coach in Bocholt auch auf Gina Chmielinski, die im Training eine Blessur am Knöchel erlitten hat. Bianca Schmidt steht nach ihrem Fahrradunfall in der Vorbereitung ebenfalls noch nicht wieder zur Verfügung. „Die Auswirkungen ziehen sich bis jetzt. Wir hoffen aber, dass wir das in der kommenden Woche in den Griff bekommen“, so Rudolph. Für die Rekonvaleszenten Caroline Siems und Karoline Smidt Nielsen dürfte ein Einsatz im Pokal noch zu früh kommen. Adrijana Mori und Dina Orschmann fallen mit Kreuzbandrissen ohnehin noch für längere Zeit aus.

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