20. Februar 2021 / 10:00 Uhr

Philipp Lahm über die Zukunft von Joachim Löw, ein Comeback von Thomas Müller und Streit beim DFB

Philipp Lahm über die Zukunft von Joachim Löw, ein Comeback von Thomas Müller und Streit beim DFB

Kristian Teetz
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Philipp Lahm (links) spricht unter anderem über Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw und ein mögliches Comeback von Thomas Müller in der Nationalmannschaft.
Philipp Lahm (links) spricht unter anderem über Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw und ein mögliches Comeback von Thomas Müller in der Nationalmannschaft. © Getty Images/Montage
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Philipp Lahm spricht im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw, ein mögliches Comeback von Thomas Müller in der Nationalmannschaft und den Streit in der Führung des DFB.

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Philipp Lahm sieht die Zukunft von Joachim Löw als Bundestrainer unmittelbar mit dem Abschneiden bei der für den Sommer geplanten Europameisterschaft verknüpft. "Ich bin ja auch nur Außenstehender. Wie sagt man so schön: In Deutschland gibt es 80 Millionen Bundestrainer. Aber nur einer hat auch wirklich die Verantwortung, und das ist Jogi Löw. Wenn er die Kraft für sich aufbringen kann, dann kann es funktionieren", sagte der frühere DFB-Kapitän in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: "Aber klar: Wir sind eine Fußballnation, und was zählt, ist der Erfolg. Deswegen wird es entscheidend sein, wie erfolgreich die Europameisterschaft im Sommer verläuft."

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Löw, dessen Vertrag bis zur WM 2022 in Katar läuft, hatte sich besonders nach der 0:6-Pleite im vergangenen November in Spanien massiver Kritik ausgesetzt gesehen. In einer öffentlich geführten und zum Teil hitzigen Debatte um eine etwaige Trennung vom Bundestrainer, hatte Löw besonders von DFB-Direktor Oliver Bierhoff immer wieder Rückendeckung erhalten. Auch über einen Rücktritt Löws war spekuliert worden - diesen schloss der 61-Jährige allerdings kategorisch aus. Lahm zu dieser Entscheidung: "Man muss sich immer hinterfragen: Kann ich die Kraft und die Motivation noch aufbringen? Schaffe ich das noch? Wenn man es dann zu 100 Prozent mit Ja beantworten kann – und das hat Jogi Löw getan –, spricht nichts dagegen, dass er weitermacht."

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Als ein Kritikpunkt an Löw war immer wieder die Ausmusterung der gestandenen Kräfte Jerome Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller genannt worden. Besonders Letzterer, der sich gerade von einer Corona-Infektion erholt, spielte beim FC Bayern eine bislang überragende Saison. Lahm würde eine Rückkehr seines ehemaligen Mannschaftskameraden ins DFB-Team begrüßen. "Thomas Müller wird immer eine Option sein, weil er ein exzellenter Spieler ist. Aber auch das muss der Bundestrainer entscheiden, er steht in der Verantwortung", sagte der 37-Jährige.

Die sportliche Situation ist jedoch nicht das einzige Problem beim DFB. Die Führung um Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius lieferte sich zuletzt einen Machtkampf, verkündete im vergangenen Monat aber dennoch, weiter zusammenarbeiten zu wollen. Lahm, der als Turnierdirektor für die EM 2024 im eigenen Land tätig ist, setzt darauf, dass dieser Frieden hält. "Natürlich ist Streit in der Öffentlichkeit nie gut. Und das muss geklärt werden. Verfehlungen können passieren, aber man muss sie aus der Welt schaffen, man muss sie möglichst transparent aufarbeiten. Aber mein Blick geht nach vorne, mehr will ich dazu öffentlich nicht sagen."