27. August 2020 / 14:02 Uhr

Phoenix Leipzig will mit Lust- statt Leistungsprinzip endlich den Pokal holen

Phoenix Leipzig will mit Lust- statt Leistungsprinzip endlich den Pokal holen

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Ist gegen den frisch gebackenen Zweitligisten RB Leipzig in der Außenseiterrolle: das Team des FC Phoenix.
Ist gegen den frisch gebackenen Zweitligisten RB Leipzig in der Außenseiterrolle: das Team des FC Phoenix. © Verein
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Das Finale im Sachsenpokal entwickelt sich allmählich zur Nemesis für die Frauen des FC Phoenix Leipzig. Zweimal traten sie im Endspiel an, zweimal mussten sie den Gegnerinnen beim Feiern zusehen. Im dritten Anlauf soll es nun klappen, auch wenn der Gegner RB Leipzig heißt.

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Leipzig. Mittwochabend, Riesaer Straße: Weit im Osten von Leipzig, in Engelsdorf, im Schatten der Sachsen-Therme und des Paunsdorf Centers haben die Fußballerinnen vom 2017 gegründeten FC Phoenix ihr neues Lager aufgeschlagen und trainieren für das Sachsenpokalfinale am Sonntag (15 Uhr, Taucha).

Zum dritten Mal in Folge stehen die Fußballerinnen von Phoenix im Landespokalfinale. Vor zwei Jahren scheiterten sie am 1. FFC Fortuna Dresden, vergangenes Jahr an RB Leipzigeine 2:3-Niederlage in der Verlängerung, nachdem Phoenix schon 2:0 geführt hatte. Was lief schief? „Eine Zwei-Tore-Führung zu verwalten und sich hinten reinzustellen, das entspricht nicht unserem Spiel“, so Kapitänin Katharina Freitag im Rückblick. Zudem blieben die Chancen zum Ausgleich in der Nachspielzeit ungenutzt.

Lust- statt Leistungsprinzip

Was macht Phoenix also am Sonntag anders? Das Team hat Freude am Fußball. „Es gibt keinen Druck“, so Freitag. Der Grund: die vielen kleinen und großen Unterschiede zwischen den Kontrahentinnen.

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"Bei uns geht es um das Miteinander auf und neben dem Platz. Wir funktionieren gut miteinander und spielen als Freizeitmannschaft. Das ist nicht despektierlich gemeint, sondern eine realistische Einschätzung. Bei uns herrscht das Lust- und nicht das Leistungsprinzip“, erklärt die Phoenix-Kapitänin. Bei RB ist das anders. Der frisch gebackene Zweitligist hat Ambitionen. Ein Beleg dafür: Die Rasenballerinnen residieren nun auch am Cottaweg, wurden ganz offiziell an die GmbH der Profis angegliedert. Auch wenn die Zielsetzung für die anstehende Saison bescheiden ist. Das Team um Coach Katja Greulich will sich etablieren, langfristig in die erste Liga aufsteigen.

"Wenn wir gewinnen, ist das schön"

Bei Phoenix ticken die Uhren langsamer. „Die Spielerinnen gehen arbeiten, haben Kinder, trainieren zwei Mal die Woche und haben schon einiges im Leipziger Frauenfußballuniversum erlebt“, so Katharina Freitag, die sich und ihre Teamkolleginnen gegen den Favoriten nicht chancenlos sieht „Am Sonntag sind alle Leistungsträgerinnen vor Ort und nicht beruflich verhindert. Wenn wir am Sonntag gewinnen – ist das schön.“ Wenn nicht, auch kein Weltuntergang. „Dann freuen wir und unsere Anhänger uns darüber, dass wir so weit gekommen sind.“

Parallel zum Spiel am Sonntag wird der Phoenix-Gegner aus Thüringen für die erste Runde im DFB-Pokal ermittelt, zu dem die Mannschaft am letzten Septemberwochenende fährt. Die Regionalligasaison startet am 6. September auswärts beim Bischofswerdaer FV.