12. Oktober 2020 / 16:17 Uhr

Philipp Hosiner kommt bei Dynamo Dresden in Fahrt

Philipp Hosiner kommt bei Dynamo Dresden in Fahrt

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Laut Trainer Kauczinski hat Hosiner gegen Magdeburg „ein gutes Spiel gemacht, war an allen gefährlichen Situationen beteiligt, war immer ein Unruheherd“.
Laut Trainer Kauczinski hat Hosiner gegen Magdeburg „ein gutes Spiel gemacht, war an allen gefährlichen Situationen beteiligt, war immer ein Unruheherd“. © Steffen Manig
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Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat es der Torjäger aus Österreich beim 1:0 gegen Magdeburg erstmals in die Startelf geschafft und dabei überzeugt.

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Dresden. Als er im Sommer verpflichtet wurde, da schien für viele Fans klar, dass Philipp Hosiner der neue Mittelstürmer in Dynamos Stammformation sein würde. Der 31 Jahre alte Österreicher versicherte gegenüber Dynamo-TV auch selbstbewusst: „Seit dem ersten Training will ich zeigen, warum ich geholt wurde.“ Seine Hoffnung war, dass er ähnlich gut in die Saison finden würde wie im Jahr zuvor, als er am 8. Spieltag zum Chemnitzer FC kam, sofort Stammspieler wurde und in 28 Partien stolze 19 Tore und sechs Vorlagen beisteuerte. Doch ganz so glatt lief es diesmal nicht.

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Trainer lobt den Österreicher

Hosiner musste im Angriffszentrum Christoph Daferner den Vortritt lassen und schaute in den ersten beiden Pflichtspielen beim 4:1 im Pokal gegen den HSV und beim 1:0 in Kaiserslautern 90 Minuten von draußen zu. Ein Denkanstoß für den fünffachen Ex-Nationalspieler Austrias, der danach immerhin zwei Kurzeinsätze erhielt, was ihn aber nicht zufriedenstellte. Vor dem Ostklassiker gegen Magdeburg muss er aber noch einmal im Training explodiert sein, denn Markus Kauczinski schenkte ihm am vergangenen Sonnabend erstmals von Beginn an das Vertrauen. Eine Entscheidung, die der Coach nach dem 1:0-Erfolg nicht bereute.

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Heimsieg! Die SG Dynamo Dresden gewinnt das Derby gegen den 1. FC Magdeburg mit 1:0. ©

Kauczinski war sogar voll des Lobes über den Eisenstädter: „Er hat ein gutes Spiel gemacht, war an allen gefährlichen Situationen beteiligt, war immer ein Unruheherd.“ Dem Gelsenkirchener war nicht verborgen geblieben, dass sich Hosiner die beste Chance in der ersten Halbzeit (Kopfball gehalten/29.) und noch drei Hochkaräter in der zweiten Spielhälfte erarbeitet hatte, als er nach einem Diawusie-Pass vorbeischoss (51.), den Ball nach Königsdörffer-Vorarbeit über die Latte grätschte (58.) und per Kopf nach einer Diawusie-Flanke erneut an Keeper Morten Behrens scheiterte (73.).

Allein in diesen Szenen – er hatte noch einige andere – konnte Hosiner zeigen, dass er ein technisch-versierter Strafraumspieler ist, der Bälle „in der Box“ auch unter Bedrängnis verwerten kann. Beinahe hätte er so seinen ersten Pflichtspieltreffer für Dynamo erzielt. „Manchmal fehlt das Quäntchen Glück, dass der Ball da auch reinspringt“, blieb Kauczinski indes ruhig. Für ihn war vor allem wichtig, dass sich Hosiner Chancen herausarbeitet. Zudem habe der sich als tadelloser Sportsmann erwiesen, als er Daferner bei dessen Einsätzen die Daumen drückte, keinen Stunk auf der Bank machte.

Es fehlt noch etwas Spielpraxis

Kauczinski glaubt fest, dass Hosiner seine Tore noch schießen wird: „Der Rest liegt jetzt einfach an der Spielpraxis. Er hat ein bisschen gebraucht, um hier auf Touren zu kommen, die letzten Einwechslungen waren aber schon besser und er hat eine sehr gute Woche hingelegt. Deswegen habe ich mich für ihn entschieden.“ Die Leistung gegen den FCM habe gestimmt, „deshalb habe ich auch gar kein Problem damit“. Bis zur 75. Minute durfte Hosiner auf dem Feld bleiben, dann erst löste ihn der jüngere und etwas laufstärkere Daferner als Einwechsler ab und half mit frischen Kräften, den knappen 1:0-Vorsprung über die Zeit zu retten.

Mit beiden Stürmertypen, der nimmermüden Pferdelunge Daferner und dem cleveren Strafraumknipser Hosiner, kann Kauczinski den anstehenden Aufgaben optimistisch entgegensehen: „Ich freue mich, dass ich zwei gute Stürmer habe.“ Dass sie wieder treffen, ist wohl nur eine Frage der Zeit und gleichbleibend guter Vorabeit von den Flügeln, von wo Agyemang Diawusie und Ransford-Yeboah Königsdörffer einiges an Brauchbarem lieferten. Vielleicht klappt es mit den „Buden“ auch noch besser, wenn beide Angreifer gemeinsam für Dynamo Dresden auf dem Platz stehen.