17. Februar 2021 / 08:50 Uhr

Philipp Lahm rät aktiven Fußballern von Coming-out ab: "Wer würde das aushalten?"

Philipp Lahm rät aktiven Fußballern von Coming-out ab: "Wer würde das aushalten?"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Weltmeister Philipp Lahm hat LGBT-Fußballern davon abgeraten, sich zu outen.
Weltmeister Philipp Lahm hat LGBT-Fußballern davon abgeraten, sich zu outen. © IMAGO/FAF
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Der frühere DFB-Kapitän Philipp Lahm würde aktiven LGBT-Fußballern nicht dazu raten, sich während ihrer Karriere zu outen. Die Chancen, einen solchen Versuch etwa in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen scheinen ihm "gering", der betroffene Profi müsse möglicherweise mit anhaltenden Diffamierungen leben.

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Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm rät homosexuellen Fußballern von einem Coming-out während der aktiven Karriere ab. Es möge Städte und Vereine geben, wo solch ein Coming-out eher möglich wäre als anderswo, schreibt der Ex-Weltmeister in seinem Buch "Das Spiel: Die Welt des Fußballs", aus dem die Bild vorab zitiert. Lahm nannte Berlin, Freiburg und den FC St. Pauli. "Aber gegenwärtig schienen mir die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen", so der frühere Profi des FC Bayern München.

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Lahm empfiehlt homosexuellen Fußballern, sich vor einem geplanten öffentlichen Coming-out mit engsten Vertrauten zu beraten, rät jedoch davon ab, sich über das Thema mit Mitspielern zu unterhalten. Grund für Lahms Ratschlag ist die nach seiner Meinung fehlende Akzeptanz sowohl im Fußball als auch im Umfeld. Der Sportler könne die nötige Reife für diesen Schritt haben und auf die nötige Toleranz in seinem unmittelbaren Umfeld stoßen. "Aber er wird nicht mit der gleichen Reife bei allen Gegnern im Sport und ganz sicher nicht in allen Stadien rechnen dürfen, in denen er antritt", schreibt Lahm.

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Der betroffene Spieler müsse gegebenenfalls "gebrüllte Beleidigungen, Beschimpfungen und diffamierende Äußerungen" über sich ergehen lassen, so Lahm weiter: "Wer würde das aushalten? Und wenn ja, wie lange würde er es aushalten?" Derzeit gibt es in den europäischen Spitzenligen keinen einzigen geouteteten, aktiven LGBT-Fußballer.

Als erster prominenter deutscher Fußballer hatte Lahms früherer DFB-Kollege Thomas Hitzlsperger 2014 nach Abschluss seiner sportlichen Karriere öffentlich gemacht, dass er homosexuell ist. "Mir scheint es lebensklug, dass Thomas Hitzlsperger erst nach Beendigung seiner Laufbahn als aktiver Fußballprofi den Schritt gewagt und seine Homosexualität öffentlich gemacht hat", schreibt Lahm in seinem Buch.