09. Mai 2021 / 13:18 Uhr

Philipp will in Wolfsburg bleiben, aber: "Sehe nicht, dass ich 11 Millionen Euro wert bin"

Philipp will in Wolfsburg bleiben, aber: "Sehe nicht, dass ich 11 Millionen Euro wert bin"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Würde gern in Wolfsburg bleiben: VfL-Leihgabe Maximilian Philipp.
Würde gern in Wolfsburg bleiben: VfL-Leihgabe Maximilian Philipp. © Boris Baschin
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Was wird aus Leihgabe Maximilian Philipp? Bleibt der  Spielmacher über das Saisonende hinaus beim VfL Wolfsburg oder kehrt er zu Dinamo Moskau zurück? Er ist in der Warteschleife.

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"Natürlich nervt das" - das sagt VfL-Leihgabe Maximilian Philipp, wenn er über seine ungewisse Zukunft spricht. Denn der Spielmacher hängt in der Warteschleife. Es ist nach wie vor offen, ob er über das Saisonende hinaus beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bleibt oder zu Dinamo Moskau zurückkehrt. Wenn's nur nach ihm ginge, wäre die Sache klar: "Ich würde gerne beim VfL bleiben, weil ich mich super wohl fühle."

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Bis Ende April hätten die Wolfsburger eine Kaufoption in Höhe von 11 Millionen Euro für Philipp ziehen können, doch das tat der Klub nicht. Stattdessen versucht Manager Jörg Schmadtke, den Preis für den Offensivmann zu drücken - eine Einigung gibt es noch nicht. "Es gibt noch nichts Neues zu vermelden", bestätigt der Profi. "Stand jetzt werde ich nach der Saison erst mal nach Moskau zurückkehren." Doch das will der VfL vermeiden, der Verein würde Philipp gern halten, die Verhandlungen laufen - eine Hängepartie. Dass nach wie vor keine Klarheit herrscht, ist für den Spieler unbefriedigend, "aber es war vorauszusehen. Auch aufgrund der Corona-Pandemie wissen die Vereine noch nicht genau, wie es aussieht. Es war klar, dass ich geduldig sein muss. In zwei Wochen ist Urlaub, natürlich hätte ich da gern Klarheit."

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Aber Philipp hat auch Verständnis dafür, dass der VfL am Preis noch etwas machen will. "Es war mir von vornherein klar, dass die Kaufoption sehr hoch ist. Ich habe mir schon gedacht, dass neu verhandelt wird", sagt Wolfsburgs Nummer 17. Er fand "die Summen schon immer unsinnig, die für mich aufgerufen wurden. Ich habe mich fast etwas geschämt, aber dafür kann ich ja nichts. Mein Job ist es, Fußball zu spielen. Alles andere geht mich nichts an. Ich sehe nicht, dass ich 11 Millionen wert bin oder damals 20." Für diese Summe war Philipp 2017 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund gewechselt.

Was mit Philipp passiert, ist also offen. Genauso offen ist die Zukunft von Trainer Oliver Glasner. Wie es mit dem Österreicher, dessen Engagement in Wolfsburg aller Voraussicht nach im Sommer endet, weitergeht, spielt für Philipps Entscheidung aber "keine Rolle". Er würde auch bleiben wollen, wenn ab Sommer ein anderer Coach an der Seitenlinie steht, auch wenn er mit Glasner "gut auskommt" und er sich freuen würde, "wenn er bleibt, aber ich würde es auch akzeptieren, wenn er etwas anderes macht." Glasner gilt derzeit in Frankfurt als heißester Kandidat auf die Nachfolge von Adi Hütter.

Dass sich die Mannschaft von derartigen Spekulationen nicht beeinflussen lässt, zeigte sie am Samstag beim 3:0 gegen Union Berlin. "Es beschäftigt uns nicht, wir haben gezeigt, dass wir eine Einheit sind. Es ist kein Störfaktor", untermauert Philipp, für den der Sieg "absolut verdient" war, weil das VfL-Spiel "von der ersten bis zur letzten Minute top" war. Doch zu 100 Prozent zufrieden ging Philipp dann doch nicht aus dem Spiel, obwohl er eine starke Leistung gezeigt hatte. Aber es blieb die Szene in der 26. Minute hängen, als Philipp nach Flanke von Dreierpacker Josip Brekalo blank vor Union-Keeper Andreas Luthe auftauchte - den Schlussmann allerdings anschoss. Philipp: "Den muss ich machen, ich war etwas überrascht, dass ich so viel Zeit hatte. Ich hätte ihn einfach in die Ecke schieben müssen, aber daraus lernt man."

Dennoch war auch beim Zehner die Freude über die drei Punkte und den damit nächsten Schritt in Richtung Champions League groß. Allerdings: Dass Konkurent Dortmund kurz vor Schluss gegen RB Leipzig noch das 3:2-Siegtor erzielte, fand er "ärgerlich". Freude für die Ex-Kollegen kam bei ihm nicht auf. "Ich bin nicht mehr Spieler des BVB, wir sind direkte Konkurrenten. Daher hätte es mich schon gefreut, wenn sie Punkte liegengelassen hätten", sagt Philipp, der den BVB im Kampf um die Königsklasse mehr unter Druck sieht als den VfL: "Für Dortmund ist es Pflicht, in die Champions League zu kommen. Wir wollten uns für das internationale Geschäft qualifizieren, das haben wir geschafft. Darauf können wir stolz sein. Für uns ist es Bonus."