21. September 2020 / 16:41 Uhr

"Ablöseforderung sollte realistisch sein": Hofmann kritisiert Karlsruhe nach geplatztem Union-Wechsel

"Ablöseforderung sollte realistisch sein": Hofmann kritisiert Karlsruhe nach geplatztem Union-Wechsel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Philipp Hofmann wollte gern zum Bundesligisten Union Berlin wechseln. Sein KSC gab dem Werben der Eisernen jedoch nicht nach.
Philipp Hofmann wollte gern zum Bundesligisten Union Berlin wechseln. Sein KSC gab dem Werben der "Eisernen" jedoch nicht nach. © imago images/Carmele/tmc-fotografie.de
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Bleibt Philipp Hofmann beim Karlsruher SC? Nach den öffentlichen Diskussionen über den gescheiterten Wechsel zu Union Berlin hat sich nun der Stürmer selbst zu Wort gemeldet. Hofmann spart nicht mit Kritik an seinem Arbeitgeber.

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Zwei Tage, nachdem beim Saisonstart des Karlsruher SC überraschend nur auf der Bank saß, hat sich KSC-Stürmer Philipp Hofmann öffentlich über seinen gescheiterten Transfer zum Bundesligisten 1. FC Union Berlin geäußert - und seine Frustration über seinen Arbeitgeber kundgetan. Der Zweitligist lehnte die Offerten Unions ab, forderte eine hohe Ablöse - was Hofmann nach Auslegung von KSC-Sportchef Oliver Kreuzer veranlasste, sich zum Saisonauftakt gegen Hannover 96 (0:2) selbst aus der Startelf des KSC zu streichen. Kreuzer mutmaßte, dies sei "vielleicht ein letzter Versuch, den Wechsel zu erzwingen".

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Der 27-Jährige zeigte sich gegenüber dem Kicker verärgert über diese Auslegung. "Wenn ich tatsächlich gestreikt hätte, hätte ich dann auf der Bank gesessen und würde normal trainieren?", sagte er. Hofmann betont, er habe vor dem Spiel gegen Hannover mit KSC-Trainer Christian Eichner gesprochen. "Details über vertrauliche Gespräche gehören nach meiner Auffassung nicht an die Öffentlichkeit", sagte Hofmann, der vor einem Jahr zum KSC gekommen war, in der vergangenen Saison 17 Tore erzielte und einer der Garanten für den Klassenerhalt war.

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Die Bosse des KSC hatte dem Werben der "Eisernen" zuletzt offen eine Absage erteilt; sie sollen fünf Millionen Euro gefordert haben, was für Union nicht darstellbar war. Der Marktwert Hofmanns beläuft sich laut transfermarkt.de auf 1,5 Millionen Euro, er hat noch bis 2021 Vertrag. Seit einem Telefonat mit Unions Geschäftsführer Oliver Ruhnert am Freitagabend sei "das Thema durch", sagte Kreuzer am Sonntag. Die Vorstellungen der Klubs hinsichtlich einer Ablöse hätten zu weit auseinander gelegen. "Als wir am Ende beide den Hörer aufgelegt haben, war es das im Prinzip auch", sagte Kreuzer. "Er hat mir klar signalisiert, dass er nicht mehr kann und will."

Hofmann: "Die letzten Tage haben etwas mit mir gemacht"

Hofmann ist mit der Situation alles andere als zufrieden. "Ich bin vergangenen Sommer ablösefrei gekommen, wir hatten ein wunderbares Jahr: Ich habe dem KSC viel zu verdanken, habe aber auch zurückgezahlt. Ohne den Klassenerhalt wäre ich ablösefrei gewesen, ich bin deshalb der Meinung, die Ablöseforderung sollte auch realistisch sein", sagte der Stürmer. "Ich hatte immer ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Verantwortlichen und hier großartige Momente", betonte Hofmann, der mit 17 Toren in der vergangenen Spielzeit großen Anteil am Klassenerhalt hatte. "Aber die letzten Tage haben natürlich etwas mit mir gemacht."

Kreuzer wollte sich indes noch nicht festlegen, ob Hofmann über den Transferschluss Anfang Oktober in Karlsruhe bleibe oder nicht. "Ich weiß nicht, ob da noch einmal irgendwo eine Erleuchtung kommt und es eine Anfrage in einer Größenordnung gibt, wo wir sagen, wir beschäftigen uns mit dem Thema noch einmal", sagte der frühere HSV-Boss.